Ghost Recon Advanced Warfighter 2

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Ubisoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Ghost Recon Advanced Warfighter 2 [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Ghost Recon Advanced Warfighter 2

Erfolgreiche Spiele rufen nach einem Nachfolger. So war es also nur eine Frage der Zeit, bis Ubisoft einen Sequel zum äußerst erfolgreichen Tom Clancy's Ghost Recon Advanced Warfighter ankündigte. Nun haben wir uns in den Tarnanzug gezwängt, die Boots angezogen, den Rucksack geschnürt, die Waffen zusammen gesucht und uns mit dem Team um Captain Scott Mitchell auf den Weg nach Mexico gemacht, um euch direkt von der Front einen Bericht von einem der besten Xbox 360-Titeln des noch jungen Jahres zu liefern. Mehr dazu in unserem Test.

Viva la Revolucion!

Wer Tom Clancy und Ubisoft kennt, der weiß bereits nach dem Einlegen des Silberlings, was ihn erwartet: Akkurat recherchierte Kriegsschauplätze, ein superbes Gameplay, eine fesselnde Story mit zahlreichen Wendungen. Für all das steht Autor Clancy seit Jahren mit Splinter Cell, Rainbow Six und eben auch dem Ghost Recon-Team. Doch bevor ihr euch in die kompromisslose Daueraction stürzen dürft, wartet erst einmal ein spektakulär in Szene gesetztes Intro auf euch, das euch einen ersten Eindruck vom Setting und der kommenden Action bietet. Viel wollen wir von der Handlung, die auch durch zahlreiche Zwischensequenzen meisterhaft inszeniert und voran getragen wird, an dieser Stelle nicht verraten. So viel können wir euch dennoch sagen: In Ghost Recon Advanced Warfighter 2 geschieht etwas, dass in dieser Form selbst für die kriegserprobten Amerikaner kaum vorstellbar ist. Die mexikanischen Guerilla-Kämpfer überfallen die Vereinigten Staaten. Diese seit langem in den Köpfen vieler Amerikaner real existierende Angst, Plünderer und vielleicht auch Militär, könne die amerikanische Grenze überschreiten, wurde natürlich für das Spiel drastisch zugespitzt. Dass das Thema wurde dennoch nicht gänzlich aus der Luft gegriffen.

Dies zeigen die zahlreichen Bürgerwehren, die an der amerikanisch-mexikanischen Grenze ständig patrouillieren. Doch nicht die gesamte mexikanische Armee ist es, die auf einmal in die USA einwandert. Viel mehr eine gefährliche Splittergruppe derselben, die darüber hinaus auch noch eine Atombombe in ihrer Gewalt haben, bedroht das Leben der Bevölkerung. Doch dagegen haben die Mitglieder der Elitetruppe Ghosts, allen voran Captain Scott Mitchell etwas. Also werfen sie sich dem Feind entgegen, um ihn ein für alle mal aus dem Land zurück hinter die Grenzen zu jagen und die Bedrohung zu vernichten.

Gut bewährt und doch anders

So viel also zum Rahmen von Ghost Recon Advanced Warfighter 2. Wie im ersten Teil schlüpft ihr also in die Haut eures Alter Egos Mitchell und jagt zusammen mit euren drei Teamgefährten eure Gegner quer durch Mexico und Umgebung. Das Spiel erstreckt sich über einen Zeitraum von 72 Stunden. Dabei sind die Settings äußerst abwechslungsreich und absolut authentisch. Eure Aufträge führen euch in die Slums von Mexico, über zahlreiche Haciendas und hinein in die USA, bis es zu einem fulminanten Showdown kommt. Die Abwechslung macht sich bereits zu Beginn des Spiels bemerkbar.

Jeder noch so kleine Winkel der engen Gassen, sieht anders aus und alles wirkt echter, lebendiger und irgendwie fühlt man sich noch mehr involviert, als bereits beim phantastischen Vorgänger. Dank der mitschwenkenden Kamera, bekommt man das Gefühl, man betrachte eine Kriegsberichterstattung im Fernsehen.

Auch wenn am Spielprinzip an sich nicht viel verändert wurde, verbesserten die Entwickler den Titel für die zweite Ausgabe an entscheidenden Stellen. Vor allem in Sachen KI, haben die Verantwortlichen, noch eine Schippe drauf gelegt. So gehen eure Kameraden in Deckung, halten euch den Rücken frei und agieren selbständiger, als je zuvor. Auch die Tatsache, dass ihr nun über eine Übersicht besser erkennt, wo eure Mitstreiter in Deckung gehen, ist ein deutliches Indiz dafür, dass sich die Entwickler die Kritiken der Community zu Herzen genommen und ausführlich über den Titel nachgedacht haben. Ähnlich wie bei Full Spectrum Warrior, markiert ihr noch immer die Punkte, zu denen ihr eure Teammitglieder schickt. Dass die KI eurer Teamkollegen deutlich besser agiert, war auch bitter nötig. Denn die Zielgenauigkeit der Feinde geöhrt zum Besten, war euch jemals geboten wurde. Wer da Hals über Kopf über das Schlachtfeld rennt, um in bester Rambo-Manier alles aus dem Weg zu räumen, was nicht bei drei hinter die nächste Mauer springt, wird sich schon bald mit einer Kugel im Körper auf dem Boden wiederfinden.

