Heroes over Europe

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Atari
Entwickler
Atari
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Heroes over Europe

Gesamtwertung

76 %/10

Grafik

8

Sound

8

Lanzeitspaß

Ungenügend

Spieleinstieg

7

Bedienung

8

Heroes over Europe

Spätestens seit der Ace Combat-Reihe aus dem Hause Namco erfreut sich das Genre der Luftkampfsimulationen größter Beliebtheit. Eigentlich, denn im Gegensatz zu Ego-Shootern und Action-Abenteuern scheinen brummende Luftfahrzeuge und Kondensstreifen nur ein Schattendasein am Spielehimmel zu führen. Nach monatelanger Abstinenz ist mit Heroes over Europe nun ein neues Luftkampfspiel aus dem Hangar gerollt und verspricht mit haarsträubenden Dogfights in über 15 Missionen sowie einem Online-Multiplayer-Modus mit bis zu 16 Spielern Action am laufenden Band. Ob der Weg zur Freiheit auch in diesem Fall durch die Lüfte führt, oder ob Ihr lieber gleich den Fallschirm benutzen solltet, erfahrt Ihr in unserem Review.

Geschichtsstunde

Am 1. September 1939 überfielen die deutschen Truppen Polen. Ein Sturm brach los, der sich seit der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles zusammengebraut hatte. Der zermürbende Stellungskrieg des Ersten Weltkrieges sollte sich nicht wiederholen. Ein "Blitzkrieg" von Infanterie, Panzern und Flugzeugen überrollte Europa und vernichtete alles in seinem Weg. Es schien als würde sich der deutsche Blitzkrieg ungebremst fortsetzen und die ganze Welt ins Verderben stürzen.

Basierend auf ihren Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg glaubten die Veteranen unter den Piloten, dass die Geschwindigkeit der neuen Flugzeuge Luftkämpfe unmöglich machen würden. Sie sollten eines Besseren belehrt werden. In den brennenden blauen Himmeln über Europa brach dank dem Wunder der menschlichen Anpassungsfähigkeit ein neues Zeitalter des Luftkampfes an. Es war anders als alles, was die Piloten zuvor erlebt hatten - oder jemals wieder erleben sollten.

Die drei Musketiere

Während Eures Einsatzes bei Heroes over Europe schlüpft Ihr in die Haut von drei verschiedenen Piloten aus unterschiedlichen Ecken der Welt. Hauptsächlich geht es über Deutschland und England zur Sache, Ihr dürft Euer Können aber auch über den französischen Alpen oder dem Pazifischen Ozean unter Beweis stellen.

Das Missionsdesign bietet dabei allerdings keine große Abwechslung. Meistens beschäftigt Ihr Euch mit Dogfights, Bombardements sowie Geleitschutz- und Aufklärungsmissionen.

So müsst Ihr beispielsweise innerhalb eines Zeitlimits ein feindliches Geschwader abschießen oder V2-Raketen eliminieren. Aufgelockert wird der meist triste Spielverlauf durch Missionen, in denen Ihr nicht nur feindliche Flieger vom Himmel hohlen müsst. Da gibt es zum Beispiel Missionen in uralten Doppeldeckern, mit denen Ihr durch den Einsatz von Torpedos Schlachtkreuzer versenken müsst. In einer anderen Mission müsst Ihr hingegen im Tiefflug über den Straßen von Berlin navigieren, um dem feindlichen Flakfeuer zu entgehen.

Darüber hinaus bietet Heroes over Europe auch Bosskämpfe. Ab und zu tauchen nämlich Vollblutprofis auf, die extrem aggressiv agieren und sich nicht so leicht ins Visier nehmen lassen. Der Anspruch an Euer Können hinter dem Steuerknüppel steigt dann rapide an und verlangt Euch einiges ab. Die KI der Gegner, die Euch aber sonst vor die Flinte fliegen, ist weniger berauschend. Hier fehlen einfach die waghalsigen Manöver der computergesteuerten Kontrahenten, die den Luftkampf um einiges interessanter machen würden. Zeichnet Ihr dann doch einmal in einem brennenden Wrack das Zeitliche, versetzt Euch das Spiel an einen der letzten Checkpoints zurück, die zahlreich während der Mission gesät werden.

