Forza Motorsport 2

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Microsoft
Entwickler
Microsoft Game Studios
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
Forza Motorsport 2 [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

91%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Forza Motorsport 2

Ich hasse es einen Artikel mit diesem Satz beginnen zu lassen, aber es muss auch dieses mal wieder gesagt werden: Was lange währt, wird endlich gut! Lange genug mussten Rennspielsimulationsfans und Besitzer einer Xbox 360 neidisch zum PlayStation 2-Lager blicken, dessen Gran Turismo-Reihe eindeutig die bessere Rennspielsimulation war. Denn obwohl es inzwischen den nunmehr dritten Teil der Project Gotham Racing-Serie – die allerdings eher arcadelastig ausgelegt ist – gibt und auch der erste Teil von Forza fast überall nur Bestnoten erhielt, gelang es trotzdem keinem von diesen Titeln, der Gran Turismo-Reihe den Rang abzunehmen. Bis heute!

Derzeit ist nämlich für Sonys PlayStation 3 kein neues Gran Turismo erhältlich, was zwar einen Direktvergleich zwischen Forza 2 und Gran Turismo 5 aktuell nicht ermöglicht, jedoch ganz klar zeigt, welche Spielplattform momentan im Bereich Next-Genaration-Rennspielsimulation die Nase vorn hat. Und das ist ganz klar die Xbox 360 mit Forza 2, das sich seit dem Erscheinen des ersten Teil im Mai 2005 konsequent weiterentwickelt hat. Die Entwickler möchten den Xbox Live Goldmitgliedern nämlich nicht nur gewohnte Online-Rennen und Bestenlisten bieten, sondern mit Forza 2 beweisen, das Online weitaus mehr möglich ist. Aus diesem Grund hat man im zweiten Teil beispielsweise das neue Online-Auktionshaus und Turniersystem eingeführt, mit denen jeder Spieler eigene Online-Turniere aufsetzen kann, an denen dann die weltweite Community oder auf Wunsch sogar nur gezielte Spieler der jeweiligen Freundesliste teilnehmen können. Aber fangen wir besser von vorne an…

Nonstop-Rennspiel-Action

Zu Spielbeginn verwöhnt Forza Motorsport 2 erst einmal eure Augen mit einem sehr schönen Introvideo und führt anschließend in das in vier Kapitel unterteilte Hauptmenü. Zur Wahl stehen dort Arcade, Karriere, Multiplayer und die Optionen. Immer gut für ein schnelles und unkompliziertes Spiel ist der Arcade-Modus. Hier könnt ihr aus unterschiedlichen Autoklassen und verschiedenen Wagen euren Favoriten auswählen, mit diesem eines der vielen Schaurennen absolvieren und durch fahrerisches Können versuchen, euch die Siegesprämie zu sichern. Insgesamt gilt in diesem Modus 15 Schaurennen und 25 Zeitprüfungen zu meistern sowie im Freien Lauf die angegebene Bestzeit aller Rennstrecken zu unterbieten.

Etwas anspruchsvoller ist der Karriere-Modus, der das eigentliche Herzstück von Forza 2 darstellt. Eure Rennfahrerkarriere beginnt ihr mit einem Grundkapital von 10.000 Credits, welche – wie könnte es anders ein – erst einmal in einen neuen Wagen investiert werden müssen. Die Wahl des Fahrzeugs richtet sich dabei nach dem Herkunftsland eures Fahrers, welches sich auch auf die Verfügbarkeit und Preise der weiteren Rennwagen auswirkt.

Entscheidet ihr euch beispielsweise für Europa, könnt ihr eure Karriere wahlweise zunächst mit einem Golf GTI aus dem Jahr 1992, Mini Cooper S, Peugeot 207 RC, Saab Aero, VW Corrado VR6, Audi TT oder dem aktuellen Golf GTI-Modell aus dem Jahr 2006 beginnen. Entscheidet ihr euch hingegen für Nordamerika, stehen beispielsweise ein Ford Focus, Pontiac Solstice oder Lexus IS300 zur Auswahl bereit. Wer eher auf asiatische Tuning-Fahrzeuge wie den Honda NSX oder den Nissan Skyline steht, der sollte als Herkunftsland Asien wählen. Anfangs reicht es aber auch dort noch nicht für die richtigen Nobelkarossen und so müsst ihr bei Karrierestart unter anderem mit dem Honda Civic, Hyundai Tuscani Elisa, Honda CR-X, Mazda Savanna RX-7 oder dem Toyota MR-S vorlieb nehmen, da euer Geldbeutel vorerst nicht mehr hergibt. Im fortgeschrittenen Verlauf eurer Karriere könnt ihr eure virtuelle Autosammlung mit mehr als 300 Autos der wichtigsten Hersteller ordentlich erweitern. Ganz gleich ob Mercedes, Dodge, Lexus, Shelby, BMW, Porsche, Maserati, Jaguar, Lamborghini, Aston Martin, Lotus, Ferrari oder McLaren, alles Namhafte ist verfügbar, vorausgesetzt natürlich, ihr verfügt über das nötige Kleingeld.