Vorsichtiges und taktisches Vorgehen, sind auch bei Ghost Recon 2 immer noch das A und O. Dank der Möglichkeit jederzeit zu speichern, sind die brenzligen Situationen weit besser zu meistern und senken den Frustfaktor.

Gesteuert wird Mitchell mittels linkem Stick, während ihr euch mit dem rechten Stick umsehen könnt. Ein Klick auf den linken Analog Stick ermöglicht es eurem Alter Ego in die Hocke zu gehen. Mit einem zweiten längeren Klick legt sich euer Held auf den Boden und bewegt sich kriechend voran. Natürlich haben die unterschiedlichen Positionen auch Auswirkungen auf das Zielen und Nachladen, da das Nachladen im Liegen deutlich länger benötigt, als im Stehen, dafür aber wesentlich präziser schießt.

Die RT-Taste dient standardmäßig als Schusstaste, die LT-Taste für akkurates Zielen. Zoomen ist dann möglich, wenn ihr erst zielt und dann den rechten Stick drückt. Y dient als Aktionstaste, über die ihr umherliegende Waffen aufhebt und kontextabhängige Aktionen ausführt. Eure Waffe wechselt ihr mit der B-Taste. Mit dem A-Button ladet ihr nach. Wahlweise könnt ihr einzelne Kugeln oder Kugelsalven feuern. Die X-Taste dient zum Wechsel von diversen Sichtgeräten wie Thermo- und Nachtsichtgerät.

Eine wichtige Neuerung ist das überarbeitete Crosscom, welches bereits im ersten Teil für den nötigen Überblick sorgte. Dies ermöglicht es nun in der Crosscom Version 2.0, ähnlich der Sticky-Cam von Sam Fisher, die Ansicht der Helmkamera eines Teammitgliedes im eigenen Crosscom 2.0 oder in vollem Umfang über den Bildschirm darstellen zu lassen. Und auch das ist neu: Während im ersten Teil beim Erteilen der Befehle ab und an kleinere Fehler geben konnte, gehören diese nun im Nachfolger allesamt der Vergangenheit an. Die Kommunikation funktioniert wesentlich effektiver und präziser.

Und ein weiteres taktisches Highlight aus Teil Eins wurde wieder mit eingebaut. Die Rede ist von der Aufklärungsdrohne - der UAV. Auch diese unbemannte Lufteinheit ist wieder mit dabei. Ein möglichst unauffälliges Spionieren mit der Drohne ist unerlässlich, da diese sonst schneller von den Feinden abgeschossen wird, als euch dies lieb ist. Einmal aufgespürte Gegner, werden, wie schon aus dem Vorgänger bekannt, farbig markiert.

Dies erleichtert eure Suche ungemein. Praktisch, dass die Drohne sich nun auch manuell und im Vollbild-Modus steuern lässt, wodurch euch einerseits mehr Übersicht gewährt wird und sie andererseits viel präziser über das Gebiet gelenkt werden kann.

Neu hinzugekommen ist neben dem bekannten AH-64 Apache auch der MH-6 Little Bird als Aufklärer und Unterstützung aus der Luft. Hier könnt ihr ebenfalls in den Vollbild-Modus wechseln und mittels der freidrehbaren Kamera neue Order geben. Auch das Heilen der Teamkameraden, inklusive eurer Person, ist nun während des Einsatzes problemlos möglich, dank dem nun vorhandenen Sanitäter. Ebenfalls sehr sinnvoll ist die Option, tödliche Luftschläge mit Kampfjets ausführen zu können, mobile Unterstützung in ausweglosen Situationen zu bekommen und dank der unbemannten MULE Fahrzeuge den Schutz wiederherstellen zu können. Letzteres dient zudem als mobiles Support-Fahrzeug, welches mit neuer Munition und vielem mehr ausstattet.

Ähnlich wie die UAV-Drohne, lässt sich auch die MULE-Einheit von euch manuell über das Schlachtfeld dirigieren. Wer möchte, kann seine Einheiten natürlich jederzeit auch mittels der taktischen Karte kommandieren. Aufgrund der vielen Neuerungen des Crosscom, geht diese Option allerdings fast schon unter.

