Gesamtwertung67%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Bisher waren die Entwickler aus dem Hause Electronic Arts für Simulationen in jedweder sportlichen Disziplin bekannt; dabei stand - egal ob Fußball, Eishockey, Basketball oder Boxen stets der Realismus im Vordergrund. Überraschend also, dass man mit dem jüngst gegründeten Label EA Freestyle neue Wege gehen will. Den Anfang soll dabei Faceer machen, der erste hauseigene Arcade-Boxtitel, in welchem sich der Spieler fernab aller Regeln, Realismus und Lizenzpaketen von Boxring zu Boxring prügeln darf. Wir haben uns den Debüttitel einmal näher angesehen.
Die Herren der Ringe
Im Vergleich zu anderen Titeln des Genres setzt man bei Entwickler EA auf einen abgespeckten Karrieremodus und verzichtet gänzlich auf eine Hintergrundgeschichte. Im Vordergrund stehen somit nur die zwölf spielbaren Protagonisten, von denen rund die Hälfte noch freigeschaltet werden müssen; Hauptbestandteil ist zudem der schnelle Kampf mit anderen Kontrahenten. Im kurzweiligen Karrieremodus ist es indes die Aufgabe mit jedem Charakter vier Gürtel zu ergattern und damit vier Turniere zu bestreiten.
Dabei besteht ein Turnier meist aus zwei bis drei Kämpfen mit leichteren Vorrundengegnern, bevor schließlich der Champion selbst in den Ring steigt. Schade nur, dass die vier Wettkämpfe stets gleich besetzt sind. Sprich, egal mit welchem Charakter in ein solches Turnier geht, Ihr werdet immer den gleichen Gegnern gegenüberstehen. So tritt man beispielsweise im ersten möglichen Turnier in der Vorrunde gegen den Schönling Romeo, später dann gegen den World of Warcraft-süchtigen Steve an. Nicht zuletzt dadurch verkommt der Einzelspielermodus schnell zur kurzweiligen und abwechslungsarmen Unterhaltung, woran auch die zu ergatternden Trophäen und freischaltbaren Kostüme motivationstechnisch nichts ändern.
Die Charaktere können indes vollends überzeugen, sind durchaus individuell und präsentieren sich aufgrund zahlreicher Rollenklischees sehr charmant. So tritt der computerspielsüchtige Steve, in der Rolle des Couchpotatoes, im Superheldenoutfit an, um den Gegner das Fürchten zu lehren.
Brick, ein etwas naiver und dümmlich geratener Boxer, der dem Wort Stiernacken eine neue Bedeutung einräumt, erfüllt das Klischee des stupiden Sportlers. Weitere Protagonisten wie Voddoo, ein afrikanischer Schamane, und ICE, ein junggebliebener, cool wirkender Großvater, sind als verrückt individuelle Kämpfer ebenso spielbar, wie weitere acht Boxer.
Schlag dich schlau!
In Sachen Gameplay erntet der Titel dafür aber reichliche Minuspunkte. Zwar ist die Steuerung nicht gerade schwer zu erlenen und die Tastenbelegung mit tiefen und hohen Schlägen, einem Wurf und den er die Spezialattacke eines jeden Charakters sowie eine Blocktaste nicht überladen. Dennoch erfordert die Umsetzung von Beginn an viel Übung und frustriert dementsprechend Anfänger wie Fortgeschrittene.
Betritt man also einen Ring, so startet der Gegner sogleich eine Serie an tiefen und hohen Schlägen mit dem Versuch den Spieler in die Ecke zu drängen; dabei greift jeder Kontrahent auf eine gewisse Strategie zurück, ein Rhythmus an Schlagkombinationen, den er immer wieder zum Einsatz bringt. Für den Spieler gilt es somit zu allererst die verschiedenen Jabs zu kontern, ihnen auszuweichen, oder diese abzuwehren. Dies gelingt, indem zur richtigen Zeit die entsprechende Blockkombination gedrückt und dann eisenhart zurückgeschlagen wird. In einem rasanten Arcade-Boxtitel ein durchaus schwieriges Unterfangen, was viel Übung erfordert. Zudem ist es den Gegnern möglich den Spieler durch geschickte Würfe in die kurzzeitige Benommenheit zu schicken - Gegenwehr ist dabei kaum möglich, was das Gameplay zäh und frustrierend, die Gegner übermächtig wirken lässt.
