Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wer in diesem Jahr noch keinen Urlaub gebucht, oder kein Geld für einen Trip in die Sonne hat, der sollte sich Ubisoft's neusten Titel für die Xbox 360 einmal näher anschauen. Denn mit Far Cry: Instincts Predator spendieren euch die Entwickler einen Abenteuer-Survival Urlaub in karibischem Flair. Blauer Himmel, kristallklares Wasser, weißer Sandstrand wohin das Auge blickt und sanft im Wind wiegende Palmen inklusive. Doch Vorsicht! Die Ruhe täuscht. Denn die Einheimischen wollen euch direkt ans virtuelle Leder. Nach dem Konsolendebüt auf der Xbox, wollen die Entwickler von Ubisoft euch nun auch auf der Next-Generation Konsole zeigen, wo der Action-Hammer hängt. Wir waren zu einem ausgiebigen Erkundungstrip auf den Inseln und berichten von unserem nicht ganz so erholsamen Urlaub.
Ihr befindet euch zu Beginn eures Abenteuers als Jack Carver, Macho mit Hang zu hässlichen Hawaii Hemden, an Bord eines kleinen Kutters. An eurer Seite eine attraktive Lady, die irgendetwas von einem Auftrag faselt. Noch ehe ihr recht wisst, was die Dame da überhaupt von euch verlangt, hat sie sich auch schon zu einer Insel-Spritztour fort gemacht, und ihr steht allein auf dem Deck. Was tut ein Actionheld in diesem Moment? Er nimmt eine erholsame Mütze Schlaf. Doch dieser wird jäh vom Knattern einiger Hubschrauber gestört. Noch ehe sich Jack versieht, werden einige MG-Salven auf ihn abgefeuert.
Da hilft nur noch der beherzte Sprung ins Wasser. Kurze Zeit später, nachdem ihr eure Verfolger abgeschüttelt habt, befindet ihr euch mitten in einem tropischen Action-Adventure erster Güte.
Doch nicht falsch verstehen: Bei Instincts handelt es sich nicht um eine komplett für die Xbox 360 umgekrempelte Grafikengine. Lediglich ein wenig Schwächen der Xbox-Fassung wurden ausgemerzt. Auch die Popups fallen nun nicht mehr so stark ins Gewicht.
Damit ihr auf den großen Inseln euch nicht verlauft, haben die Entwickler dem HUD eine Karte spendiert, die euch eure Position, das aktuelle Missionsziel, sowie eure Gegner in unmittelbarer Umgebung anzeigt. Mittels Fernglas mit eingebautem Sender, belauscht ihr Gespräche und sammelt Informationen. Damit ihr euch keine Blasen lauft, könnt ihr diverse Fahrzeuge zu euren Zwecken benutzen.
Natürlich muss Jack sich bei der Gegnerüberzahl permanent seiner Haut erwehren. Dazu gibt es Pistolen mit und ohne Schalldämpfer, MGs, Granaten oder stationäre MGs. Diese findet ihr, ebenso wie Medipacks, in den weiträumigen Levels verteilt, oder sammelt sie bei euren niedergestreckten Gegnern auf.
Apropos Gegner. Wurden diese seinerzeit auf dem PC noch als revolutionär ihre KI betreffend angepriesen, mussten sie schon auf der Xbox deutlich Federn lassen. Und auch Predator beschert nicht wirklich beeindruckende künstliche Intelligenz. Zu oft reicht ein Schuß in Richtung euer Gegner oder stehen diese einfach nur in der Ecke herum. Schade, wäre aufgrund der Hardware der Xbox 360 doch mehr möglich gewesen. Ein weiteres Problem ist die strenge Linearität des Titels. Ihr müsst die vorgegebenen Ziele abklappern, und selbst der Levelaufbau ist äußerst stringent. Unsichtbare Mauern, und unüberwindbare Wände begrenzen euren Weg.
Um an dieser Stelle von der wirklich ausgezeichnet geschriebenen Story nicht allzu viel zu verraten, sei kurz erwähnt, dass es um moderne Piraterie, Guerilla-Kriege und eine Menge dubioser Vorfälle und Machenschaften seitens der Regierung geht.
Spielerisch stehen euch mehrere Vorgehensweisen zur Verfügung. Entweder, ihr schleicht in Sam Fisher Manier durch die Levels und killt mehr oder minder lautlos. Oder ihr verlasst euch auf die Rambo Methode.
Dank eurer Mutationen, welche ihr in Instincts erhalten habt, könnt ihr wesentlich besser sehen, laufen und kämpfen. Dies ist auch dringend nötig, denn die Gegnerzahl wurde deutlich nach oben geschraubt. Leider nicht deren KI. Denn unterm Strich ist Evolution kaum mehr, als eine Art hübsch gestaltetes Addon. Die verbesserte Grafik stellt äußerst realistisch wirkendes Wasser dar und die Flora wirkt nun stellenweise noch dichter. Aber das war es dann auch schon.
Neben dem imposanten Urlaubsflair, beeindrucken die deutschen Synchronsprecher, allen voran Rauhbein Jack Carver, der immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat. Zwar gibt es keine Lippensynchronität, doch machen die Hauptcharaktere auch so gute Arbeit. Dies kann man allerdings den Statisten nicht bescheinigen. Ähnlich einem Strategie-Titel, verfügen sie lediglich über ein begrenztes Sprachrepertoire, welches sich zu oft wiederholt. Da wäre eindeutig mehr drin gewesen. Witziger sind da schon die Gespräche der NPCs untereinander.