Gesamtwertung59%/10 |
GrafikMangelhaft SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Nachdem uns SEGA erst kürzlich mit Iron Man den Spielealltag versüßt hat, treibt nun, passend zum baldigen Start des Films, der Hulk mal wieder sein Unwesen auf allen Plattformen. Auch wenn es sich um eine Filmumsetzung handelt, stehen die Zeichen prinzipiell ganz gut für den grünen Anti-Helden. Immerhin bedient sich das Spiel am Gameplay von Hulk - Ultimate Destruction, dem Überraschungs-Hit der letzten Generation
Die meisten Leute sind gerne blau und lustig. Auch Bruce Banner würde lieber dieser Kategorie angehören. Dumm nur, dass er zwangsweise grün und wütend wird. Comic-Kenner wissen, dass er vor Jahren bei einem Unfall radioaktiven Gammastrahlen ausgesetzt war und seit jeher gegen die manifestierte Wut in sich kämpft, stets auf der Suche nach Heilung. Wird Banner nämlich ungewöhnlichem Stress ausgesetzt oder zu sehr gereizt, verwandelt er sich in den Hulk, einem riesigen Koloss, der in seinem unkontrollierten Zorn alles zu Brei schlägt, was ihm vor die Fäuste kommt. Und als ob Banner nicht schon genug damit zu tun hätte, versucht sich nun auch noch das Militär seiner Kräfte zu bereichern und den Hulk als die ultimative Waffe einzusetzen.
Chaos direkt zu Beginn
Das Spiel startet in einer Lagerhalle, in der Hulk vom Militär festgehalten wird. Hier macht ihr euch erstmals mit der Steuerung und dem unglücklicherweise damit verbundenen Grauen vertraut. Zunächst einmal ist die Kamerasteuerung wirklich unter aller Sau, muss ständig nachjustiert werden, gewährt so gut wie keine Übersicht und ist gerade deswegen für enge Areale vollkommen ungeeignet. Gut, dass man nach einigen ziemlich chaotischen Kämpfen mit den feindlich gesinnten Soldaten schnell in Manhattan landet. Hier könnt ihr euch frei bewegen und euch erstmals wirklich mit der Steuerung beschäftigen. Der Unglaubliche Hulk erinnert vom Aufbau sehr stark an Spider-Man.
In der Stadt sind Punkte markiert, die es euch ermöglichen, die nächste, die Story vorantreibende Mission anzugehen. Daneben gibt es allerdings vieles zu entdecken und einiges zu zerstören.
Gerade Letzteres kann für eine gewisse Zeit richtig Spaß machen und vermittelt das Hulk-Feeling recht gut. Das nächste Taxi geschnappt und in dieses hässliche Hochhaus geworfen. Cool, es bleibt sogar darin stecken. Straßenlampen lassen sich ebenfalls herausreißen und als Baseballschläger missbrauchen, um einen Homerun mit dem nächsten Passanten zu schlagen. Hulk ist weiterhin in der Lage, an Häuserwänden hochzuklettern und von Dach zu Dach zu springen. In diesen Momenten macht Hulk wirklich eine gute Figur. Zudem ist bei der ganzen Zerstörungsorgie immer ordentlich was los, denn das Militär rückt euch immer weiter auf die Pelle. Schnell wird der positive Eindruck aber wieder durch wirklich peinliche Details gnadenlos vernichtet. Warum zur Hölle reißen geworfene Passanten und Soldaten gleich ganze Bäume aus oder noch schlimmer - sprengen bei Aufprall eine komplette Kolonne an Fahrzeugen in die Luft. Klar, Hulk beruht zwar auf einer Comicvorlage, aber durch diese Aktionen wirkt das Spiel unfreiwillig komisch. Und wenn man sich die enorme Weitsicht vom Dach eines Wolkenkratzers anschaut, wird einem wahrhaftig schlecht. Wir wussten gar nicht, dass Manhattan aus der Distanz wie ein gigantischer Haufen Stuhl aussieht.
