Ghost Recon: Advanced Warfighter

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Red Storm Entertainment
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
16
Ghost Recon: Advanced Warfighter [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

93%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Ghost Recon: Advanced Warfighter

Ursprünglich als Launchtitel für Microsofts Xbox 360 geplant, dann zweimal verschoben, erscheint nun endlich Tom Clancys: Ghost Recon Advanced Warfighter. Bislang stand die Marke Clancy für Top Titel. Wer erinnert sich nicht gerne an die legendäre Delta Force oder die immer noch aktuelle Splinter Cell-Reihe. Mit der geballten Rechenpower der Redmonder Konsole und einem Spezialistenteam an Bord will Ubisoft nun erstmals zeigen was auf der Xbox 360 grafisch und spielerisch möglich ist. Um euch ein Bild von der Front zu vermitteln, haben wir uns für euch in den Häuserschluchten und über den Dächern von Mexico City stundenlange Feuergefechte geliefert. Und eins lässt sich bereits vorab sagen: Noch nie war man mehr drin statt nur dabei.

Mexico 12:52 Uhr die Frisur hält

Wir schreiben das Jahr 2013. Im südamerikanischen Mexico City herrschen Chaos und Anarchie. Der Präsident wird entführt und Rebellen besetzen die Stadt. Überall brennt es und Zivilisten verschanzen sich sicherheitshalber in ihren Häusern. In dieses Tohowabohu hinein geratet ihr als Ghost Recon Anführer Scott Mitchell zusammen mit eurem kleinen Team. Euer Ziel ist es, die Rebellen zurückzuschlagen, und Mexico City wieder zur Ordnung zurückzuführen.

High Tech Krieger

Um gegen die zahlenmäßig überlegenen Gegner bestehen zu können, verfügen die Ghosts über ein hoch technisiertes Informationssystem, mit dem sie permanent über die Basiszentrale die allerneusten Situationsupdates mitgeteilt bekommen, untereinander kommunizieren oder auch Verstärkung rufen können.

Natürlich verfügt der Soldat des 21. Jahrhunderts auch über das nötige Waffenarsenal. Dies besteht bei Ghost Recon: Advanced Warfighter aus nicht weniger als 25 unterschiedlichen Waffen von der Sniperrifle, über Bazookas bis hin zu Spezialgewehren oder MGs. Ein weiterer taktischer Vorteil sind die so genannten Aufklärungsdrohnen, mit denen ihr feindliche Gebiete erforschen könnt. Diese fliegenden Einheiten werden über eine Spezialkarte aus der Vogelperspektive gesteuert. Euch zur Hilfe kommen innerhalb der Missionen unter anderem Blackhawks oder Barkleys. Doch Vorsicht: Wer sie zu stark in die Front hinein manövriert muss mit schnellem Feindkontakt und einem Abschuss rechnen.

Gleiches gilt für euch und eure Teamkameraden. Eine gute Deckung, aus welcher heraus ihr eure Feinde aufs Korn nehmt, ist das A und O. Denn leider sind die meisten eurer Kontrahenten mit Adleraugen gesegnet und entdecken euch über eine Distanz, die schon jenseits von Gut und Böse liegt. Und genau wie eure Kollegen, haben auch sie eine gute KI spendiert bekommen. Wer meint, Ghost Recon „mal eben“ durchspielen zu können –womöglich auf „schwer“ - wird schnell eines besseren belehrt. Denn die Häuser- und Straßenkämpfe haben es wirklich in sich.

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Abwechslung wird in der linearen Solokampagne recht viel geboten. Mal säubert ihr ein feindliches Gebiet vom Blackhawk aus, bevor ihr es zu Fuß infiltriert. Ein anderes Mal rettet ihr VIPs oder sprengt Versorgungsgeneratoren in die Luft. Insgesamt erstreckt sich der Singleplayer über zwölf umfangreiche Level, die allerdings allesamt in oder um Mexiko Stadt angesiedelt sind.

Im Multiplayer dürft ihr mit bis zu 16 Spielern im Coop-Modus gegeneinander antreten. Gespielt wird dabei im lokalen Netzwerk, via System Link oder über Xbox Live. Ihr dürft selbst Spiele anlegen, Lobbys beitreten und Ranglistenspiele ausfighten. Als Spielmodi stehen Team-Vernichtung, Team Gebiet, Team-Missionsziel, Solo-Vernichtung, Solo-Gebiet, Kampagne, Koop-Vernichtung, Koop-Gebiet, Koop-Missionsziele und Solo-Missionsziel auf dem Plan. Bei den Vernichtungsmodi ist es das Ziel, alle anderen Spieler zu eliminieren. Die Gebietsmodi geben euch als Ziel vor, einige Zonen auf der Karte einzunehmen. In den Missionsziel-Varianten hingegen heißt es, ein vorab ausgegebenes Ziel auf der Karte einzunehmen.

