Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Leben ist manchmal unfair. Manche Sachen, die man sich unbedingt wünscht, bekommt man. Andere hingegen einfach nicht. So ist es auch in der Welt der Videospiele. Einige Titel bleiben exklusiv für eine Plattform, obwohl sich die Fans eine Portierung wünschen. Ein Metal Gear Solid wird nicht auf der Xbox 360 zu finden sein. Umgekehrt wird auch ein Gears of War nicht auf dem Wii das Licht der Welt erblicken. Als F.E.A.R. für den PC heraus kam, hieß es, dass keine Pläne existierten, das Spiel für Next-Gen Konsolen umzusetzen. Doch siehe da. Die Entwickler besonnen sich eines Besseren und nun steht der Horror-Shooter in den Händlerregalen. Ob er an das PC-Vorbild heranreicht oder es sogar noch übertrumpft, erfahrt ihr in unserem F.E.A.R.-Test.
Alles neu?
Was ein Jahr doch ausmachen kann. Nachdem im vergangenen Jahr F.E.A.R. auf dem PC erschien und dort reichlich für Furore gesorgt hatte, erklärte Vivendi später, man würde den Titel in diesem Herbst für die Xbox 360 auf den Markt bringen.
Von solch vollmundigen Ankündigungen motiviert, wagten wir uns ins Next-Gen Gefecht, bereit, dem Horror ins Gesicht zu blicken. Dabei sollen uns vier Buchstaben das kalte Grauen lehren. F.E.A.R. steht für First Encounter Assault Recon, ein Elite-Squad, welches sich mit paranormalen Geschehnissen befasst. Dabei solle der Titel sowohl optisch als auch spielerisch eine verbesserte PC-Version sein und den bisherigen Genrekönig Condemned: Criminal Origins in den Schatten stellen.
Als Mitglied dieser Einheit jagt ihr Paxton Kettel, einen mächtigen Psychopathen, der seinen Opfern das Gesicht abschneidet und diese verspeist. Dadurch könne er, so Kettel, ihre Erinnerungen sehen und in sich aufnehmen. Natürlich muss dieser kranke Mann eliminiert werden. Unterstützt wird Paxton bei seinen Machenschaften von einem Bataillon hochgerüsteter Soldaten.Die meiste Zeit des Spiels verbringt ihr also damit, den Psychopathen durch Militärkomplexe zu jagen und dabei die Wahrheit hinter all dem Wahnsinn herauszufinden, indem ihr Informationen von Laptops und Telefonaten sammelt. Dabei wird die Handlung durch in-game Cutscenes zusammengehalten, welche die äußerst dichte Atmosphäre in ihrer Dramatik bestärken. Welche Rolle dabei ein kleines Mädchen spielt, welches permanent eure Wege kreuzt, und warum doch vieles anders ist, als es scheint, müsst ihr selbst herausfinden.
Doch nicht nur die spannende Story ist es, welche F.E.A.R. vom Horroreinerlei abhebt. An jeder Ecke kann das Grauen lauern. Der bloße Veracht ist es, der dem Spieler die Nackenhaare aufstellt. Spartanisch eingesetzte Geräusche und zahlreiche Schockeffekte sorgen für Nervenkitzel. Ein Beispiel gefällig?
Bereits zu Beginn des Spiels gibt es einen Moment während ihr auf einer Leiter empor klettert. In dem Moment, als ihr oben ankommt und euch umdreht, schaut ihr Alma, dem kleinen Mädchen direkt ins Gesicht. Dieser Schreckmoment ist auf dem Bildschirm einmalig in Szene gesetzt.
Die meiste Zeit jedoch seid ihr damit beschäftigt, durch Korridore zu rennen und den wirklich clever agierenden Gegnern das Lebenslicht auszublasen, bevor diese es mit euch tun können. Hier ist der Rambo ebenso gefragt, wie der aus dem Hinterhalt agierende Einzelkämpfer in euch. Da ihr euch überwiegend im Dunklen fortbewegt, verfügt ihr über eine kleine Lampe, welche an eurem Kopf befestigt ist. Wenn ihr sie jedoch zu lang am Stück benutzt, müsst ihr damit rechnen, in entscheidenden Momenten ohne Saft dazustehen, da sich die Akkus von Zeit zu Zeit aufladen müssen. Ähnliches kennt ihr aus Doom 3. Leider verzichtet das Spiel auf Quicksave und Quickload-Funktionen, wodurch ihr auf die relativ fair gesetzten Auto-Saves des Spiels angewiesen seid.
