Fight Night Round 3

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
16
Fight Night Round 3 [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Fight Night Round 3

Rumble in the Jungle. Unter diesem Motto fand am 30. Oktober 1974 in Zaire wohl einer der legendärsten Boxkämpfe statt. In dem Fight standen sich damals Georg Forman und Boxlegende Muhammad Ali gegenüber. Ali siegte nach acht harten Runden, obwohl Forman als sicherer Favorit galt. Dieser Kampf ist nur einer von vielen, die ihr in EAs Fight Night Round 3 nachempfinden könnt.

Von ganz unten an die Spitze

Zunächst einmal haben die Boxgötter allerdings harte Arbeit vor den Erfolg auf dem Box-Olymp gesetzt. Wer sich nicht den klassischen Kämpfern im ESPN Classic Modus widmen will, der bastelt sich aus einer Fülle von Attributen selbst einen Athleten, dessen Werte, Aussehen, Kampfstil und vieles mehr nach Herzenslust und Laune festgelegt werden können.

Anschließend heißt es: Auf ins Training! Da euch zu Beginn eurer Karriere die Geldbörse entgegengähnt, müsst ihr euch mit einem 08/15 Trainer zufrieden geben. Dieser kann euch zwar fit machen. Doch Spezialisten kosten nun einmal viel Geld. Wenn ihr Zeit und Lust habt, euren Boxer individuell zu trainieren, dürft ihr das am Sandsack, Punchingball oder auch gegen Sparringspartner tun. So habt ihr die Effizienz des Trainings in der eigenen Hand. Für Zeitgeplagte oder Actionliebhaber mit Hang zum unkomplizierten Soforteinstieg, empfiehlt sich das Auto-Training, welches nicht ganz so effektiv ist, euer Alter Ego aber dennoch fit machen kann.

Dann geht’s ab in den Box-Shop, in welchem ihr diverse Outfits zum weiteren Verbessern eurer Fähigkeiten nach und nach erwerben und freischalten könnt. Eine schicke Hose und ein gutes Set Boxhandschuhe sind eben nicht nur für das Ego gut.

Immer auf die Zwölf!

Nachdem der Ringrichter die beiden Akteure vorgestellt hat, geht es ab in den Ring. Dort geht es besonders brachial zur Sache. Dabei hat sich Electronic Arts an der superben Steuerung des Vorgängers orientiert und diese noch um einige Varianten verfeinert. Dabei dient der rechte Stick als verlängerter Arm eures Boxers. Der linke Stick wird für die Bewegungen benutzt. Die Schultertasten lassen euren Kämpfer Deckung aufnehmen und geschickt ausweichen. Natürlich sind auch unfaire Schläge möglich. Doch Vorsicht: Wer davon zu viel Gebrauch macht, bekommt ein ernsthaftes Problem mit dem Ringrichter. Alternativ zu den Sticks, dürft ihr auch die vier Buttons in Anspruch nehmen.

Wenn ihr euch im Kampf befindet, werdet ihr schnell feststellen, dass die Gewichtsklassen nahezu perfekt in Szene gesetzt wurden. Schwergewichte sind relativ gemächlich auf den Beinen und wenn sie fallen, erzittert der Boxring. Feder- und Mittelgewichtler hingegen tänzeln durch den Ring und umschwirren regelrecht ihren Gegner.

In den Ringpausen könnt ihr dann auswählen, ob ihr selbst Hand anlegen und die Cuts eures Schützlings notdürftig verarzten, oder ob ihr doch lieber das Ganze automatisch machen lassen wollt.

Woher kommt die Motivation?

Erinnert ihr euch noch an die Weltrangliste aus Fight Night Round 2? Nein? Macht nix! Denn diese wurde aus dem dritten Ableger leider vollkommen gestrichen. Stattdessen geht es zwischen den einzelnen Großveranstaltungen, die euch und euren Ruf nach oben führen, lediglich um geringere Geldbörsen in Nicht-Titelkämpfen.

