Gesamtwertung88%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Jahrelang hieß der Primus unter Fußballsimulationen Pro Evolution Soccer; der Erfolgsgarant dabei sicherlich das authentische Gameplay sowie die ausgereifte Ballphysik. Das Pendant aus dem Hause EA Sports musste sich hingegen jährlich vorwerfen lassen kaum mit Verbesserungen aufzuwarten und trotz riesigem Lizenzpaket und guter Grafik stets die zweite Geige zu spielen. Mit dem Zeitalter der NextGen-Konsolen jedoch wendete sich das Blatt; so blieb PES den Fans in den letzten zwei Jahren einiges schuldig, während FIFA den Vorsprung zum einstigen Spitzenreiter nach und nach wettmachte. Nicht verwunderlich also, dass FIFA in diesem Jahr sogar den Sprung nach ganz vorne schaffen könnte.
Kick it like Kevin
Zugegeben, lässt das in der Nationalmannschaft auf dem Abstellgleis befindliche Testmonial in Form von Kevin Kuranyi nicht gerade auf einen anspruchsvollen Titel schließen; dennoch überzeugt der neuste FIFA-Ableger schon beim ersten Anspielen auf ganzer Linie.
Die zahlreichen angekündigten neuen Animationen fallen sofort ins Auge und lassen das Spiel flüssiger wirken. Kopfbälle, Schüsse, Tricks, Stürze, aber auch Jubelstürme wirken so viel runder und weniger kantig als noch im Jahr zuvor. Besonders fällt dies bei Kollisionen verschiedener Spieler ins Auge. Diese setzen Arme und Schultern gezielt ein um an den Ball zu kommen und den Gegner damit ins Wanken zu bringen; schön auch, dass auch Kollisionen eigener Spieler ins Gewicht fallen. So bringt eine Grätsche nicht nur den Gegner zu Boden, sondern nicht selten auch den eigenen Mannschaftskamerad.
Mit einer präziseren Steuerung lassen sich überdies Pässe genauer timen und steuern. Dadurch, dass der Spieler nun auch die Härte des Passes bestimmt, wirken diese dynamischer. So haben technisch Schwache Spieler beispielsweise ihre Schwierigkeiten einen solchen anzunehmen und nicht selten lassen sie diesen zur Freude des Gegners zu weit prallen; zu leichte Pässe werden indes von gegnerischen Spielern rasch abgelaufen, ermöglichen aber auf kurze Distanzen ein schnelles Passspiel.
Konter werden dadurch gefährlicher und der tödliche Pass führt öfter zum gewünschten Torerfolg, welcher durch einen individuellen Jubel zelebriert werden kann. Dass dies zahlreihe Partien Übung bedarf, steht dabei außer Frage, erweist die neue Steuerung besonders für Alteingesessene durchaus gewöhnungsbedürftig und für Anfänger sichtlich frustrierend.
Sämtliche Modi ausgebaut
Weniger gewöhnungsbedürftig, weil bereits bekannt, präsentiert sich der Be A Pro Modus in diesem Jahr ausgereifter als noch zuvor. So ist es im aktuellen Ableger möglich seinen eigens erstellten Spieler oder einen bekannten Superstar in vier Spielzeiten zu steuern, diesen mit guten Leistungen einen Stammplatz zu sichern und so letztlich auch in der jeweiligen Nationalmannschaft den entscheidenden Unterschied auszumachen.
Warum man den Modus jedoch nur auf vier Spielzeiten beschränkte bleibt indes im Unklaren, ist der Druck bereits vom ersten Spiel an alles zu geben immens. Dass sich dieser Modus dabei in Zukunft auch auf den Onlinebereich erstrecken würde war abzusehen. Das Ergebnis sind in diesem Jahr mögliche Multiplayerpartien mit bis zu 19 Spielern, wobei jeder eine feste Position außer der des Torwarts einnimmt. Diese verliefen während unseren Testphasen ohne erhebliche Ruckler und Slowdowns; dennoch sind diese aufgrund unterschiedlicher Fähigkeiten einzelner Spieler und im Verlauf des Spiels desaströse Positionstreue oft nervenzehrend.
Dabei helfen auch die individuellen taktischen Möglichkeiten, auf welche in diesem Jahr erheblichen Wert gelegt worden ist. Mit knapp 200 Taktiken lässt sich so auf jede Situation explizit reagieren und Aufstellungen sowie Formationen an die geänderten Verhältnisse anpassen. Für den Laien sicherlich zu fordernd und zeitaufwendig, sind diese Möglichkeiten für Profis herzlich willkommen um das Onlinespiel dynamischer und spannender zu gestalten.
Zu guter Letzt integrierte man mit der adidas Live Season erneut ein innovatives Feature, welches den Realismusgrad einer Fußballsimulation eine Stufe höher schraubt. Hierbei hat der Spieler die Möglichkeit für eine ausgewählte Liga wöchentlich Aktualisierungen herunterzuladen, welche die Form und die derzeitige Verfassung der realen Vorbilder widerspiegeln. Befindet sich beispielsweise das Testmonial Kevin Kuranyi in schlechter Verfassung und wird in den Bundesligapartien am Wochenende mit Tadel und schlechten Wertungen überhäuft, wird der Nationalspieler ebenfalls in FIFA 09 für einen gewissen Zeitraum ein Formtief haben.
Neue Stärken, alte Schwächen
In technischer Hinsicht vertraut man auf Altbewährtes - ein zweischneidiges Schwert, wie sich jedoch herausstellt. Man integrierte also zahlreiche neue Animationen und Bewegungsabläufe auf Grundlage der letztjährigen grafischen Präsentation.
Dies lässt den Titel zwar insgesamt nicht anspruchsvoller, jedoch detaillierter und flüssiger wirken. So nehmen Spieler Anlauf beim Kopfball und Linienrichter hechten erstmals an der Seitenlinie entlang. Wenig Zeit investierte man indes in die Darstellung der Zuschauer, die wiederholt abwechslungsarm, wenn auch detaillierter als im letzten Jahr, ausfällt.
Ebenfalls schwach sind erneut die Kulisse, die bei Toren der Auswärtsmannschaft völlig zu verstummen scheint, und das Kommentatorenduo, das auch in diesem Jahr müde, einfallslos und vor allen Dingen planlos daherkommt. Ebenso planlos wirken auch die computergesteuerten Spieler, die nicht selten durch einige Schnitzer das ein oder andere Tor verursachen. Insgesamt jedoch scheint die KI im Vergleich zu früheren Versionen lange nicht so schwach. Hier muss also eher Lob als Tadel ausgesprochen werden.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
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