Gesamtwertung55%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Der Sommer 2005 brachte uns nicht nur ein geiles Wetter, sondern zudem auch das erste Mal die Adaption des wohl erfolgreichsten Marvel Comics aller Zeiten, der wie könnte es anders sein aus der Feder von Comiclegende Stan Lee stammt. Die Kinoadaption des Comicstoffs, in der vier Astronauten im Weltraum kosmischer Strahlung ausgesetzt werden, die ihnen unterschiedliche Superkräfte verleiht, war an den Kassen erfolgreich und erreichte ein weltweites Einspielergebnis von über 325 Millionen Dollar. Nun kommt am 09. August 2007 der zweite Teil der Fantastic Four in die Lichtspielhäuser, der den Titel Rise of the Silver Surfer trägt. Passend zum Kinofilm hat sich 2K Games an die Videospielumsetzung des fantastischen Stoffs rangewagt und veröffentlicht bereits am 27. Juli das Spiel zum Film, und zwar für alle gängigen Plattformen.
Silver Surfer - Vorbote des Todes
Die Geschichte des zweiten Kinofilms und der Spielumsetzung ist schnell erklärt.
Im ersten Teil hatten es die Fantastic Four noch mit ihrem Erzfeind Dr. Doom zu tun, der allerdings am Ende des Films durch eine Supernova mit anschließender kalter Dusche besiegt wurde.
Im neusten Teil bekommen es die Vier allerdings mit einem viel stärkeren Gegner zu tun dem Silver Surfer. Während der Hochzeitszeremonie von Reed, alias Mr. Fantastic und Susan, dem unsichtbaren Girl, rast ein Komet auf die Erde und verwüstet die Stadt. Johnny, die menschliche Fackel und Ben, auch das Ding genannt, stellen fest dass es sich um einen außerirdischen Besucher handelt, der droht die Menschheit zu vernichten. Und irgendwie scheint auch Dr. Doom wieder auferstanden zu sein.
Da wir den Kinofilm bislang noch nicht gesehen haben, können wir leider auch nicht mit Sicherheit sagen, ob sich das Spiel komplett an die Geschichte des Kinofilms hält. Aber das ist auch nicht wirklich wichtig, da das Spiel mit 100%iger Sicherheit nicht die Klasse des zweiten Films erreicht. Da müssen wir auch nicht lange um den heißen Brei rumreden, hier haben die Entwickler von Visual Concepts einfach nicht genügend Sorgfalt walten lassen.
Bei Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer handelt es sich um ein einfaches Hau-Drauf-Prügelspiel, das mit einigen wenigen Ausnahmen leider nicht allzu viel zu bieten hat. Ohne größeren taktischen Anspruch prügelt ihr euch mit den vier Superhelden entweder im Einzelspieler- oder via Co-op-Modus mit bis zu vier Spielern durch die Straßen von New York und andere Schauplätze des Films und heizt den Schergen von Dr. Doom oder den außerirdischen Skrulls ordentlich mit euren fantastischen Kräften ein. Seid ihr im Einzelspielermodus unterwegs könnt ihr mittels Knopfdruck auf das Steuerkreuz die Charaktere wechseln, was an bestimmten Stellen im Spiel unabdingbar ist, um weiter voranzukommen. Steht ihr beispielsweise vor einer riesigen Steinwand, hat nur das Ding genügend Power die Steine beiseite zu schaffen.
Oder müsst ihr zum Beispiel über ein Hindernis kommen, dann könnt ihr mit den Kräften der menschlichen Fackel einfach darüber fliegen. Seltsamerweise stehen euch die Superkräfte nicht dauerhaft zur Verfügung, sondern diese müssen sich zeitweise neu aufladen, um wieder angewendet werden zu können. Habt ihr keine Superpower mehr, müsst ihr euch mit Händen und Füßen zur Wehr setzen und den gegnerischen Horden mit klassischen Schlag- und Trittkombos entgegensetzen. Das wars dann im Großen und Ganzen auch schon.