Näher dran geht kaum noch

Mit den bereits erwähnten Verbesserungen, geben sich die Entwickler bei weitem nicht zufrieden. Die eindrucksvolle Grafikengine des Vorgängers, wurde für Ghost Recon Advanced Warfighter 2 noch einmal kräftig aufgebohrt, und kann zu Recht als eine der imposantesten Grafiken, die man zurzeit auf der Xbox 360 bewundern kann, beschrieben werden. Als absolutes Highlight des Titels, lässt sich zweifelsfrei das neue Rauch- und Partikelsystem beschreiben. Hier gibt es erstmals dynamisches Feuer zu bewundern. Denn während Wind auf das Feuer und den Qualm trifft, wechseln diese, wie im wahren Leben, die Richtung. Auch die einzelnen Explosionen, wirken dadurch noch realistischer und imposanter. Dass sich der Rauch und der Staub, von dem es eine Menge gibt, auf die Sichtweite der Feinde und auf die eures Teams und euch auswirken, versteht sich da von selbst. Auch das Wetter, spielt eine entscheidende Rolle im Ghost Recon Advanced Warfighter 2. So spielen manche Missionen in Sandstürmen und in starken Regenfällen, was nicht nur ein netter optischer Effekt ist. Nach einem Regenschauer bilden sich Pfützen, Wasser rinnt von Dächern und die Sichtverhältnisse sind eher schlecht. Diese Atmosphäre wird vom Anfang bis Ende des Spiels immer weiter aufgebaut.

Aber auch der Rest der Grafik, sieht nun weit mehr nach Next-Gen aus, als der Vorgänger, der bereits zum Anfang des Next-Gen Zeitalters bewies, was technische möglich sein wird. Doch nicht nur die Grafik wurde verbessert. Auch die Soundspezialisten von Ubisoft Paris, haben sich wieder einmal mächtig ins Zeug gelegt und präsentieren neben dem orchestralen Soundtrack vor allem einen phänomenalen Klangteppich. Der dynamische Soundtrack bringt ein höheres Tempo bei mehr Druck auf den Spieler in einer gewissen Situation mit sich. Die Geräusche passen sich wunderbar harmonisch der Grafik und dem Spielgeschehen an. Selbst wenn auf dem Bildschirm einmal keine Action vorherrscht, lebt und atmet die Natur um euch im wahrsten Sinne des Wortes. Das Rascheln des Windes durchs Gras, das Heulen eines Kojoten oder Kauzes, das Zirpen zahlreicher Zikaden. All dies sorgt für ein unglaublich intensives Spielerlebnis. Und auch die deutsche Synchronisation, ist auf höchstem Niveau angesiedelt.

Machen wir es doch zusammen

Wer die Titel aus dem Clancy-Universum kennt, der weiß, dass auch GRAW2 kein reines Solisten-Abenteuer ist. Auch Fans der Multiplayeraction kommen voll auf ihre Kosten. Auf insgesamt 18 Karten, auf denen ihr euch mit bis zu 16 Spielern via System-Link oder über Xbox-Live tummeln dürft, könnt ihr euch freuen. Außerdem gibt es zahlreiche Koop-Missionen und eine komplette Koop-Kampagne, Team-Elimination, Team Objective und Capture the Flag. Ein wichtiger noch zu erwähnender Aspekt sind die deutlich fairer gesetzten Respawn-Punkte.

Denn während es noch im Vorgänger des Öfteren vorkam, dass ein starkes Team sich bis zum Startpunkt des gegnerischen Teams durchkämpfte und dann den Respawnpunkt belagerte, ist dies in GRAW2 nicht mehr möglich, da es keine vordefinierten Punkte, sondern Respawn-Zonen gibt. Innerhalb der Zone wird vom Programm selbst berechnet, ob sich Gegner in der Nähe befinden und dort campen. Darüber hinaus erkennt das Programm, ob der wiederbelebte Spieler im Blick eines Snipers auf die Karte zurückkehrt. Diese Vorrichtungen sind äußerst gut gelöst und bringen deutlich mehr Spielspaß mit sich. Einzige Wermutstropfen sind die Tatsache, dass es in den Karten sowohl unsichtbare Wände gibt, an denen ihr nicht weiter kommt, sowie stellenweise Performance-Einbrüchen bei zu vielen Rauchgranaten und zu vielen Explosionen.

Fazit

Mit Ghost Recon Advanced Warfighter 2 stellt Ubisoft den Vorgänger deutlich in den Schatten. Zwar ist am Spielprinzip so gut wie gar nichts geändert worden, und auch inhaltlich gibt es nichts wesentlich neues. Doch das, was euch in den virtuellen 72 Stunden geboten wird, gehört an Storyline, packenden Feuergefechten, unglaublich dichter Atmosphäre und Neuerungen und Verbesserungen im Detail, unstrittig zum Besten, was euch in der Zeit seit Markteinführung der Xbox 360 sowohl qualitativ, als auch quantitativ geboten wurde. Wie derartige Spieleindrücke in Zukunft noch überboten werden sollen, ist uns zum jetzigen Zeitpunkt fast schon ein Rätsel. Wenn auch die gegnerische KI wieder einmal sehr hart ist, können wir GRAW2 nur jedem, der auch nur annähernd sich für dieses Genre begeistern kann, wärmstens ans Herz legen. Solisten, ebenso wie Multiplayerfans, sollten zugreifen. Wer dennoch letzte Zweifel hegt, dem empfehlen wir die Singleplayer- oder Multiplayer Demo auf dem Xbox Live Marketplace.

Ghost Recon Advanced Warfighter 2 [X360 , looki.de]

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