Guitar Hero 3: Legends of Rock

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Activision
Entwickler
Neversoft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Guitar Hero 3: Legends of Rock [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Guitar Hero 3: Legends of Rock

Seit gut anderthalb Jahren verzückt Guitar Hero nun schon die Rocker-Community mit seinem genialen Gameplay. Wer hätte damals gedacht, dass sich aus der netten Idee, mit einem Gitarren-Controller Songs nachzuspielen, ein derartiger Kult entwickelt. Dass die Jungs von Neversoft ein gutes Gespür für formidable Rockmusik haben, bewiesen sie bereits mit ihrer Songauswahl der Tony Hawk-Reihe. Nun sind sie erstmals auch für die Guitar Hero-Serie verantwortlich. Das Wichtigste vorab: Ihr Einstand ist ausgezeichnet gelungen. Mit Guitar Hero 3 steht euch der bislang geilste Teil überhaupt ins Haus. Warum erfahrt ihr in unserem Test.

Die Jungs wissen wie man rockt!

Auch wenn viele Fans befürchteten, dass mit dem Wechsel des Entwicklers gleichzeitig der Spielspaß des kultigen Guitar Hero in Mitleidenschaft gezogen werden könnte; das Resultat heizt alle Skeptiker zu euphorischen Jubelstürmen an. Klar, das Spielprinzip ist natürlich kaum verändert worden und hat nur einige kleine Verbesserungen und Erweiterungen spendiert bekommen, aber warum auch die Suppe neu kochen, wenn das alte Rezept doch noch immer gar köstlich mundet? Wer sagt, dass der Preis des Controllers inklusive Spiel zu hoch angelegt ist, wird bislang wohl noch nicht in den Genuss des Ausnahmetitels gekommen sein. Guitar Hero 3 bietet mehr Inhalt als je zuvor und ist ganz einfach sein Geld wert. Basta!

Watt is?!

Ihr habt Guitar Hero noch nie gespielt? Ehe wir uns lange damit aufhalten, sei nur soviel gesagt. Ihr bekommt im Spiel eine Art Fließband mit farbigen Noten vorgesetzt und müsst im richtigen Moment den entsprechend Button auf eurem Controller drücken und gleichzeitig den Anschlag bedienen. Was sich in der Theorie noch eher langweilig anhört, entpuppt sich in der Praxis als schier süchtig machendes Spielprinzip. Blutige Finger garantiert. Das so genannte Rock-O-Meter zeigt euch jederzeit an, wie ihr euch macht. Schafft ihr es bestimmte Notenfolgen fehlerfrei zu klimpern, schaltet ihr Starpower frei. Also schnell den Gitarrenhals in die Luft gerissen und schon geht euer Alter-Ego richtig ab und kassiert Punkte satt. Je besser ihr spielt, desto höher euer Punkte-Multiplikator. Aber was bringt das schönste Spielprinzip, wenn die Songs Müll sind?

Umso besser, dass die Songauswahl wahrhaft meisterlich gewählt worden ist. Für jeden Gitarren-Fan dürften die passenden Klänge dabei sein. Punk Rock-Freunde freuen sich über Social Distortions „Story of my Life“, „Holiday in Cambodia” von den legendären Dead Kennedys sowie der Neuauflage des kultigen „Anarchy in the UK“, für welche sich die Sex Pistols extra ins Studio aufgemacht haben, um den Song neu aufzunehmen.

Metalheads werden mit Slayer, Metallica, Slipknot und Iron Maiden ihre Freude haben. Sogar an die alte Schule wurde gedacht und so haben die Rolling Stones und Santana ihren Weg in das Songaufgebot gefunden. Insgesamt dürft ihr aus satten 70 Songs wählen und ordentlich abrocken. Und auch wenn es einige fragwürdige Vertreter gibt (Was zur Hölle haben Revolverheld hier zu suchen?!), die Auswahl übertrifft die der Vorgänger bei Weitem. Nebenbei bemerkt sind gut über die Hälfte der Songs von den Original-Interpreten gesegnet worden. Die gecoverten Songs sind allerdings auch wirklich gut gelungen, so dass sich eigentlich niemand unbedingt auf den Schlips getreten fühlen dürfte. Darüber hinaus lassen sich via Xbox Live neue Songs herunterladen. Zurzeit ist beispielsweise schon ein Foo Fighters-Pack verfügbar, wenn auch kostenpflichtig. Weitere Packs sind in Planung.

Guitar Hero 3 bietet natürlich auch einen Karrieremodus, wie schon seine Vorgänger. Ihr klampft ihr euch als Newcomer-Kombo von euren Garagentagen bis hoch zum Rock-Olymp und müsst nebenbei sogar dem Deibel höchstpersönlich Paroli bieten. Die Story, wenn überhaupt davon sprechen kann, wird dabei mit kurzen aber gelungen Tricksequenzen voran getrieben.

Nachdem ihr eine Location gemeistert habt, steht entweder ein Zugabensong oder neuerdings ein Boss-Battle auf dem Plan, womit wir auch schon bei der ersten Neuerung wären.