Gar nicht so fantastisch
Im Grunde genommen ist das Grundgerüst des Spiels gar nicht mal verkehrt. Es macht anfangs schon Spaß, den Feinden mit den Kräften der Vier entgegenzusetzen und diverse Schalterrätsel zu lösen. Allerdings lässt der Spielspaß zu schnell wieder nach, da es hier den Entwicklern offensichtlich an Einfallsreichtum gefehlt hat.
So werdet ihr nach wenigen Spielminuten merken, das Reed und Susan am wenigsten auf dem Kasten haben und sich eigentlich nur Ben dazu eignet, den Horden an Gegnern eins auf die Mütze zu geben. Er ist nämlich der Einzige im Team, der die nötige Kraft dazu hat und zudem auch Gegenstände wie beispielsweise Kisten oder sogar Autos zu werfen vermag.
Aber der eigentliche Star des Spiels ist Johnny, der hier genauso wie im Film die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er brennt nämlich nicht nur richtig cool, sondern vermag es auch zu fliegen wie Superman. Dieses nützliche Feature spendiert der menschlichen Fackel sogar einige Solo-Spielabschnitte, in denen er unter anderem dem Silver Surfer hinterjagen muss oder durch schmale Tunnel fliegt.
Die Steuerung sowie das eigentliche Spielsystem sind gut umgesetzt und gehen auch ordentlich von der Hand. Dummerweise bietet der Spielablauf währenddessen einfach nicht genügend Abwechslung, da ihr die meiste Zeit damit beschäftigt seid, saublöde Gegner ohne Hirn zu vermöbeln.
Selbst die simplen Schalterrätsel und die Team-Moves, die ihr während der Scharmützel anwenden könnt, lassen zu schnell Langeweile aufkommen und können einfach nicht länger an das Gamepad fesseln. Grafisch und auch soundtechnisch ist der Titel leider ebenfalls kein Brett. Detailarme Texturen, triste Umgebungen und ein wenig kreatives Leveldesign trüben hier den Gesamteindruck. Einzig und allein die Zwischensequenzen sowie einige Effekte bei Anwendung der Superkräfte zeugen hier von Qualität, der Rest enttäuscht leider auf ganzer Linie, da er einfach nicht von der Power der Next-Generation-Konsolen gebrauch macht.
Auch kein fantastischer Sound
Die deutsche Sprachausgabe hinterlässt einen gespalten Eindruck. Zwar haben sich die Synchronsprecher hörbar mühe gegeben, trotzdem klingen viele Sprüche wie Hey, das ist voll geil, oder pass doch besser auf, an vielen Stellen einfach nur unpassend und wiederholen sich auch zu oft. Seltsamerweise war der Ton bei der Xbox 360-Variante des Spiels klar besser, was auf eine etwas verkratze Soundunterlegung bei der PlayStation 3-Version zurückzuführen ist.
Warum der Ton auf der Sony-Konsole irgendwie leicht verzerrt klingt, wissen wir leider nicht. Vielleicht liegt es auch am Testmuster, das keine originale Verkaufsversion gewesen ist. Jedenfalls ist das aktuellste Update von Version 1.82 aufgespielt gewesen und es war auch alles korrekt angeschlossen. Das verstehe wer will!?
Um es auf den Punkt zu bringen: Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer ist leider kein allzu gutes Spiel geworden, bei dem viel Potenzial verschenkt worden ist. Daher wird es auch für Fans der vier Superhelden keinesfalls ein Kaufgrund sein. Wer dieses Spiel nicht gespielt hat, der hat auch nichts verpasst. Da empfehle ich euch, das hart verdiente Geld lieber in eine Kinokarte für den zweiten Kinofilm oder die DVD des ersten Teils zu investieren. Da habt ihr wirklich mehr davon!