Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Was für eine Geburt: Lange Zeit als Launchtitel angekündigt wurde der neuste Ableger der erfolgreichen Prügelreihe kurzerhand verschoben. Auf Ende Dezember, auf 13. Januar und voila auf den 20. Januar. Fast hätte es mit dem letzten Releasetermin geklappt, vorrätig war Dead or Alive 4 dennoch erst seit 24. Januar nach dem Kollegen und Freunde sich bei Eiseskälte schon zuvor und umsonst auf den Weg zum nächsten Händler gemacht haben. Seis drum, gut Ding braucht Weil. So auch beim neusten Stelldichein von Kasumi, Hayate und Co.Aus Alt mach NeuIntromovies die nicht abgebrochen werden können, sind der Traum eines jeden Spielers. Wer des öfteren Dead or Alive 4 spielen möchte, freut sich kurzerhand darüber, das Team NINJA Introfilmchen nach dem dritten Spielstart auswendig zu können. Im Hauptmenü des Spieles angekommen finden sich DoA-Veteranen im altbekannten Menü sofort zurecht. Von hier aus könnt ihr zum einen auf Standardkost wie dem Story-, VS-, Time Attack-, Survival- oder Team Battle-Modus zugreifen. Ist der Storymodus einmal erfolgreich abgeschlossen wird euch aber auch der Zutritt zum Movie Theater erlaubt, in dem ihr euch die Endsequenzen der einzelnen Charaktere erneut anschauen könnt. Unerfahrene Prügler trainieren nebenbei fleißig im Trainingsmodus die unzähligen Combos während Besitzer eines Xbox Live Gold Accounts ihre Karriere im Onlinemodus starten. War die Geschichte rund um die Dead or Alive Charaktere bislang eher dünn und kein Vergleich zur verstrickten Story einer Tekken-Reihe, nutzten die Programmierer von Tecmo den vierten Teil um der Reihe ein bisschen mehr Tiefgang zu verschaffen ohne dabei der Tekkenschen Hintergrundgeschichte das Wasser reichen zu können. Das Herzstück von Dead or Alive 4 stellt für Solisten natürlich der Storymodus dar. Nach Auswahl des Charakters, wovon zu Beginn 16 verschiedene zur Verfügung stehen, gilt es die nächsten acht Gegner auf die Pixelbretter zu schicken. Das ist in Dead or Alive 4 jedoch leichter gesagt als getan. Aus welchen Gründen auch immer strich man den Schwierigkeitsgrad Easy aus dem Einstellungsmenü. Am leichtesten kommt man von nun an im normalen Schwierigkeitsgrad durch die Story. Gut, leicht ist vielleicht das falsche Wort. Wer sich nicht grade für einen DoA-Profi hält, kann damit rechnen nicht nur gegen Frustendgegner Alpha-152 einige Versuche zu brauchen. Dieser unfreundliche Kasumi Klon beamt sich mal eben aus euren Angriffen, holt eine 10er Combo aus der Tasche oder kontert beliebig eure zaghaften Schläge und Tritte. Problematisch wird das Ganze so richtig, sollte man mit Charakteren durchspielen wollen, die einem nicht unbedingt liegen. Immerhin warten allerhand Kostüme und Charaktere darauf, von euch frei gespielt zu werden, was das Durchspielen mit allen Kämpfern voraussetzt. Als Belohnung für dieses harte Stück Arbeit winkt nicht nur ein neues Kostüm sondern auch eine fantastische Endsequenz für den gewählten Kämpfer. Seht zu wie Kasumi oben ohne als Meerjungfrau durchs Meer schwimmt oder Auftragskillerin Christie ihren aktuellen Auftrag mit einem sexy Tanz verbindet. Alle Filme bestechen zum einen entweder mit Eleganz, Spaß oder Action zum anderen mit einer nie da gewesenen optischen Qualität. Bezug zur Story nehmen sie jedoch nur selten.Neben Kostümen schalten fleißige Kämpfer weitere Charaktere frei, darunter auch ein Überraschungsgast: Spartan-458, weiblich und vielen aus dem Halo Universum bekannt. Passend dazu steuerte Bungie gleich noch eine passende Arena bei, die dem Eröffnungslevel von Halo nachempfunden ist.Ein neuer Charakter reicht allerdings nicht aus um Kenner der Serie hinter dem Ofen hervorzulocken. Von daher baute Team NINJA gleich drei weitere Neulinge ein: Kokoro, redaktionsintern auch Puschel genannt, legt ihre Widersacher mit flinkem Ba Ji Quan flach während der eiserne Lehrling Eliot sich mit Xing Yi Quan durch die Stages prügelt. Die dritte im Bunde ist nicht ganz neu, debütierte im Beach Volleyball-Ableger bereits als Lisa. In den Kampf zieht sie unter dem Künstlernamen La Mariposa jedoch erst jetzt. Der schnelle Kampfstil der jungen Amerikanerin namens Lucha Libre erinnert besonders an Capoeira - Ähnlichkeiten mit Eddi-Schwester Christie aus Tekken sind bestimmt rein zufällig.ButterweichVorzeige Objekt ist La Mariposa außerdem, und zwar für butterweiche Animationen. Kämpft ein geübter Spieler mit