Gesamtwertung71%/10 |
GrafikGut SoundAusreichend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Nachdem die ersten Xbox 360 Spiele nun seit einiger Zeit in den Händlerregalen stehen, und sich die Wogen um den scheinbaren Next-Gen Hype geglättet haben, kommt nun die zweite Spielewelle auf uns zu. Nach Ridge Racer 6 und Dead or Alive 4, folgt nun mit Full Auto der dritte Titel außerhalb des Release-Lineup. Natürlich haben wir uns hinter das virtuelle Lenkrad geklemmt, um den Fun-Racer auf Herz und Nieren zu prüfen. Ob er das Prädikat Next-Gen verdient, oder ob Full Auto lediglich zum Pausenfüller reicht, erfahrt ihr in unserem Test.
Rennspiele gibt es auf den diversen Konsolen bekanntlich zuhauf. Neben der beliebten Burnout-Serie oder auch Project Gotham Racing, muss sich nun der von Pseudo Interactive entwickelte und von SEGA vertriebene Fun-Racer Full Auto beweisen. Mit zahlreichen Waffen bestückt, liefert ihr euch heiße Gefechte auf diversen Pisten. Dabei geht es im wahrsten Sinne des Wortes zerstörerisch zur Sache. Nahezu alle Gegenstände abseits der Strecke lassen sich nämlich mit eurem Waffenarsenal in Schutt und Asche legen egal ob Häuser, Strommasten oder auch Brückenpfeiler. Dafür bekommt ihr Wrack-Punkte gut geschrieben, mit denen ihr euch diverse Extras für eure Fahrzeuge, neue Events und Punkte für euren Gamerscore freischaltet. Im eigentlichen Herzstück des Spiels, dem Karrieremodus, absolviert ihr diverse Kampagnen, welche vom einfachen Kennenlernen eurer fahrbaren Untersätze, bis hin zu kniffligen Rennen gegen die Zeit reichen. Je nach Aufgabenstellung müssen neben den Gegnern und Wreckpunkte, auch so genannte Rivalen eliminiert werden. Diese versuchen euch natürlich ebenfalls mit allen möglichen Tricks von der Piste zu schießen. Granaten, Raketen, Minen und vieles mehr zeigen, wie eindrucksvoll die Technik der Xbox 360 ist. Denn nicht nur, dass es die Entwickler geschafft haben, trotz aller fulminanten Explosionen, einem recht hohen Verkehrsaufkommen und diversen Effekten, die Framerate konstant zu halten. Auch wenn ihr den Turbo zündet, läuft das Bildschirmgeschehen äußerst flüssig ab. Lediglich die kleinen Videos ruckeln ab und an.
Was die Vielfalt der Locations anbelangt, müsst ihr euch mit einigen wenigen, dafür aber umso imposanter in Szene gesetzten Strecken begnügen. Mal rast ihr durch eine Art Canyon, mit haushohen Felsformationen an den Seiten. Ein anderes Mal befindet ihr euch mitten in einer City mit lebhaftem Autoverkehr, einer Flaniermeile und vielem mehr. Abseits der Strecken bleibt Full Auto jedoch leblos und menschenleer. Dafür entschädigt der Titel mit hoch aufgelösten Texturen und jeder Menge Action.
Ein beeinruckendes Feature, welches Fans der Blinx-Reihe bekannt vorkommen dürfte, ist die Unwreck-Technologie. Wer mit Vollspeed gegen einen Felsen rast oder vom Gegner abgeschossen wird, der darf vorausgesetzt der Balken ist gefüllt die Zeit zurückdrehen und den Fehler wieder gut machen.
Ein weiteres nettes Feature ist die Möglichkeit, via D-Pad, euch zu jeder Zeit im Spiel ein kurzes Replay der letzten Aktion anzuschauen. Dabei könnt ihr das Geschehen aus nahezu jedem Blickwinkel in Augenschein nehmen. Bei spektakulären Sprüngen ändert sich die ansonsten hinter eurem Wagen platzierte Kamera und schwenkt vor oder neben den Wagen, sodass ihr das Gefühl bekommt, die Fahrzeuge kämen auf euch zu.
Neben der Karriere finden sich noch die Arcade-Rennen, die Duelle, bei denen ihr via Splitscreen mit einem Freund antreten dürft, sowie der Xbox-Live Modus. Hier könnt ihr euch mit maximal acht Spielern tummeln. Neben Bestenlisten, wo monatlich der beste Spieler gekürt wird, sowie der All-Time-Winner und dem Trainingsmodus, gibt es die Ranglistenspiele. Hier heißt es Rennen zu gewinnen und Kill-Punkte zu sammeln, um in der Bestenliste kontinuierlich zu steigen. Die Onlinespiele laufen überwiegend flüssig ab und selten konnten wir während des Testens Slow-Downs ausmachen.
Wie steht es jedoch um den Spaß und die Motivation des Spiels? Genau dort liegt der sprichwörtliche Hund begraben. Denn nicht nur die zum Teil übersensibel reagierende Steuerung hat uns so manches Mal in den Wahnsinn getrieben. Gerade in brenzligen Situationen schlingern die Wagen wie ein Lämmerschwanz und selbst mit angezogener Handbremse klappt das Driften nicht immer zu voller Zufriedenheit. Dass die Fahrzeuge sämtlicher Klassen sich allesamt nahezu identisch fahren, ist nicht nur eines der großen Mankos, sondern geradezu peinlich. Wozu brauche ich einen dicken Bulldozer, wenn er sich wie ein kleiner Fiat fährt?
Leider können auch die wenig abwechslungsreichen Aufträge und Missionen auf Dauer nicht wirklich überzeugen. Das Spielprinzip ist stets dasselbe: Gegner eliminieren, Punkte Sammeln und die Umgebung zerstören. Der Sound hingegen hält sich dezent zurück. Auf eine Sprachausgabe wurde komplett verzichtet. Auch hier hätten sich die Entwickler ein wenig mehr einfallen lassen können.