Überraschenderweise sehen einige Multiplayerkarten noch einen Tick besser aus, als ihre vergleichbaren Solo-Pendants. Leider wurde auf die Physik, die in die Offlinekampagne gesteckt wurde, im Mehrspielermodus nahezu verzichtet. Das schmälert allerdings den Spielspaß kein bisschen.

O Captain my Captain!

Was uns auch als äußerst angenehm aufgefallen ist, ist das Handling der Soldatengruppe. Per einfacher Order laufen sie zum nächsten Punkt, gehen in Deckung, schießen selbständig auf Feinde oder warten auf ihr nächstes Einsatzziel. Ihr habt wie bei vergleichbaren Titeln die komplette Kommandogewalt in euren Händen. Das heißt leider auch, dass ihr euren Teamkameraden immer befehlen müsst, sich um einen verletzten Kollegen zu kümmern. Auch wenn sie direkt vor den Füßen der Mitstreiter zusammensacken und verbluten, kümmern sich eure Mannen einen feuchten Kehricht drum. Ein wenig mehr Eigeninitiative hätte nicht geschadet.

Damit ihr nicht die Orientierung verliert, arbeiten die Entwickler viel mit Anzeigen und Farben. Rote Quadrate bedeuten Feinde, grüne Verbündete. Auch die Gesundheit eurer Teammitglieder habt ihr zu jeder Zeit im Auge.

Übersichtlicher geht es kaum noch. Angenehm aufgefallen ist uns die Tatsache, dass es innerhalb der Missionen keine Ladezeiten gibt. Lediglich an den Sammelpunkten, an denen eure Gesundheit aufgefrischt und euer Team verstärkt wird, wird kurz geladen. Leider gibt es im Spiel nur wenige Auto-Savepoints, was zur Folge hat, dass ihr so manchen virtuellen Tod sterben werdet. Doch die Motivation die Level zu schaffen, dürfte bei den meisten so groß sein, dass dieser Wermutstropfen leichter zu verkraften ist.

Seid live an der Front dabei

Das richtige Feeling kommt jedoch nicht nur durch das tolle Gameplay auf. Vor allem die Bombastgrafik, welche absolut das Prädikat „Next-Gen“ verdient, sorgt für ein unvergleichliches Spielerlebnis. Eine phänomenale Weitsicht, eine immense Detailverliebtheit und trotz fehlenden Bumpmappings eine traumhafte Umgebung. Zwar sehen einige Texturen ziemlich verwaschen aus. Dafür können traumhafte Sonnenuntergänge und eine hervorragend in Szene gesetzte Action für diese Minifehler entschädigen. Auch die zum Teil schwankende Framerate, nimmt man gern in Kauf. Was Ubisoft da auf den Bildschirm zaubert, schlägt alles bislang da gewesene um Längen.

Selbiges können wir auch über den Sound sagen. Besitzer einer Dolby 5.1 Anlage werden vor Freude mit der Zunge schnalzen. Satte Explosionen, basslastige Waffensounds und eine überwiegend gelungene Synchronisation, lassen kaum etwas zu wünschen übrig. In Kombination mit einem HDTV Gerät bekommt Ghost Recon Advanced Warfighter noch ein wenig mehr Feinschliff. Aber auch auf herkömmlichen Röhrenbildschirmen, ist der Titel ein optisches Festmahl. Auch das wirklich als kinoreif zu beschreibende Intro und sämtliche in Ingamegrafik gehaltenen Zwischensequenzen wissen absolut zu gefallen.

Fazit

In meinen Augen ist Ghost Recon Advanced Warfigher neben Kameo der erste Titel, der auf Microsofts Xbox 360 wirklich als Next-Generation Spiel zu bezeichnen ist. Hier stimmt nahezu alles. Eine gute Spielbarkeit, ein exzellenter Multiplayer gekleidet in eine in der Form noch nie da gewesene Optik zeigen, was bereits heute auf der Xbox 360 möglich ist. Einsteiger und Gelegenheitsspieler sollten vor dem Kauf allerdings erst einmal Probe spielen, um nicht nur von Frustmomenten und schnellem Ableben geplagt zu werden.

Ghost Recon: Advanced Warfighter [X360 , Justgamers]

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