Dynasty Warriors: Gundam 2

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
THQ
Entwickler
Omega Force
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Dynasty Warriors: Gundam 2

Gesamtwertung

69 %/10

Grafik

Ausreichend

Sound

Ausreichend

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

8

Bedienung

7

Dynasty Warriors: Gundam 2

Alle Jahre wieder beehrt uns KOEI mit mindestens einem neuen Dynasty-Warriors-Teil. Und jedes Jahr aufs Neue müssen wir feststellen, dass die Serie nicht nur auf der Stelle tritt, sondern gleichzeitig auch mehr und mehr an Motivationsfähigkeit verliert. Letzteres ist die logische Konsequenz aus dem Mangel an Neuerungen und dem Nichtüberarbeiten des greisen Spielsystems. Nachdem man vor nicht allzu langer Zeit das Setting der Spiele aus der Vergangenheit in die Zukunft verfrachtete und daraus die Gundam-Serie schuf, erwartet uns nun der zweite Teil der SciFi-Saga. Dass diese keine Innovations-Bombe werden würde, war von Anfang an klar. Und doch haben sich die Entwickler zumindest in Sachen Quantität mächtig ins Zeug gelegt. Was das genau bedeutet und ob auch Dynasty Warriors: Gundam 2 qualitativ gesehen lediglich ein Hau-Drauf-Spiel der übelsten Sorte oder doch eine kleine Klopp-Perle ist, verrät der Test.

Kloppen, Sammeln, Knutschen!

Mit Erstaunen wird man nach dem ersten Starten von Dynasty Warriors: Gundam 2 den Umfang des Menüs betrachten.

Und nachdem man Erkundigungen über die einzelnen Modi und vor allem über den eigentliche Unterschied zwischen dem Offiziellen- und dem Missions-Modus eingeholt hat, darf man noch erstaunter über die Vielzahl der Spielfiguren sein, die sich einem präsentieren. Insgesamt gibt es diesmal nämlich dreimal so viele, also satte 60 Mobile Suits, die nur darauf warten, dass man sie freispielt und einsteigt.

Diese haushohen Blechmonster bilden das Gerüst, in das sich der jeweilige Protagonist begibt, um dann auf dem Schlachtfeld andere Metallbüchsen zu verkloppen. Doch die Zahl 60 ist dabei nicht nur quantitativ ansprechend. Die Mobile Suits unterscheiden sich tatsächlich stark von einander, was Angriffsvariationen und Handling betrifft. So macht es dann auch Spaß diese freizuspielen. Aus genau diesem Punkt des Spiels wird auch die meiste Motivation gezogen. Denn wer eine ausgefeilte Story erwartet, die einen an den Fernseher fesselt und des Nachts nicht schlafen lässt, bis man endlich die Credits über den Bildschirm flimmern sieht, wird enttäuscht.

Sowohl im Offiziellen Modus, in dem die Geschichte des zu Grunde liegenden Animes umrissen, aber nicht ausführlich geschildert wird, wie auch im Missions-Modus, der eher durch hohles Geschwafel, als durch stimmige Präsentation überzeugt, gibt es für Zocker, die noch nichts von dem ganzen Universum wissen, so gut wie nichts zu entdecken oder zu verstehen.

Doch glücklicherweise funktioniert das Dynasty Warriors-Prinzip ja auch, wenn man Analphabet ist. Auf den Buttons rumhämmern kann schließlich jeder. Die beiden Hauptmodi wurden ja bereits angeschnitten. Während der sogenannte Offizielle Modus dazu da ist, möglichst viele Gegner in den Blech-Himmel zu schicken und deren kaputte Teile aufzulesen, um diese dann wiederum für den Bau neuer, besserer Mechs einzusetzen, stellt der Missionsmodus das eigentlich Herz des Spiels dar. Dort spielen sich die Geschichten der einzelnen Charaktere ab.

Wie man sich vorstellen kann spielt dabei neben den Missionen auch das Erschaffen neuer Mechs eine große Rolle. Zudem muss man noch darauf achten, mit all den anderen Charakteren ein möglichst gutes Verhältnis aufrechtzuerhalten. Hat man beispielweise einen Protagonisten in einer Schlacht verwerflicher Weise im Stich gelassen, so sollte man einen Auftrag annehmen, bei dem man von vornherein weiß, dass eben jener Charakter irgendwann Hilfe benötigt und ihm diese dann auch nicht versagen. Schon ist alles wieder im Lot. Glücklicher- aber auch irgendwie sinnloserweise weiß man nämlich bereits vor jeder Mission, wie diese in etwa ablaufen wird. Im Übrigen bewegt sich der Storymodus nicht streng linear, man darf meist zwischen verschiedenen Aufgaben wählen und muss so ein stimmiges Gesamtkonzept der Kriegsführung entwickeln, in der sich alles die Waage hält: Ziel der Mission, Forschung und Aufrechterhalten guter Beziehungen.