Übermächtig ist in vielerlei Hinsicht auch der Spezialangriff der Charaktere, der er, welcher in verschiedenen starken Formen ausgeführt werden kann.
Wie mächtig dieser ist, hängt dabei von dem Status der erleiste ab, die sich durch gelungene Schlagkombinationen und Abwehraktionen am Stück auflädt. Ist die Leiste komplett aufgeladen, kann dabei der Faceer eingesetzt werden, welcher den Kampf sofort beendet. Ansonsten gilt es drei Runden im Ring zu bestehen und den Gegner drei Male auf die Matte zu schicken, oder nach den besagten drei Runden im Sudden Death gegen diesen zu gewinnen, um den Kampf für sich zu entscheiden.
Onlineprügelei
Das eigentliche Herzstück des Spiels ist somit zweifelsohne der Mehrspielermodus, der die KI-Schwächen, sowie die mangelnde Abwechslung im Kampf durch unberechenbare menschliche Gegenspieler kompensiert. Dazu darf man Online- aber auch Offline zum Beispiel im Couch-Royal-Modus mit bis zu sechs Spielern in guter alter Survival-Manier um den Titel kämpfen. Im Wohnzimmer daheim wird dazu einfach der Controller weitergereicht und gewisse Regeln festgelegt.
Diese übernimmt man aus den anderen Modi und bestimmt so, wann ein Sieg erfolgt, ob Niederschläge in den nächsten Kampf übernommen werden und wer gegen wen antritt. Online stehen indes Bestenlisten und selbst erstellte Turniere zur Verfügung, um sich mit anderen zu messen. Ein ganz besonderes Feature ist jedoch die Tauschbörse für erstellte Charaktere; denn wer nicht über einen Vision-Cam verfügt, aber dennoch mit einem erstellten Protagonist in den Ring steigen will, lädt sich einfach einen von anderen Spielern gestalteten meist prominenten Zeitgenossen herunter. So kämpft der Spieler in der Rolle von Michael Jackson gegen Sylvester Stallone oder mit Chuck Norris gegen Arnold Schwarzenegger. Selbstverständlich können auch eigene Charakterkreationen mit der Vision Cam erstellt, hochgeladen und getauscht werden.
Etwas Facelift nötig
Eigentlich sollte der Spieler, bzw. der Gegner im Ring ein neues Gesicht verpasst bekommen; dennoch lässt sich dieser Umstand ebenso auf die technische Seite des Titels übertragen.
So präsentiert sich die Grafik zwar durchaus ansprechend, der Comic-Look weiß zu überzeugen und jeder Charakter entwickelt im Verlauf seinen ganz eigenen Charme; auch die Schauplätze sind auf dem ersten Blick abwechslungsreich gehalten.
Leider muss jedoch unterstrichen werden, dass solch eine Grafik keine Konsole der nächsten Generation zwingend voraussetzt. So wirken viele Schauplätze beim genauen Blick zu einfallslos, bewegungsarm und trist, viele Charaktere zu kantig und Animationen und vor allen Dingen Effekte nicht immer auf der Höhe der Zeit. Viel Luft nach oben also, auch wenn das Gesamtpaket in sich stimmig ist.
Weniger stimmig ist dafür der Sound, der sich in weiten Teilen des Spiels nur auf ein paar Effekte, Sprachsamples der Charaktere und etwas Hintergrunduntermalung während den Kämpfen beschränkt. Besonders die Charaktere hätten durch abwechslungsreichere Provokationen vor dem Kampf mehr an Persönlichkeit gewinnen können. Stattdessen spricht der Charakter im Verlauf eines Kampfes maximal zwei Sätze wirklich schade.
Gut gelungen indes sind wiederum das EA Trax-Feature, welches während der Menüführung auf ein Repertoire bekannter und weniger bekannter Künstler zurückgreift, um den Spieler in die nötige Stimmung zu versetzen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
FaceBreaker im Test.
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