Pimp my Ride Baby!

Allerdings könnt ihr euch nicht nur die heißesten Schlitten in eure virtuelle Garage holen, ihr habt zudem sogar die Möglichkeit, diese nach belieben zu pimpen.

Hier ist alles Erdenkliche möglich, egal ob Turbolader, Kompressor, härtere Ventilfedern, eine effizientere Kraftstoffpumpe oder aggressivere Nocken, überall kann gedreht und geschraubt werden.

Und selbstverständlich lassen sich auch Antrieb und Fahrwerk, Reifen und Felgen sowie die Karosserie durch weitere Anbauteile verändern. Im Tuningbereich könnt ihr zudem die Federung und Dämpfung des Wagens sowie Aerodynamik und Reifendruck eurem persönlichen Fahrstil anpassen.

Die getunten Optionen können im Anschluss im simulierten Messwerk eingesehen oder gleich bei einer Testfahrt auf einer beliebigen Strecke ausprobiert werden. Das ist auch für den späteren Spielverlauf im höheren Schwierigkeitsgrad unverzichtbar, denn nur wer seinen Boliden ordentlich pflegt und aufmotzt, wird das Maximum aus seinem Fahrzeug rausholen können.

Das soll es aber noch lange nicht gewesen sein, was ihr alles an euren Nobelkarossen verändern könnt. Wer den ersten Teil von Forza kennt, wird sich bestimmt an den Design-Modus erinnern, bei dem man das Aussehen seines Fahrzeugs durch unterschiedliche Decals, Vinyls und Herstelleraufkleber seinen Wünschen anpassen konnte. Im Vorgänger standen dort ca. 400 zur Verfügung, im Nachfolger sind es ungefähr 4000, die in verschiedenen Schichten und Größen angebracht werden können.

Seid ihr fertig, könnt ihr euer Kunstwerk abspeichern und obendrein sogar auch auf andere Karossen übertragen. Dieses tolle Feature zahlt sich vor allem bei Online-Rennen aus, da ihr so schnell und spielend leicht das gleiche Design auf beispielsweise euer eigenes Rennteam, bestehend aus Kumpels aus eurer Freundesliste, übertragen könnt. Wem das nicht genügt, der kann direkt ein Foto seines gepimpten Wagens schießen und dieses bei forzamotorsport.net veröffentlichen. Ihr seht, der komplett überarbeitete Design-Modus bietet zahlreiche Möglichkeiten die freigeschalteten oder gekauften Boliden nach belieben in Exoten zu verändern.

In 10 Sekunden von 0 auf 200

Wie eingangs bereits kurz angeschnitten, bietet Forza Motorsport 2 für Onlinespieler weitaus mehr als sein Vorgänger. Da wären zum einen die bereits erwähnten und klassischen Online-Rennen, die mit bis zu acht Teilnehmern ausgetragen werden können, sowie die obligatorischen Bestenlisten. Mit dem Turniersystem lassen sich eigene Online-Turniere erstellen, an denen entweder nur eure Freunde oder wahlweise auch die weltweite Community teilnehmen können. Ein ganz tolles Feature ist das neu hinzugekommene Online-Auktionshaus, mit dem sich die Entwickler etwas ganz besonderes haben einfallen lassen.

Hier könnt ihr nämlich via Xbox Live eure angestaubten und nicht mehr benötigten Fahrzeuge aus eurer Garage oder die hochgezüchteten Nobelkarossen an den Meistbietenden verkaufen. Und da sich mit dem Design-Modus erstklassige Fotos schießen lassen, könnt ihr so erst recht das Interesse von potenziellen Käufern sichern.

Aus spielerischer Sicht heraus betrachtet bietet Forza 2 ebenfalls einige Neuerungen aber überwiegend Altbewährtes. Nach wie vor beginnt ihr als Einsteiger zunächst auf Level 0 und habt nur eine kleine Auswahl an verfügbaren Rennen. Die einzelnen Rennserien bestehen dabei meistens aus drei Einzelrennen, in denen eine unterschiedliche Rundenzahl absolviert werden muss. Die Rennen werden auf verschiedenen Rundkursen ausgetragen, die erneut aus weltbekannten Rennstrecken wie beispielsweise Laguna Seca, Mugello oder Suzuka bestehen. Nun gilt es, in den einzelnen Rennserien auf den ersten Platz zu fahren und neue Rennen und Strecken freizuschalten. Das Erreichen des ersten Platzes bringt aber nicht nur neue Strecken zu Vorschein, sondern schaltet obendrein auch noch ein Fahrzeug frei, das euch am Ende der jeweiligen Serie als Prämie geschenkt wird. Und so arbeitet ihr euch den Rennfahrerolymp nach oben, erhaltet Credits mit denen ihr neue Autos oder Tuningzubehör kaufen könnt und erntet nebenbei wichtige Erfahrungspunkte.