Woher kommt die Motivation denn dann? Ganz einfach: Bei der Xbox 360 eindeutig aus der als phänomenal zu bezeichnenden Grafik. Hier hat sich Electronic Arts endlich einmal zu Höherem hinreißen lassen, als es noch bei den ersten Launchtiteln wie Fifa 06: Road to the Worldcup, NBA 06 oder auch Need for Speed: Most Wanted der Fall war.

Was die Entwickler hier an optischen Finessen aus dem imaginären Hut zaubern, ist schon beeindruckend. Selten hat man auf einer Konsole derart realistisch aussehende Charaktere gesehen, wie in Fight Night Round 3. Jeder Sportler sieht anders aus. Vor allem bei den Legenden wie Ali, Frazier, Holyfield oder auch Mike Tyson, haben sich die Entwickler sehr viel Mühe gegeben.

Wenn die Fäuste dann fliegen, legt das Spiel optisch noch einen Zahn zu. Schweißperlen rinnen von Stirn und Nacken. Gesichter verzerren sich vor Schmerz. Vor allem im Replay sieht das gewaltig aus, wenn sich die Gesichter deformieren. Gleichzeitig spritzen Blut und Schweiß in alle Richtungen. Im Raum schwirren Staubpartikel, die durch das Hallenlicht gebrochen werden, umher und in den offenen Arenen kämpft ihr vor malerischen Kulissen oder im flirrenden Las Vegas.

Laserspiele und Feuerwerke runden das optisch imposante Spektakel ab. Nicht zu vergessen die attraktiven Nummerngirls, welche im Gegensatz zu den Hauptakteuren leider ein wenig wie aus Plastik gemodelt aussehen.

Sponsor-Ring

Was uns wirklich sauer aufgestoßen ist, ist die dreiste Art, mit der sich Electronic Arts augenscheinlich das Geld der Spiel-Sponsoren sichert. Abgesehen von Logos der Sponsoren, die überall am Ring platziert wurden, nerven vor allem bei den richtigen Großereignissen die aggressiven Werbungen. Mal wird ein Auto präsentiert, mal Burger King promotet. Was im US-Fernsehen während einer Sportveranstaltung Gang und Gebe ist, hat also auch in der Videospielwelt Einzug gefunden. Die Energie hätten die Entwickler anderweitig verwenden können. Gut gefallen hat uns hingegen der Onlinemodus. Via Xbox-Live gibt es zahlreiche Ranglistenkämpfe, die richtig motivieren können. Gelegentliche Lags sind – wie bei allen EA Titeln vorhanden, schmälern das Spiel jedoch kaum.

Yo man! Gimme that beat

Wie es sich für einen Electronic Arts Sport Titel gehört, darf natürlich ein gut gemachter Soundtrack nicht fehlen. Diesen liefern diverse R&B Stars. Leider wiederholt sich der Soundtrack recht schnell, was allerdings nicht sonderlich stört, da die Tracks insgesamt abwechslungsreich gehalten sind. Fight Night Round 3 ist einer der wenigen Titel, bei denen es kaum nervt, dass die Sprachausgabe in Englisch gehalten ist. Denn der Kommentator gibt doch relativ viel Nichtssagendes von sich. Vor allem die diversen Sponsorenhinweise mitten im Kampf gingen uns beim Testen gehörig auf den Zeiger.

Fazit

Alles in Allem muss Electronic Arts zu Fight Night Round 3 gratuliert werden. Kein anderes Sportspiel konnte bislang mit solch einer phänomenalen Optik auf der Xbox 360 glänzen. Dazu gesellt sich eine vorzügliche Steuerung. Abgesehen davon wirkt der Titel allerdings recht öde. Eine fehlende Motivation in der Karriere, keine Original Fights und sinnlos teure Items, sind kein großer Fortschritt zu Teil 2. Online hingegen kommt viel Spaß gerade durch das Ranglistensystem auf. Aufgrund der überarbeiteten KI und des moderat ansteigenden Schwierigkeitsgrades bietet Fight Night Round 3 Spielspaß für alle Spielerkategorien vom Einsteiger bis hin zum Profi. Wahlweise gegen einen Mitspieler aus Fleisch und Blut macht es sowieso noch mehr Spaß.

Fight Night Round 3 [X360 , Justgamers]

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