Der Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Strategie
USK
12
Der Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

82%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Der Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2

Orkkostüme, Legolas doofe Ohren, Ringe des Einen, Hobbit-Figuren. Die gigantische Merchandising-Maschinerie läuft immer noch auf vollen Touren. Zu nahezu jedem Charakter Mittelerdes gibt es ein entsprechendes Fan-Goodie. Auch auf dem Videospielesektor wurde die Lizenz massig verarbeitet. Nun feiert die Tolkin’sche Trilogie also auch ihr Next-Gen Debüt auf der Xbox 360. Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 ist zugleich das erste Echtzeitstrategiespiel, welches versuchen will, mit einer vernünftigen Steuerung auch noch letzte Zweifler davon zu überzeugen, dass Strategiespiele sehr wohl eine Daseinsberechtigung auf Konsolen haben. Wir haben uns für euch auf nach Mittelerde begeben, um zu schauen, ob Electronic Arts das Versprechen auch einhalten konnte.

Neulich in Mittelerde

Leider haben viele Entwickler bislang in Sachen Strategiespiel einen weiten Bogen um die diversen Konsolen gemacht. Zu ungenau zu steuern, keine Hotkey-Möglichkeiten und Probleme mit der Bildauflösung, waren die meist genannten Hindernisse, die eine Portierung vom PC auf die Konsolen, oder gar eine reine Konsolenentwicklung hätten möglich machen können. Doch nun soll damit Schluss sein. Electronic Arts eröffnet nun mit Schlacht um Mittelerde 2 den Reigen der Strategie-Titel für die Next-Gen Spielekisten. Später im Jahr sollen dann noch Command&Conquer und Age of Empires folgen. Ob weitere Titel folgen werden, hängt wohl in erster Linie von der Akzeptanz bei der Community ab.Doch schauen wir dem Ganzen einmal ein wenig unter die Haube. Vergleiche mit dem PC-Vorbild, müssen natürlich Stand halten. Zunächst einmal werdet ihr nach dem Einlegen der DVD dank eines gute gemachten Intros auf das Spielgeschehen eingestimmt. Danach führt euch ein umfangreiches Tutorial in die komplexe Steuerung von Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 ein. Dabei orientiert sich das Spiel weniger an der Buchvorlage, sondern geht einen eigenen Weg, der parallel zum Ringkrieg verläuft.

Somit können die Storyschreiber neue Charaktere und Locations einbauen, ohne das Tolkien-Erbe zu verändern. Ab und an begegnen euch aber auch die Protagonisten der Bücher beziehungsweise Filme. Grob gesagt ist die Handlung der virtuellen Schlacht um Mittelerde in den Norden verlegt worden, wo sich in erster Linie Elben und Zwerge zusammen getan haben, um Saurons Truppen den Garaus zu machen. Leider gewinnt das Storybook – im Gegensatz zur literarischen Vorlage – keinen Sonderpreis in Sachen Kreativität und Esprit. Doch es gibt auch weit Schlimmeres. Wer auf die epische Story verzichten kann, der konzentriert sich dann doch lieber auf das eigentliche Spiel.

Ringelpietz mit Anfassen

Damit ihr Saurons Schergen möglichst effektiv die Stirn bieten könnt, baut ihr euch zum Missionsbeginn zunächst einmal eine Basis auf. Das Haupthaus wird dabei von einigen Wachtürmen vor möglichen Angreifern geschützt. Innerhalb des möglichen Bauradius’ setzt ihr nun Einheiten und Rohstoffe produzierende Gebäude in die Landschaft, die wahlweise Bogenschützen, Infanterie, Reiterei oder Spezialeinheiten erschaffen. So entstehen in Windeseile neue Armeen. Die Einheiten und Gebäude kommen selbstverständlich im typischen Look daher. Während in der „guten“ Kampagnen alles recht nett anzuschauen ist, wirken die Bauwerke und Krieger der „dunklen“ Seite doch recht abstoßend – dies aber im durchaus positiven Sinne. Hierzu aber später mehr.

Nachdem ihr euch eine zunächst noch kleine Armee aufgestellt habt, geht es gegen die ersten Feinde. Sind diese einmal getötet, belohnt euch das Spiel mit Gold, welches einmal vernichtete Gegner zurück lassen. Diese Schätze investiert der clevere Baumeister natürlich gleich in Nachschub, zumal die feindlichen Armeen Saurons recht stark und vor allem von großer Zahl sind. Meist kommen sie auch in mehreren Angriffswellen auf euch zu.

