Der Pate

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
18
Der Pate [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

73%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Befriedigend

Der Pate

Wie nähert man sich eigentlich einer ultimativen cineastischen Legende wie dem Marlon Brando Streifen The Godfather Der Pate? Einen Ansatz versucht nun kein Geringerer als Entwickler EA Games. Dabei wollen die Macher eindeutig die grandiose Filmvorlage möglichst dicht auf die Xbox360 umsetzen. Ob sie dabei auch nur ansatzweise in die Nähe eines Peter Jacksons und seinem digitalen King Kong kommen oder wie vor einem halben Jahr auf der Xbox und dem PC Schiffbruch erleiden, erfahrt ihr in unserem Test.

Ein Angebot vom Paten

Bereits im Vorfeld sorgte Der Pate für allerlei Wirbel. Zahlreiche Synchronsprecher waren aufgrund einer für sie nicht tragbaren Umsetzung des Drehbuches abgesprungen oder konnten, wie der große Marlon Brando, der über die Synchronisationsarbeiten leider verstorben ist, die Arbeit nicht zu Ende führen. Entsprechend ernüchternd waren dann die Kritiken zur Xbox Umsetzung des Films. Nun, ein halbes Jahr später, setzen die Fans auf die Power der Xbox360 und hoffen, dass sich die Entwickler die Kritik an Steuerung und Spielprinzip der Xbox zu Herzen genommen haben und das Spiel optimieren konnten.

Wer die Geschichte rund um den Paten Don Corleone und die Familie kennt, wird sich schnell im Spiel zurecht finden. Natürlich besitzt der Titel zahlreiche Freiheiten, die es so in der Trilogie nicht gegeben hat. Zunächst einmal stellt ihr euch euren Charakter zusammen. Einige Zwischen- und Trainingssequenzen später befindet ihr euch unter den Fittichen des Paten höchstpersönlich. Da ihr in der Mafia-Szene noch keinen Namen besitzt, müsst ihr euch erst einmal eure Sporen verdienen. Wie ihr das macht? Nun, in mittlerweile schon ziemlich ausgelaugter GTA-Manier erfüllt ihr Aufträge, „borgt“ euch diverse fahrbare Untersätze und arbeitet euch auf der Karriereleiter Schritt für Schritt nach oben. Dazu kommt eine frei erkundbare Spielwelt, die diesmal nicht in der Bronx oder den 80ern, sondern in den 1940er Jahren angesiedelt ist.

Während eurer Reise trefft ihr auf die wichtigsten Charaktere der Filmvorlage, die ihren alter Egos Marlon Brando, James Caan, Robert Duvall und Abe Vigoda wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Vor allem Marlon Brando wurde virtuell äußerst gut umgesetzt.

Und täglich grüßt der Pate

Während gerade die Xbox- und PC-Steuerung seinerzeit zum Haare ausraufen war, versucht Electronic Arts die Steuerung für die Xbox360 zu optimieren.

Mittels Schultertasten packt ihr Gegner am Schlafittchen und gebt ihnen ähnlich wie bei Fight Night Round 3 mit dem rechten Stick ordentlich eins auf die Mütze. Leider reagiert euer alter Ego nicht immer so, wie ihr das wollt. Auch die Mitstreiter verhalten sich nur bedingt clever. Was jedoch am meisten nervt, sind die sich ständig wiederholenden Aufträge. Hier hätte mehr Abwechslung dem Titel eindeutig besser zu Gesicht gestanden. Egal ob Verfolgungsjagden mit dem Auto, Schlägereien oder Chauffeur-Dienste. Nach einer gewissen Spielzeit, wirkt Der Pate einfach nur ermüdend. Wenn ihr die Missionen erfüllt habt, erhaltet ihr Prestige-Punkte, mit denen ihr weiter in der Familienhierarchie aufsteigt.

Die wirklichen Anreize bietet Der Pate natürlich, wie jedes Xbox360 Spiel, durch seine freischaltbaren Achievements. Wenn man den Paten näher betrachtet, fällt auf, dass das Spiel an eigentlich allen Ecken und Enden krankt.

Uninspirierte, sich permanent wiederholende Texturen, die nicht gerade hitverdächtig aufgelöst sind, Treppchen an den Kanten, wenig Filter und etliche Clippingfehler wirken, als sei seit dem Xbox-Launch im März nichts an der Grafik getan worden. Auch die NPCs gleichen sich wie eineiige Zwillinge. Dem gegenüber stehen, wie bereits erwähnt, die virtuellen alter Egos der Stars. Diese wirken durch ihre Mimik und Gestik fast schon erschreckend real. Beeindrucken konnten uns auch die gewaltigen Explosionen. Warum gerade bei einer Next-Gen Konsole wie der Xbox360 ständig ins Bild ploppende Gebäude und Autos, eine eingeschränkte Weitsicht und gerade einmal zehn Fahrzeugmodelle, die sich dazu noch allesamt gleich steuern, sein müssen, wissen wohl nur die Entwickler.

Und auch der Sound reißt nicht wirklich Bäume aus. Die legendäre Filmmusik, welche die Filmtrilogie einst so unvergleichlich machte, fehlt hier fast ganz. Die EA „Ersatzmusik“ kann kaum überzeugen. Wenigstens verleiht die deutsche Synchronstimme von Marlon Brando dem Spiel einen Hauch von Hollywood Glanz. Die Geräuschkulisse, wie Schläge, Tritte, Waffen und Wagen, klingen hingegen durchweg überzeugend.

Fazit

Anscheinend denkt heute jeder Entwickler, dass, wenn man sich an einen Übertitel wie GTA klammert und ihn zwanghaft kopiert, man einen absoluten Verkaufsschlager erhält. Wenn man das Ganze dann noch mit Elementen im Stile des Klassikers Mafia garniert, kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen. Dass EA Games sich da gewaltig irrt, zeigt leider Der Pate an zahlreichen Stellen. Zu wenig Abwechslung, eine größtenteils Next-Gen unwürdige Grafik, langweilige Missionen und eine zickige Steuerung zeigen, wie man es lieber nicht machen sollte. Was für die Xbox als gutes Spiel durchgegangen wäre, sorgt in der nächsten Konsolengeneration lediglich für verzweifeltes Kopfschütteln. Ein fehlender Multiplayer zieht die Wertung noch weiter in den Keller. Abgesehen von den diversen Sporttiteln fragt man sich nach fast einem Jahr Xbox360, wann Electronic Arts wirkliche Next-Gen Titel präsentieren wird.

Der Pate [X360 , Justgamers]

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