Einzig nicht artig
Was F.E.A.R. weiterhin von vielen anderen Horror-Shootern unterscheidet, ist die SlowMo-Technik. Mit ihr verlangsamt ihr für eine begrenzte Dauer die Zeit um euch herum, und könnte so eure Widersacher besser aus dem Weg räumen.
Während unserer Testsessions mussten wir in der Tat einige Male auf dieses Feature zurückgreifen, da gerade in Gruppen die Gegner wirklich überlegt agieren und extrem gut schießen - und auch eine Menge Blei vertragen.
Während gerade in Shootern die KI oft strohdumm ist, agieren die F.E.A.R.-Kontrahenten weitgehend logisch und kommunizieren untereinander, ziehen sich in sichere Gebiete zurück, wenn sie merken, dass sie unterlegen sind, und umkreisen euch. So sollen sich Next-Gen Charaktere verhalten!
Um euch eurer Haut zu erwehren, spendieren euch die Entwickler ein umfangreiches Waffenarsenal wie eine Shotgun, einen so genannten Penetrator, mit welchem ihr eure Gegner regelrecht an die Wand nageln könnt, da er spitze Metallnägel verschießt oder auch der Particel Beam Waffe, die eure Gegner in einen feinen blutroten Nebel vaporisieren. Doch auch ein Squad-Mitglied hat nur eine begrenzte Lastenkapazität. Das hat zur Folge, dass ihr maximal drei Waffen gleichzeitig im Einsatz haben könnt. Somit müsst ihr gegebenenfalls eure Waffen aufsammeln und gegen andere austauschen.
Doch nicht nur der Umgang mit den Waffen macht einen Heidenspaß. Auch die Interaktivität mit der Umgebung kann sich sehen lassen. Von der Kaffeekanne, über den Laptop, bis hin zu Schreibtischen: Nahezu alles kann zerschossen, zerstört und in die Luft gejagt werden. Leider haben es die Entwickler versäumt vor allem in die Bürokomplexe eine gewisse Abwechslung hinein zu bringen. Ein Manko, welches auch schon auf dem PC kritisiert wurde. Die ewig gleich anmutenden Büros und tristen Gänge erwecken auf Dauer durch ihre Monotonie ein wenig Müdigkeit im Spieler.
Und auch die Singleplayer-Kampagne ist mit zehn bis zwölf Stunden Spielzeit nicht gerade umfangreich ausgefallen. Doch diese haben es in sich und lassen keine Minute Zeit zum Verschnaufen.
Mach mir das Team
Obwohl auch der Multiplayer eine Menge Spaß macht, reicht er bei weitem nicht an Vergleichstitel wie Ghost Recon Advanced Warfighter oder Call of Duty 2 heran. Zwar dürfte ihr eine Menge Einstellungen vornehmen und damit das Spiel individuell auf eure Leistungen anpassen, doch die wenigen Spielmodi, die den typischen Multiplayer-Optionen der Konkurrenz entsprechen, sind nicht so atemberaubend wie der Solo-Part.
So sieht der Horror aus
Auch wenn ihr einen Großteil der Handlung durch die Dunkelheit stolpert, erkennt ihr bereits zu Beginn des Spiels,dass es sich bei F.E.A.R. optisch durchaus um einen Next-Gen Titel handelt.
Vor allem die Licht- und Schattenspiele sind eine der Stärken des Shooters. Auch die Partikeleffekte und die akkurate Physik wissen zu überzeugen. Da der Titel viel Gewalt beinhaltet, ist er für Jugendliche unter 18 Jahren nicht erhältlich.
Zu der sauber programmierten Grafik mit ihren gestochen scharfen Texturen gehört ein eindrucksvoller Sound, der dank 5.1 Surround der Akustik eines Condemned in nichts nachsteht. Auch die Waffen klingen überzeugend und die Synchronsprecher arbeiten auf hohem Niveau. Es ist eben das perfekte Zusammenspiel aus innerer Furcht und tatsächlich präsentierten Geschehnissen, die sowohl optisch als auch akustisch F.E.A.R. zu einem Festmahl machen.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
F.E.A.R. im Test.
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