Dead or Alive Xtreme 2

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Microsoft
Entwickler
Team NINJA
Erscheinungsdatum
-
Genre
Sport
USK
12
Dead or Alive Xtreme 2 [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

59%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Dead or Alive Xtreme 2

Rückkehr ins Paradies. Im ersten Teil ging Zack Island unter, nun wurde sie wieder aus den Fluten gehoben und unter dem Namen New Zack Island hergerichtet. So weit zur Story.Oder vielleicht ein anderer Ansatz: Das Spiel beginnt mit der Wahl einer von insgesamt neun jungen Frauen. Das soll vorerst das Alter Ego sein. „Vorerst“, denn wer alle Gamertag-Erfolge freispielen möchte, muss das Spiel mit jeder Dame spielen, dabei jeweils sämtliche Badeanzüge erwerben und möglichst viele Freundinnen gewinnen.

Pauschalurlaub

Ein Aufenthalt auf New Zack Island ist so lang wie ein gewöhnlicher Pauschalurlaub. Nur zwei Wochen bleiben, um alles einmal mitgemacht zu haben. Im besten Fall bedeutet das, möglichst viele Freundinnen zu gewinnen sowie allerlei Items zu kaufen. Und obwohl die Zeit beim Shoppen gar nicht vergeht, verfliegt sie hingegen bei den restlichen Aktivitäten wie im Flug. Ganz gleich, ob dabei nur einem anderen Mädel ein Geschenk überreicht oder einmal die Wasserrutsche benutzt wird – stets ist danach ein Viertel des Tages um. Freies Bewegen ist auf der Insel nach wie vor nicht möglich. Stattdessen wählt man im Menü einen Ort wie „Niki Beach“, „Brilliant Jungle“ oder „Pool“ aus. Noch während der Auswahl wird angezeigt, welche Aktivitäten dort zur Verfügung stehen und wer sich dort im Moment noch befindet. Ist keines der acht anderen Mädels da, lohnt sich der Ausflug meist nicht.

Geld ausgeben ist leicht, Geld verdienen etwas schwererIm Sport- und Modeladen sowie in Zacks Sammelsurium gibt es allerlei Kram für harte Währung: Badeanzüge, Haargummis oder gar eine blaue Xbox-Konsole – täglich wechselt das Angebot aus allerlei Tünnes. Aber wenn selbst die billigsten Badeanzüge um die 100.000 Zack-Dollar kosten, man aber nur mit 300.000 startet, muss früher oder später neues Geld herangeschafft werden. Das geht leichter als zunächst gedacht, dauert aber trotzdem eine Weile. Und nein, Prostitution ist in diesem Spiel keine Option.

Alles Mini?

Die Kleidung der neun jungen Damen ist knapp, das Gameplay ebenso. Letztlich ist Dead or Alive 2 nicht viel mehr als eine Minispielsammlung. Selbst der Volleyball-Part ist wenig anspruchsvoll: Zwei Tasten plus beide Analogsticks genügen für die Steuerung. Große Spannung herrscht nur während des Aufschlags.Aber um überhaupt an einem Beach Volleyball Spiel teilnehmen zu können, wird eine Spielpartnerin benötigt. Dabei sind die Mädels so zickig wie schön. Denn wie schon bei Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball, hat jede Dame eigene Interessen und Vorlieben. Möchte man eine als Freundin bzw. Spielpartnerin gewinnen, müssen Geschenke gemacht werden. Doch wehe, das Präsent trifft nicht den Geschmack der Umworbenen. Ebenso entscheiden Siege und Niederlagen beim Beach Volleyball darüber, wie die Spielpartnerin zu einem steht. Das Umwerben einer Dame wird so zur Tortur. Aber davon werden die meisten Dead or Alive Xtreme 2 Spieler ja ein Liedchen singen können…

So locker und luftig wie der Beach Volleyball sind ebenfalls die Jetski-Rennen: Kleinere Boyen stecken die Strecke ab, größere bilden zugleich einen Slalom-Kurs innerhalb der Strecke. Um ein wenig Geld zu verdienen, genügt es schon, zwei beziehungsweise drei Runden zu drehen und möglichst als erste ins Ziel zu kommen. Wer zusätzlich den Slalom-Kurs abfährt, erhält Extrapunkte und darf regelmäßig eine Art Turbo-Boost aktivieren. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, zusätzliche Zack-Dollar mittels Stunteinlagen zu verdienen. Gelegentlich platzierte Rampen kommen hierbei sehr gelegen.Eine ernsthafte Konkurrenz zu namhaften Jetski-Spielen ist das natürlich nicht. Immerhin gibt es mehrere Strecken, die zufällig ausgewählt werden. Und die kleinen Rennboote sind wohl der einzige Bestandteil des Spiels, der dem Spektakel ein wenig Tiefgang verleiht. Haha.

Wahrlich mini

Wirklich kurz sind die Spiele am Pool bzw. Strand: Pool-Hopping ist von Anfang an spielbar, der Rest nach einmaligen Kauf einer Eintrittskarte. Die weiteren Spiele nennen und schreiben sich so: Wasserrutsche, Tauziehen, Po-Gepöbel und Strand-Flaggen. Das sind allesamt kleine Spiele, die bis auf „Wasserrutsche“ mit nur einem KI-gesteuerten Mädel gespielt werden und zugleich nicht von langer Dauer sind.Als kleines Extra winkt Zack noch mit einer Metallstange. Nicht zum Prügeln, sondern zum erotischen Pole-Dance. Doch dieses Minispiel ist versteckt, erfordert eine Menge Geld, Glück und nicht zuletzt eine persönliche Einladung durch Zack.

