Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ach ja. Als Besitzer einer Xbox 360 hat man es im Sommer 2007 schon nicht leicht. Zuerst erschien mit Forza Motorsport 2 ein mehr als würdiger Nachfolger der ultimativen Rennsimulation. Dann brach Codemasters mit Colin McRae: Dirt in neue spielerische Sphären auf. Und nun werden alle Fans diverser Zerstörungsorgien mit Flatout: Ultimate Carnage verwöhnt. Mit Bleifuss auf Amokkurs wir haben es für euch getestet.
Kenn ich das nicht irgendwo her?
Im Grunde genommen ist FlatOut: Ultimate Carnage ein alter Hut. Denn nach einem äußerst erfolgreichen Flatout, erschien Flatout 2 neben einer PC und PS2-Version auch für die Xbox. Auch der Nachfolger konnte überzeugen. Action, waghalsige Stunts und jede Menge zerbeultes Blech sorgten für jede Menge Spielspaß.
Vergleiche mit diversen Burnout-Titeln, drängten sich auf. Ein Kassenschlager wie die Burnout-Serie, wurden die beiden Flatout-Spiele jedoch nicht.
Dies soll sich allerdings nun dank Flatout: Ultimate Carnage ändern. Die Neuumsetzung des Xbox-Klassikers Flatout 2 bietet alle Strecken und Vehikel, die ihr bereits aus eben dieser Fassung kennt. Warum die Entwickler sich nicht die Mühe gemacht haben, einige Bonus-Strecken und neue Autos ins Spiel zu integrieren, ist ein Rätsel. Vielleicht wird dies später noch über den Xbox Live Marktplatz realisiert werden.
Was allerdings in Flatout: Ultimate Carnage euch an Strecken geboten wird, kann absolut überzeugen. Die einzelnen Rennpisten sind recht abwechslungsreich gestaltet und strotzen nur so vor Details.
Von der amerikanischen Seaside über einen ausladenden Wald mit Campingecken, einem verrückten Derby in einem Wolkenkratzer bis hin zu einer kompletten Großstadt wird euch alles geboten. Wie bereits aus Burnout bekannt, gibt es nicht nur die Hauptstrecke, sondern auch zahlreiche Schleichwege, die euch wertvolle Sekunden in den Rennen ermöglichen können.
Turbo-Booster
Das Spiel teilt sich in mehrere Spielmodi auf. Zunächst wäre da der namensgebende Flatout Modus, bei dem ihr mehrere Rennen bestreiten müsst. Hier sucht ihr euch ein Auto aus, mit dem ihr über die Pisten brettert.
Die Wagen sind allesamt frei erfundene Phantasiefahrzeuge und werden in die drei Klassen Derby-, Renn-, und Strassenwagen aufgeteilt. Je nachdem, wie viele Credits ihr in den Rennen verdient, kauft ihr euch beim Autohändler eurer Wahl neue Boliden, die sich in insgesamt 7 Leistungsmerkmalen voneinander unterscheiden.
Außerdem könnt ihr die Wagen das nötige Kleingeld vorausgesetzt upgraden, um bessere Leistungen zu erzielen. Ist euer fahrbarer Untersatz allzu sehr beschädigt, empfiehlt sich ein Besuch in der Werkstatt. Im Rennen selbst gibt es zwei Ziele. Zum einen solltet ihr stets unter die ersten Drei ins Ziel kommen, da es für diese Plätze die meisten Credits gibt. Zum anderen müsst ihr aber auch jede Menge Schaden in der Umgebung und an euren Gegnern anrichten.
Denn nur so erhaltet ihr den benötigten Nitro-Boost, der euch weiter nach vorn katapultieren kann. Auch für eure Amokfahrt gibt es Credit-Punkte. Was bereits nach wenigen Spielsekunden auffällt ist die sehr gut in Szene gesetzte Physik. Nahezu alles lässt sich während der Fahrt zerstören und fliegt physikalisch akkurat durch die Szenerie.
Ein Manko: Ab und an hängt ihr an diversen Gegenständen fest und verkeilt euch mit euren Kontrahenten. Wenn die Situation zu verfahren ist, hilft euch der Rückwärtsgang nicht. Dann müsst ihr das Rennen neu starten. Ist euer Fahrzeug zu sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, oder kommt ihr zu weit vom Weg ab, wird der Wagen an einem vorgegebenen Punkt resettet. Leider ist der Schwierigkeitsgrad des Spiels dermaßen hoch, dass vor allem Casual-Gamer des Öfteren vor Frust das Gamepad aus der Hand legen dürften auch wenn sich Flatout: Ultimate Carnage betont arcadelastig gibt. Auch bei den Minispielchen gilt es vorab zu üben, um sie zu meistern, da sie sich zum Teil als recht knifflig erweisen zumal ein Tutorial mit Tipps und Tricks fehlt. Dadurch wird der Spielspaß jedoch nicht geschmälert.
Flieg Dummy, flieg!
Der zweite Modus ist der Caranage. Dieser besteht aus diversen Minispielen wie entkomme der Bombe, Dummy kegeln und dem Destruction Derby. Während ihr bei den verschiedenen Minispielen vor allem die ansprechende Physik demonstriert wird, müsst ihr in den Arenen des Destruction Derbys euch gegen zahlreiche Gegner zur Wehr setzen.
Sinn und Zweck ist es, die Fahrzeuge der Mitstreiter komplett in ihre Einzelteile zu zerlegen. Diverse Power-Ups wie unendlich Nitro, ein Schutzschild oder ein Repair-Kit sorgen für spannende Einlagen, da auch eure Widersacher versuchen, an die wichtigen Items zu gelangen.
Besonders gelungen ist der Partymodus, bei dem ihr mit bis zu acht Spielern antreten könnt. Wahlweise dürft ihr aus drei Stunt-Voreinstellungen wählen, oder euch euren eigenen Event zusammen stellen. Aber damit soll es nicht genug sein. Flatout: Ultimate Carnage bietet euch auch einen umfassenden Multiplayer-Modus via Xbox Live. Wer möchte, kann sich auch mit den Einzel-Events beschäftigen. Hier stehen Rennen, Stunts, Time-Trials, Derbys und Bonus-Strecken zur Wahl.
Ein wenig entschärft wurde die hierzulande erhältliche Version im Übrigen dann doch. Denn während in der UK-Fassung noch echte Fahrer bei den zahlreichen Stunts durch die Gegend geschleudert werden, wurden sie durch bereits erwähnte Dummies in der lokalisierten Version ausgetauscht.
So schön kann Schrott sein
Wie es sich für ein anständiges Spiel gehört, welches die Rechenpower der Xbox 360 nutzen kann, überzeugt auch FlatOut: Ultimate Carnage durch sehr gute Grafiken. Alles erstrahlt nun in schönster High Definition Auflösung, was vor allem den Strecken zugute kommt. Wenn ihr durch das Wasser prescht, spritzt es an eurem Wagen empor.
Die matschigen Böden wirken so, als wäre gerade ein Regenschauer nieder gegangen und auch die Licht-, und Partikeleffekte können auf ganzer Linie überzeugen. Der Bildaufbau läuft sehr flüssig und die Ladezeiten sind recht kurz gehalten, verglichen mit einem Colin McRae: Dirt. Die Wagen hingegen hätten ein wenig schöner ausgestaltet werden können. Nichts zu meckern gibt es hingegen beim Sound. Vor allem die zahlreichen Musik-Tracks können sich absolut hören lassen.