Da empfiehlt es sich, früh genug Einheiten nach zu produzieren, oder die Kasernen und übrigen Gebäude – wenn möglich – mit Upgrades zu versehen.

Einen weitereren Pluspunkt beim Schutz vor dem Feind bieten die Wehrtürme und Mauern, welche ihr im Handumdrehen aus dem Boden stampfen könnt – das nötige Kleingeld und Rohstoffe vorausgesetzt.

Steuermann übernehmen sie!

Kommen wir aber nun zur eigentlichen Frage, die sich vor dem Spielen von Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 stellt: Wie ist die Steuerung ausgefallen? Nun: Zunächst einmal muss gesagt sein, dass Electronic Arts’ kluge Köpfe sich wirklich etwas haben einfallen lassen. Denn wie nicht nur PC-Besitzer wissen, verfügen gerade die Echtzeitstrategietitel über ein meist recht komplexes Interface. Hier stellte sich für EA ein Problem: Wie ersetzt man die fehlende Tastatur möglichst sinnvoll durch den Controller? Wenn ihr Einheiten anwählt, Menüs und Untermenüs verwaltet, Einheiten baut und vieles mehr, geschieht dieses immer in einer Kombination aus Schultertasten und Button. Dies bedarf einer längeren Einübungsphase. Denn gerade zu Beginn des Spiels, wird der eine oder andere falsche Knopf gedrückt, sodass euer Unterfangen schwieriger von der Hand gehen wird, als euch dies lieb sein dürfte. Vor allem in hektischen Gefechtssituationen ist die Steuerung ein riskantes Unterfangen. Doch wenn man sich einigermaßen eingespielt hat, kommt man überwiegend problemlos mit dem Gameplay klar.

Im Gegensatz zur recht ordentlichen Umsetzung der Steuerung, hinkt die KI zum Teil meilenweit hinterher. Vor allem dann, wenn sich eure Einheiten untereinander beharken, ist dies ein unverzeihbarer Fehler. Wenn zum Beispiel ein Höhlentroll auf die Elbenarmee Steine wirft und dabei die eigenen Orks erwischt, dann reibt sich eure Kriegerschaft schneller auf, als euch dies lieb sein kann.

Mami schau mal ein Elb!

Wer Der Herr der Ringe Spiele kennt, der weiß, wo die eindeutigen Stärken liegen. Denn kaum eine andere Lizenz legt so viel Wert auf eine ordentliche Präsentation. Dies beginnt bereits bei den anschaulich gestalteten Einheiten, reicht über die gigantischen Landschaften mit ihren typischen Mittelerde-Architekturen und endet bei den zahlreichen Spezialeffekten, die bei Zaubern oder Massenschlachten zum Tragen kommen. Wer dies seinerzeit alles am heimischen PC genießen wollte, benötigte eine ordentliche Grafikkarte. Da die Xbox 360 über eine solche verfügt, sollte man davon ausgehen, dass die Grafik butterweich abläuft. Leider ist dies nicht immer so. Oftmals ruckelt das Spiel beträchtlich. EA hat anscheinend immer noch nicht den Bogen raus. Um in einen einigermaßen guten optischen Spielgenuss zu kommen, empfiehlt sich eine Auflösung in HDTV.

Andere Meldungen können wir hingegen von der akustischen Front geben. Hier wurde alles richtig gemacht. Die phänomenale Kulisse zusammen mit einem epischen Soundtrack wissen zu gefallen. Auch die deutsche Sprachausgabe wurde durch gute Sprecher realisiert.

Fazit

Electronic Arts beweist es uns: Im Prinzip ist ein Echtzeitstrategietitel auf einer Konsole durchaus zufriedenstellend zu realisieren. Zwar krankt die Steuerung hier und da noch ein wenig und auch die Optik ist noch nicht 100% auf dem Höchststand. Doch für kommende Titel können wir – vorausgesetzt die Entwickler feilen weiter an den Defiziten – auch mit sehr guten spielbaren Strategiespielen rechnen. Im Multiplayer macht der Herr der Ringe nämlich durchaus Spaß, wenn ihr euch mit bis zu acht Spielern um den einen Ring prügeln dürft.

Der Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2 [X360 , Justgamers]

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