Gesamtwertung75%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Überall in Deutschland baut der DFB neue Bolzplätze, doch wer den Style des Straßenfußballs wirklich spüren will, der muss lange mit dem Leder üben. Für alle die dafür zu faul sind, schafft Electronic Arts mit einem neuen Ableger der erfolgreichen FIFA Street Serie demnächst Abhilfe. Erstmals wird sich der Ballzauber dabei auf den Next-Generation Konsolen Xbox 360 und PlayStation 3 abspielen. Fans der Reihe erhoffen sich natürlich nicht nur ein grafisches Update, sondern auch jede Menge Innovationen. FIFA Street 3 hat dabei das Glück, selbst durch technische Änderungen viel neu aussehen lassen zu können.
Alls Neu macht der Winter! Oder?
Zumindest was den Spielablauf angeht und die Modi, die diesen umrahmen, hat sich nämlich nicht besonders viel getan. Neben dem obligatorischen schnellen Spiel sucht man einen echten Karrieremodus leider vergebens. Der Challengemodus soll dieses Manko anscheinend beheben, was aber leider nur bedingt gelingt. Denn er bietet weder eine fesselnde Geschichte, was verzeihbar ist, noch genügend Tiefgang, was dem Spielspaß eher abträglich ist.
Stumpf arbeitet ihr eine Herausforderung nach der anderen ab. Auch wenn diese zu Beginn recht abwechslungsreich wirken, merkt man schnell, dass die Ideenvielfalt der Entwickler schnell zum erliegen gekommen sein muss. Erfreut man sich anfangs noch daran, nicht nur sinnlos mehr Tore schießen zu müssen, als der Gegner, werden Aufgaben, wie Schieße zu erst 5 Volley- oder Kopfballtore und Erziele zu erst 5 Gameer-Goals schnell langweilig und genauso berechenbar, wie eben erwähnte Torhatz. Zudem verdeutlichen Herausforderungen, die ohne jede Möglichkeit Stylepunkte sammeln zu können daher kommen, zügig, dass das Spiel von eben jenen lebt. Pro Mission, die meist aus drei bis sechs Herausforderungen besteht, darf man nur eine bestimmte Anzahl an Aufgaben verlieren, ohne Game Over zu gehen. Als Entlohnung für erreichte Ziele erhält der Spieler neue Teams, Trikots, Bälle und Courts. Im Online-Modus darf man natürlich alle Spielvarianten gegen menschliche Gegner zocken. Wer allerdings ein groß angelegtes Rankingsystem vermutet, wird gnadenlos enttäuscht. Trotzdem entfaltet das Spiel vor allem gegen reale Mitspieler sein volles Spaßpotenzial. Und das ist nicht gering.
Auch der eigentliche Spielablauf hat sich kaum geändert. Logischerweise hat das Gameplay von FIFA Street 3 wenig mit dem eigentlichen Fußballsport gemein. Es wird getrickst und gefoult, dass die Funken nur so sprühen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Auffällig ist dabei, dass, wie auch schon in den Vorgängern, der ballführende Spieler generell eine viel zu gute Kontrolle über das Leder hat und kaum vom Spielgerät zu trennen ist. Dass das nötig ist, um die zahlreichen Tricks durchzuziehen, die man benötigt, um einen Gameer herauf zubeschwören, ist klar, dennoch hätte ein wenig mehr Authentizität, wie etwa bei Skate, sicher nicht geschadet. So schnappt man sich also den Ball, trickst und rempelt sich durch die Gegnerreihen und schließt die Combo durch einen Schuss aufs Tor ab. Man merke, wenn man vor dem Schuss auf die Bude vom Ball getrennt wird, ja in wenigen Situationen ist das möglich, verliert man die ergatterten Punkte auf Dauer wieder. Erst ein knallharter Strich auf den Tormann besiegelt das Geleistete.
Ist die Leiste dann einmal voll, kann der Gameer auf Belieben per Knopfdruck abgerufen werden. Das Licht verändert sich dann schlagartig und die eigenen Spieler werden quasi unaufhaltbar. Glücklicherweise müssen sie trotzdem in einer annehmbaren Position zum Tor stehen, um dieses auch tatsächlich zu treffen. Der Torhüter wird also selbst während der Gameer-Zeit aus der eigenen Hälfte kein Fallrückzieher-Tor erzielen. Man sollte sich im Übrigen auch nicht zu viel Zeit lassen, dieses Feature auszukosten, denn wenn der Gegner aus versehen ein Törchen erzielen sollte, sind sämtliche Punkte verloren.
Während man die unterschiedlichsten, und durchaus ansehnlichen Tricks perfekt ausführen und nach belieben kombinieren kann, lässt vor allem das Passspiel zu wünschen übrig. Zu oft spielt der angewählte Fußballstar nicht zum eigentlichen Ziel, sondern planlos nach vorn, wo das Leder schnell abgefangen wird.
Genauso umständlich gestaltet sich, wie angesprochen, die Verteidigung. Man kann zwar eigentlichen brutal in den Mann gehen und ihn quasi vom Ball wegtreten, dies gelingt aber nur selten. Da ist die einfache Attacke schon effektiver, die den Gegner vor allem während einer Trickserie durchaus effektiv zu unterbrechen weiß. Echte taktische Elemente sucht man jedoch, wie auch im Angriffsspiel, vergebens. Einzige echte Neuerung, neben den verbesserten Torschussanimationen, ist die Möglichkeit gegen die Bande zu springen und währenddessen weiter Tricks durchzuführen. Dies ist jedoch etwas wenig.
Technisch sehr fein
Grafisch schwenkt FIFA Street 3 zu einem schönen Comic-Stil um. Die lizenzierten Spieler, wie etwa Ribery oder Etoo, wurden gelungen karikiert und erinnern daher auf eine eigene Weise an ihre echten Vorbilder. Durch den Cel-Shading Look wirken die vielen Tricks auch sehr geschmeidig und erstaunen, vor allem bei einer gelungenen Combo, jedes Mal auf's Neue. Die unterschiedlichen Locations, etwa ein Hubschrauberlandeplatz oder ein abgestecktes Feld in einer wunderschönen Altstadt, bestechen nicht nur durch grafische Schönheit, sondern auch durch Detailverliebtheit und Stil. Überhaupt wirkt alles wie aus einem Guss.
Das kann man übrigens auch von der sehr guten Soundtrackmischung behaupten. Hier wechseln sich chillige Dub-Sounds mit Old- und New Scool HipHop ab. Dadurch wird die Szenerie geschmackvoll untermalt. Auch die Zwischenrufe der Spieler tragen zur Atmosphäre bei.
FIFA Street 3 im Test.
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