Um das Ganze abzurunden, haben die Entwickler sich zudem entschieden, recht motivierende Prüfungen einzubauen, die es einem erst bei erfolgreichem Bestehen erlauben, bestimmte Mech-Klassen zu nutzen.

Siehe da: Noch mehr Kloppen!

Am eigentlichen Missions-Design hat sich leider sehr wenig bis nichts geändert. Noch immer versucht man durch Formulieren verschiedener Ziele nicht vorhandene Abwechslung vorzugaukeln. So laufen etwa Aufträge, wie "Zerstöre Mech XY", "Verteidige dieses und jenes Gebiet" und "Nimm dieses und jenes Gebiet ein" auf das immer gleiche Spielmuster hinaus. Man startet an einem Ende einer riesigen Karte, die voll von dummen Mobile Suit-Gegnern ist und hackt sich zu seinem Ziel, das meist am anderen Ende zu finden ist, vor. Dabei muss man nur in den seltensten Fällen taktisch vorgehen, etwa wenn man eine zeitlich begrenzte Mission startet.

Bis auf die verschiedenen Bosse, die einem überall auf den Karten samt Wachen auflauern, sind die Gegner lediglich verblödete Prügelknaben, die nur darauf warten, ordentlich verkloppt zu werden.

Dabei wäre im Übrigen ein reichhaltigeres Arsenal an möglichen Combos wünschenswert gewesen. So wird das Kloppen schnell unansehnlich, doch aus irgendeinem Grund nicht demotivierend. Das Gameplay spricht nach wie vor die niederen Urinstinkte an und bringt einen immer wieder dazu folgenden Satz zu wiederholen: "Den einen Vollpfosten hau ich noch um!" Das ist so bitter, wie es aussagekräftig ist. Eine nette kleine Neuerung enttarnt sich bei den Bosskämpfen, die diesmal nicht nur durchs Draufhauen in die Hölle geschickt werden, sondern auch durch lustige Quick-Time-Events.

Dass man das allerdings überhaupt erwähnen muss, liegt einfach nur daran, dass es sonst kaum Neuerungen gibt. Auch verzichtete man diesmal auf die japanische Sprachausgabe und Umlaute in den deutschen Untertiteln sucht man ebenfalls vergebens. Grafisch wurde im Übrigen auch kaum etwas verändert. Noch immer sind die Karten zwar sehr groß, dafür präsentieren sich die Umgebungs-Texturen aber immer noch mehr als karg und, ja man kann es schon so sagen, hässlich. Auch die Mechs könnten detaillierter daherkommen. Vor allem, wenn man im All kämpft wird deutlich, wie schwach der Titel in grafischer Sicht auf der Brust ist. Ein weiteres Manko ist die nervige Kameraführung, die den Blick zumeist überall hinlenkt, nur nicht dahin, wo es nötig wäre.

Fazit

Dynasty Warriors: Gundam 2 bleibt, wie sollte es anders sein, seinen Wurzeln treu. Und diese sind vor allem durch ihr eintöniges Gameplay und den abwechslungsarmen Spielverlauf bekannt. Doch das Erfolgsrezept dürfte auch diesmal wieder aufgehen, denn aus einem mir unerfindlichen Grund motiviert der Titel für sehr lange Zeit. Ein Erklärungsversuch: Vielleicht liegt das nicht zu letzt an dem umfangreichen Karrieremodus, der durch ein einfaches Konzept, das jedoch unglaublich gut greift, immer wieder an die Mattscheibe lockt. Man will all diese verdammten Mechs freischalten und deren Fähigkeiten erkunden, wohl gemerkt in dem Wissen, dass man nicht viel erwarten darf. Und man will all diese verfluchten Lizenzen, um auch ja jeden Mech nutzen zu dürfen. Und vor allem will man all diese eintönigen Missionen erfolgreich abschließen, um am Ende dieses Höllenspiel zu besiegen. Warum man das will? Ich habe wie gesagt keine Ahnung. An dem angesprochenen schwachen Gameplay kann es genauso wenig liegen, wie an der schlechten grafischen Seite. Immerhin kann man aber seinen Freunde im Multiplayer-Modus dann mit den besten Mechs so richtig auf die Glocke geben. Wer also Neuerungen erwartet, wird enttäuscht. Wer ein anständiges Gameplay erwartet, wird enttäuscht. Wer eine gute Geschichte erwartet, wird enttäuscht. Und derjenige, der einfach ne Runde Kloppen und dabei motiviert werden will, noch ein paar tausend mehr von den virtuellen Dummbatzen zu vermöbeln, ist bei Gundam 2 genau richtig.

Dynasty Warriors: Gundam 2

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