Letztere benötigt ihr zum Levelanstieg welcher erforderlich ist, um bestimmte Rennserien überhaupt fahren zu dürfen. Wie auch bereits bei Vorgänger, könnt ihr dabei erneut diverse Hilfsmittel benutzen, die euch den harten Rennfahrer-Alltag etwas erleichtern. Auf Wunsch fahrt ihr mit ABS und Traktionskontrolle oder lasst euch die Ideallinie anzeigen, welche euch mittels bunten Pfeilen vermittelt, wann ihr zu bremsen habt, um eine Kurve ohne Ausbrechen des Wagens zu absolvieren. Die Hilfsmittel erweisen sind gerade für Einsteiger sehr hilfreich, bringen allerdings aber auch einen Nachteil mit sich. Jedes hinzugeschaltete Hilfsmittel bringt nämlich einen Prämienabzug mit sich, der euch am Ende eines jeden Rennens automatisch abgezogen wird. Professionellere Spieler sollten folglich eher darauf verzichten, da sich so unter anderem mehr nützliches Geld verdienen lässt.

Next-Generation-Feeling garantiert!

Optisch sowie Akustisch ist der Titel ein echtes Brett! Die Boliden erstrahlen im allerschönsten Polygongewand auf denen sich die Umgebungen im Lack spiegeln, während aufgewirbelter Staub bei der schnellen Fahrt hinter Euch hergezogen wird.

Die Wetter- und Tagesverhältnisse sind abwechslungsreich und gut in Szene gesetzt worden und auch die übrigen grafischen Spielereien wie zersplitterte Glasscheiben oder abgebrochene Außenspiegel wissen zu gefallen. Ja richtig gehört: Auch in diesem Teil ist erneut ein Schadensmodell mit von der Partie. Dieses kann wahlweise an eure Bedürfnisse angepasst werden und ist entweder nur optischer Natur oder wirkt sich bei stärkeren Rempeleien negativ auf das Fahrverhalten aus. Allerdings solltet ihr sorgsam mit eurem Wagen umgehen, da die Schäden hinterher für teures Geld repariert werden müssen.

In Sachen Sound ist auch ordentlich etwas los. Mit realistischen Motorensounds, authentischen Umgebungsgeräuschen und einem abwechslungsreichen Soundtrack wird Euer Ohr jede Spielminute wieder aufs Neue verzaubert. Deutlich mehr Mühe haben sich die Entwickler auch bei den Unfallgeräuschen gegeben. Diese klingen nun viel präziser und bieten ein eindeutig besseres Klangspektrum als beim Vorgänger. Und auch bei der Musikwahl hat man dieses Mal mehr Sorgfalt walten lassen, denn diese bietet mit einer ausgeglichenen Mischung aus Rock-, Pop- und elektronischer Musik deutlich mehr Abwechslung. Hier haben die 10Turn-Entwickler alles richtig gemacht.

Fazit

Wow! Da hat sich das lange warten ja richtig gelohnt! Was die Microsoft Game Studios in Zusammenarbeit mit 10Turn hier abgeliefert haben, kann sich wirklich sehen lassen. Forza Motorsport 2 setzt die Messlatte für Rennspiel-Simulationen derart hoch an und bietet einen so enormen Umfang, das dies nur schwer in absehbarer Zeit von einem anderen Rennspiel zu toppen sein wird. Forza 2 ist eine Rennsimulation wie sie sein sollte und bietet neben einer astreinen Steuerung, der schon fast fotorealistischen Grafik, dem realistischen Schadensmodell und dem umfangreichen Fuhrpark von mehr als 300 Autos namentlicher Hersteller eigentlich alles, was sich das Rennspielherz nur wünschen kann.

Klar ist auch Forza 2 nicht frei von kleinen Makeln, die sich beispielsweise in weit entfernten Zuschauern als Pappaufstellern widerspiegeln. Das trübt aber aufgrund der ansonst astreinen Präsentation und dem enormen Umfang keineswegs den Spielspaß. Im Gegenteil: Dieses Spiel bietet für sein Geld unglaublich viel, das Rennspiel- und Simulationsfans nur schwer daran vorbeikommen werden. Kurz gesagt: Forza Motorsport 2 ist das derzeit beste Rennspiel für die Xbox 360 und somit ein Pflichtkauf für alle Rennspielenthusiasten.

Forza Motorsport 2 [X360 , looki.de]

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