Nach solch anstrengenden Tagen zieht’s das junge Gemüse ins Hotel. Das eigene Zimmer dient dabei schon als eine Art Hauptmenü. Hier können die Item-Sammlungen begutachtet oder das Spiel abgespeichert und beendet werden.

Alternativ lockt am Abend aber noch der Gang ins Casino. Poker, Roulette und Black Jack werden hier von den Damen gespielt. Einarmige Banditen gibt’s hingegen zur Alleinunterhaltung. An sich eine nette Sache, doch auch beim Pokern wäre es schön, die Gegnerinnen am Tisch sitzend und nicht nur in Form eines Bildchens zu sehen. Gleiches gilt für Roulette und Black Jack. Die Arme der Spielautomaten bewegen sich ebenso wie von Geisterhand. Und außerhalb des Casions gilt: Der Einkauf von Badeanzügen und sonstigem Tünnes ist so unpersönlich wie zuvor. Das Shopping erfolgt über ein Menü, vom Geschäft gibt’s gerade mal eine animierte Vorderansicht. Und selbst die braucht einige Augenblicke, um vollständig geladen und in voller Auflösung angezeigt zu werden.

Mit den Argumenten einer Frau

Schon der Vorgänger bestach nicht unbedingt durch spielerische Qualität. Stattdessen standen vor allem die Damen in knappen Bikinis im Vordergrund. Das ist jetzt nicht anders, wurde sogar fast zum Hauptmerkmal des Spiels. Denn wer keine Lust auf spielen hat, schaut eben zu.

So gibt es am Strand oder im Jungle die Möglichkeit, zu „entspannen“. Dabei räkelt sich die eigene junge Frau und kann mit zusätzlich erhältlichen Kameras sogar fotografiert werden. Die Fotos werden natürlich gespeichert und sind danach in einem Album einsehbar.

Wenn eine Dame einmal nicht im Intro-Video, sondern tatsächlich in Echtzeit berechnet auftaucht, ist deren Darstellung gar nicht so gelungen. Da stören beispielsweise die Haare der Damen, die man eher als Clipping-Fehler anstatt Haarpracht bezeichnen könnte. Und diesen merkwürdigen physikalischen Kräften, die auf die Oberweiten der Damen wirken, sind wohl normalerweise nur Kampfpiloten ausgesetzt. Wer als Mann sowas sieht, hat sofort Mitleid.

Hitomi aus Deutschland

Dead or Alive Xtreme 2 bedient sämtliche Klischees, stört sich dabei nicht an logischen Unzulänglichkeiten. Besonders witzig sind hierbei die kurzen Steckbriefe: So wurde fast jeder jungen Damen ein Name verpasst, der zur jeweiligen Nationalität passt. Nur die einzige Deutsche heißt „Hitomi“, erfüllt aber sonst alle Klischees. Sie mag z.B. die in Österreich „entwickelte“ Sachertorte und kochen. Gerade noch die Kurve gekriegt…

Mehrspieler und Meermusik

Konnte im ersten Teil noch zu zweit an einer Konsole gespielt werden, geht das nun nicht mehr. Wer mit menschlichen Gegner(inne)n spielen will, muss auf Xbox Live zurückgreifen. Hierbei können sowohl Beach Volleyball als auch Jetski-Rennen zu zweit bzw. viert gespielt werden.

Die Akustik passt voll und ganz zum Spiel: Reggae-Klänge von Bob Marley für die Insel, Teeniesongs von Hilary Duff und anderen fürs alberne Gekicher. Das ist gar nicht böse gemeint – der Soundtrack ist wirklich noch das beste am ganzen Produkt.Ähnlich gut ist die Sprachausgabe. Nun wird zwar im Spiel mehr gekichert als gesprochen, doch wurden trotzdem alle Dialoge vertont. Jedes Mädel hat dabei eine andere Stimme und sogar etwas anderen Text, wenngleich sich dieser während des vierzehntägigen Aufenthalts öfters wiederholt.

Fazit

Dead or Alive Xtreme 2 ist an Albernheit nur schwer zu überbieten. Wer fürchtet, er mache sich schon beim Spielen von Viva Piñata lächerlich, sollte um dieses Spiel einen großen Bogen machen. Denn der spielerische Inhalt kann für dieses Spiel kein Kaufgrund sein. Tatsächlich gibt es für dieses Spiel eigentlich kein vernünftiges Argument. Zumindest keines, das einen Preis von bis zu 69,99 € rechtfertigt. Denn Gameplay und Minispiele sind allesamt sehr dünn. Mindestens neun Mal 14 Spieltage absolvieren und dabei immer alle Badeanzüge sammeln, kann eigentlich kein Spielinhalt sein. Und wer das Spiel vor allem wegen der digitalen Damenwelt kaufen will, kann sich genauso gut die gerenderten Trailer zum Spiel ansehen. Die sehen sowieso besser aus als die Spielgrafik.

Dead or Alive Xtreme 2 [X360 , Justgamers]

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