der gut gebräunten Dame, so holt er durch bewusstes Knöpfchendrücken imposante Combos raus. Diese gehen alle derart schön in einander über, dass man aufpassen muss, nicht den Rest der Combo zu vergessen. Selbst der Übergang von einem Tritt zu einem Griff geht absolut flüssig vonstatten. Gleiches lässt sich bei den alten Charakteren auch beobachten, jedoch nicht nahezu perfekt. Die Animation derer stammen größtenteils noch aus Dead or Alive 3, das auf der Xbox für Furore sorgte, waren aber damals und heute noch sehr schön anzusehen. Letztendlich sind die vertrauten Kämpfer aber doch keine 1:1-Kopien des Vorgängers, bekamen sie doch den ein oder anderen neuen Move spendiert. Veteranen kommen mit ihren Lieblingen somit sofort wieder zurecht, haben aber mit neuen Angriffen etwas zu entdecken. Damit es auch bald gegen Alpha-152 klappt trainiert ihr im ordentlichen Trainings-Modus alle Angriffsvarianten ein. Diese werden nacheinander abverlangt; die Absolvierung aller schaltet die Systemstimme des jeweiligen Charakters frei. Trainieren sollten aber auch Profis das überarbeitete Kontersystem.Beim dritten Ableger war es noch so, dass geübte Spieler mit Konter-Experten wie Bass oder Bayman nahezu jeden Angriff kontern und den Gegner so in den Wahnsinn treiben konnten ohne einmal selbst aktiv zu werden. Was damals für viel Frust sorgen konnte gehört nun der Vergangenheit an. So bedarf es beim Kontern viel mehr Fingerspitzengefühl und eines besseren Timings dem Spielspaß sei Dank. Unmöglich ist das Kontern jedoch nicht geworden: One-Button-Kämpfern werden immer noch schnell die Grenzen aufgezeigt, dafür zahlt sich die sinnvolle Benutzung aller Tasten einschließlich der Richtungstasten aus. Das bringt Abwechslung, sieht besser aus und ermöglicht geübten Spielern einen verdienten Vorteil gegenüber dem Neuling, der einfach nur planlos auf die Tasten hämmert.Mehr Motivation woandersWährend sich Einzelspieler nach einer Weile nicht mehr mit freischaltbaren Charakteren, Kostümen und Systemstimmen im großen Maße motivieren können und auch schon im Time-Attack und Survivalmodus die Fäuste haben sprechen lassen, sorgt Dead or Alive 4 gegen menschliche Kontrahenten für mehr Spielspaß. Zum einen prügelt ihr euch mit bis zu drei Mitmenschen im Tagteam - oder einem Kumpel im einfachen Versus - an einer Konsole oder aber ihr betretet die von natur aus kostenpflichtige Multiplayer-Plattform Xbox Live.Im Stile eines MMORPGs erstellt ihr hier einen virtuellen Charakter, mit dem ihr euch durch die einzelnen Lobbys bewegt. In den Lobbys an sich könnt ihr mit Anderen Interagieren, aktuelle Kämpfe vor dem TV beobachten oder euch selbst für ein laufendes Turnier eintragen.Gekämpft wird hierbei in verschiedenen Modi: Mal darf der Gewinner des vorhergehenden Matches gegen den nächsten Herausforderer antreten, mal der Verlierer. Turniere mit zufälligem Turnierbaum sind außerdem möglich. Bei den Release nahen Testkämpfen offenbarte sich aber ein großes Problem: Kämpfe mit US-Amerikanern brachten selbst bei schneller Internetverbindung unweigerlich Lags mit sich, die das Ganze unspielbar machten. Inwiefern sich das Lag-Problem auf Duelle mit deutschen Usern auswirkt, können wir an dieser Stelle leider noch nicht sagen.Durch Siege im Onlinemodus steigt nicht nur euer Onlinerang, ihr bekommt außerdem Punkte gutgeschrieben, die zwar nichts mit eurem Gamerscore zu tun haben, dafür aber im Shop gegen neue Outfits für eure Figur, eine eigene Lobby oder aber auch fehlende Kostüme für die DoA4-Recken verprasst werden können. Opulente GrafikWie bereits erwähnt ergatterte Dead or Alive bereits mit wunderschönen Animationen und Endsequenzen Pluspunkte auf der Technikseite. In Sachen Grafik lässt sich dies fortführen: Die Charaktere bewegen sich nicht nur authentisch, sie sehen auch klasse aus. Nicht ultrarealistisch aber im zum Spiel passenden Anime Look. Die Arenen stehen dem in nichts nach, glänzen mit tollen Wassereffekten und enormer Interaktivität. So kann es passieren, dass ihr euch von Markt bis zum Strand prügelt oder euch Dinosaurier oder Autos überrennen beziehungsweise überfahren.Wo Licht ist, ist meistens aber auch Schatten. Im Falle von Dead or Alive 4 stellt die Akustik die Schattenseite dar. Die musikalische Untermalung kann zwar noch überzeugen, eine japanische und sich zu dem stets wiederholende Sprachausgabe haut vor allem in der Next Generation gar niemanden mehr vom Hocker.