Ebenfalls neu: Der Hulk ist bockfaul und nimmt auch mal gerne die nächste U-Bahn, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Wussten wir auch noch nicht, aber man lernt ja bekanntlich immer gern dazu. Naja, vielleicht sind wir auch ein wenig zu pingelig. Versuchen wirs also mal mit den Hauptmissionen
Langweiliges Gekloppe
Auch hier wirkt das Spiel leider zu lieblos. Die Missionen sind, bis auf einige, wenige Ausnahmen, völlig unmotivierend und langweilig gestaltet worden und unterscheiden sich im Prinzip überhaupt nicht voneinander. Mal müsst ihr zwar eine Person beschützen, mal einen Endgegner plätten, die meiste Zeit verbringt ihr allerdings damit, Soldaten und Robotereinheiten aus den Latschen zu hauen. Hulk verfügt dazu über diverse Schlagkombinationen und Spezialfähigkeiten, die ihr im Laufe des Spiels freischaltet. Dazu bedient sich das Spiel an dem so genannten Feat-System. Durch spezielle Vorgaben, wie das Zerstören einiger Autos, dem Rennen einiger Kilometer und vielen mehr, erweitert Hulk seine Fähigkeiten immer weiter aus.
Auf diese Weise kann der grüne Giftzwerg höhere und weitere Sprünge hinlegen, Sprinten und dabei alles über den Haufen rennen und sogar auf diverse Specialmoves zurückgreifen. Specialmoves lassen sich aber erst einsetzen, wenn ihr genügend Rage gesammelt habt. Egal was ihr auch gerade zu Mus schlagt, das Rage-Meter steigt an. Ist die Leiste voll genug, könnt ihr euch so beispielsweise selber heilen oder zum alles vernichtenden Hulk-Smash ausholen. Manche Gegner lassen sich sogar erst dann anständig zerstören, wenn ihr euch die herumliegenden Trümmer und Wracks zu Nutze macht. Diese könnt ihr dann auf fliegende Ziele oder dicke Panzer schleudern. Autowracks lassen später, wie in Ulitmate Destruction, sogar als Boxhandschuhe benutzen. Aber egal wie weit ihr eure Fähigkeiten auch ausbaut und verbessert die Kamerasteuerung bleibt beschissen. Bis es endlich mal klappt, einen Gegner mit der Lock-On-Funktion anzuvisieren werdet ihr vermutlich schon den rechten Analogstick aus Frust abgebissen haben. Aber das ist noch nichts im Vergleich zu den Kämpfen auf den Häuserdächern, denn was bringt euch die mächtigste Sprungkraft, wenn ihr im Eifer des Gefechts so gut wie nicht in der Lage seid, eure Sprünge aufgrund fehlender Übersicht koordinieren zu können und ständig ins Leere springt?
City of Stuhl
Immerhin machen die Bonusmissionen noch einigermaßen Spaß und bringen eine leicht erfrischende Brise in den frustrierenden Klopp- und Hoppsalltag. Hier müsst ihr beispielsweise eine vorgegebene Zeit auf einer festgelegten Strecke schlagen, in kürzester Zeit so viele Autos wie möglich zerstampfen oder durch Ringe springen.
Ihr merkt schon, wirklich viel hat Hulk nicht zu bieten und dementsprechend schnell macht sich auch die Müdigkeit breit. Hätte man ein wenig mehr Zeit in das Missionsdesign gelegt, wäre durchaus mehr drin gewesen. Gleiches gilt vor allem für die Technik. Ok, der Hulk selbst sieht noch ganz gut aus und auch die Animationen des Grünlings können weitestgehend überzeugen, wenn der Rest nur nicht zu miserabel wäre.
Nach einer Erkundungstour durch das virtuelle Manhattan haben wir Bekanntschaft mit jeder möglichen Form von Clippingfehlern, sinnlosen Kollisionsabfragen und matschigen Texturen gemacht, die das Gesamtbild einfach hundserbärmlich dastehen lassen. Höchstens in soundtechnischer Hinsicht kann sich Hulk hören lassen. Die Grunzer vom Hulk kommen gut rüber und der Sound während er die Stadt auseinander nimmt ist satt. Immerhin!
Der Unglaubliche Hulk im Test.
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