In den Battles, in denen ihr gegen Rocklegenden wie Slash von Guns N' Roses und Velvet Revolver oder Tom Morello von Rage Against The Machine und Audioslave antreten müsst, müsst ihr euerm Gegenüber zeigen, dass ihr der wahre Rockgott seid. Dafür spielt ihr abwechselnd deftige Riffs, die euch zu Powerups verhelfen, mit welchen ihr euerm Gegner das Leben schwer machen könnt. So könnt ihr seinen Schwierigkeitsgrad kurzzeitig erhöhen, eine seiner Saiten reißen lassen oder auch sein Tremolo verrückt spielen lassen. Eine nette Dreingabe, wenn auch keine sonderliche Bereicherung. Mit jedem gemeisterten Gig sahnt ihr eine kleine Gage ab und könnt diese im Shop gegen neue Bonussongs, Gitarren, Outfits oder Charaktere eintauschen. Richtig lustig wird es, wenn ihr euch einen Freund schnappt und mit ihm zusammen die Karriere im Koop-Modus angeht. Nicht nur, dass einer dabei dann die Lead- und der andere die Rhythmus- oder sogar Bass-Gitarre spielen kann, ihr werdet sogar mit neuen Songs belohnt, die nur im Koop-Modus zur Verfügung stehen.

Neben des Karriere-Modes könnt ihr euch noch im schnellen Spiel und erstmals sogar in genialen Online-Schlachten austoben. Gerade Letztere sind eine geniale Ergänzung und man fragt sich, warum dieser erst jetzt in das Spiel gepackt worden ist. Aber seid gewarnt, denn die Guitar Hero-Community, mit der ihr euch online anlegt, ist alles andere als Fallobst. Im Online-Modus könnt ihr euch in den Varianten Duell, Pro-Duell oder im Battlemode austoben. Wenn ihr einem Gegner online erstmals zeigt, wie galant ihr euch im Umgang mit der Gitarre versteht, ist das schon ein erhabenes Gefühl. Seit kurzem ist es dank Patch sogar möglich, online Songs zusammen mit seinen im Koop-Modus zu zocken. Schade ist nur, dass ihr den Karriere-Mode nicht online angehen könnt. Dies hätte dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Dennoch: Die Songs online spielen zu können ist einfach eine Offenbarung, die zudem noch vollkommen frei von störenden Lags abläuft. Daumen hoch!

Der Schwierigkeitsgrad bei dem neuen Teil wurde nochmals stark angezogen. Zwar gibt es nach wie vor vier verschiedene Stufen und auch die Hammer-ons und Pull-offs, welche mittlerweile viel besser zu erkennen sind, sind leichter zu meistern, spätestens auf der dritten solltet ihr die verschiedenen Griffe wie aus dem FF beherrschen, um das Ende des Songs überhaupt mitzuerleben und nicht vom Publikum mit schaurigen Buh-Rufen ins Rock-Nirvana geschickt zu werden.

Erst hier werden alle fünf Tasten des Controllers genutzt und das teilweise auf wirklich extreme Art. Dadurch werden Guitar Hero-Veteranen zwar mehr denn je gefordert, Neulingen dürfte der Einstieg allerdings etwas schwerer fallen, weshalb diese sich sehr lange mit den ersten beiden Schwierigkeitsgraden aufhalten werden. Das Glücksgefühl, einen schweren Song dann aber endlich gemeistert zu haben, ist dann umso traumhafter.

.

Einmal Gibson zum mitnehmen!

Grafisch gesehen hat man sich im Vergleich zum zweiten Teil nochmals gehörig ins Zeug gelegt. Eure Band wird zwar noch immer im Comic-Look dargestellt, vor allem die Lippenbewegungen passen aber nun endlich zum Gesang. Ab und zu kam die Framerate zwar leicht ins Stocken, wirkte sich allerdings nicht auf den Spielspaß aus. Für alle, die den zweiten Teil schon ihr eigen nennen und noch überlegen, ob sie die Gitarre lieber im Laden liegen lassen und nur das Spiel mitnehmen, sei gesagt, dass die Qualität im Vergleich zur letzten Variante stark verbessert worden. Das Tremolo ist besser ausgearbeitet worden, der Hals lässt sich neuerdings für den leichten Transport abnehmen und man hat tatsächlich das Gefühl, echte Wertarbeit in den Händen zu halten. Davon abgesehen, ist das lästige Kabel nun endlich verschwunden, so dass ihr endlich ohne Rücksicht auf Verluste zum Stagediving von der Couch ansetzen könnt.

Fazit

Der Anfänger: Vor einigen Wochen habe ich mir doch glatt eine E-Gitarre zugelegt um ein wenig das Klampfen zu lernen. Das Lernen ist allerdings frustrierend da schnelle Erfolge ausbleiben. Gut, dass es Guitar Hero 3 gibt. Im Handumdrehen kann man seine Lieblingslieder, bei denen auch ihr sicherlich eure Favoriten finden werden, nachspielen. Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad wohl gemerkt. Schwierige Lieder wie One von Metallica oder Raining Blood von Slayer verweigern mir jedoch den Abschluss der Karriere auf Mittel. Halb so wild, denn die Lieder sind so ausgelgt, dass man als Anfänger auch auf Leicht teilweise ordentlich gefordert wird.

Seit knapp zwei Wochen ist Guitar Hero 3 bei mir der Partyhit schlecht hin. Zu zweit im Koop zu rocken macht nicht nur mehr Spaß, man ist auch dafür verantwortlich, dass die anwesenden Gäste ordentlich Musik geboten bekommen. Das kann schon mal einen Schlag in die Seite geben bevor gewechselt wird. Frauen, Männer, Rockfanatiker oder Personen ohne Taktgefühl - nach nur kurzer Zeit der Eingewöhnung hat es bislang jeder geschafft einen ordentlichen Auftritt hinzulegen. Deshalb eignet sich Guitar Hero 3 nicht nur für erfahrene Spieler sondern eben auch für alle anderen. Allerdings machen die Lieder, wenn man es denn kann, auf den höheren Stufen weitaus mehr Spaß. Ansonsten kann ich mich meinen Kollegen nur anschließen: Guitar Hero 3 rockt einfach!

Guitar Hero 3: Legends of Rock [X360 , looki.de]

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