Arcade statt Simulation

Im Gegensatz zum fast zeitgleich erscheinenden IL-2 Sturmovik: Birds of Prey fokussiert Heroes over Europe ein arcadelastiges Spielerlebnis. Im Grunde kann man das Luftkampfspiel aus der Feder der in Melbourne ansässigen Entwickler von Transmission Games getrost als Ego-Shooter über den Wolken ansehen. Schnickschnack wie Strömungsabriss, Treibstoff-, Munitions- und Druckanzeigen gibt es nicht. Stattdessen steht bei Heroes over Europe einzig und allein der erbarmungslose Luftkampf im Vordergrund, der lediglich durch das Überhitzen der bordeigenen Maschinengewehre gebremst werden kann. Selbst das Schadensmodell erinnert unumgänglich an einen Ego-Shooter: Die "Lebensenergie" Eures Luftkampfgefährts regeneriert sich nämlich schlagartig, wenn Ihr einige Sekunden lang nicht dem gegnerischen Feuer ausgesetzt seid.

Ihr braucht Euch deshalb auch keine Gedanken um durchlöcherte Tragflächen oder brennenden Motoren machen. Dank des arcadelastigen Spielgeschehens fliegt sich Eure ramponierte Mühle noch genauso gut wie beim Erstflug.

Ein Feature, das die Orientierung von Heroes over Europe bestens verdeutlicht, ist die Ace Kill-Funktion. Ähnlich wie bei einem Headshot in einem Ego-Shooter könnt Ihr Eurem Kontrahenten in luftigen Höhen mit nur einem Schuss den Garaus machen. Dazu müsst Ihr den gegnerischen Kampfpiloten nur eine gewisse Zeit in Eurem Zielvisier halten und nah genug hinter der Maschine fliegen.Nun könnt Ihr per Tastendruck heranzoomen und die Zeit verlangsamen. In diesem Modus werden Euch schließlich die Schwachstellen des Flugzeuges farbig markiert, die Ihr ins Visier nehmen sollt. Betätigt Ihr dann den Abzug, rauscht das Flugzeug in einer ansehnlichen Animation zu Boden.

Präsentation über den Wolken

Die in Melbourne ansässigen Entwickler von Transmission Games haben Heroes over Europe mit einer neu entwickelten Grafikengine versehen, die die Messlatte für kommende Luftkampfspiele höher setzen soll.

Allein das partielle Schadensmodell der Flugzeuge sorgt dabei für Begeisterung, schließlich können so zahlreiche Einschusslöcher am Rumpf sowie den Tragflächen dargestellt werden. Auch die Grafik selbst ist ansehnlich. Beim Tiefflug präsentieren sich die Texturen zwar etwas matt und eintönig, was dem Spielspaß aber in keinster Weise schadet. Schließlich handelt es sich bei Heroes over Europe um ein Luftkampfspiel, das - wie der Name schon sagt - in der Luft spielt. Die Sichtweite ist ebenfalls gut gewählt, die Landschaften sehen von oben wunderschön aus und auch alle Effekte können sich sehen lassen.

Auf soundtechnischer Ebene braucht sich Heroes over Europe ebenfalls nicht zu verstecken. Die deutsche Synchronisation fällt im Vergleich zur englischen Sprachausgabe zwar nicht so gut aus, sorgt aber dennoch für die entsprechende Atmosphäre. Abgerundet wird das Ganze durch nette schwarz-weiß Propagandafilme, die die Story weitererzählen, sowie zahlreiche Dialoge während des Spiels und in den Zwischensequenzen.

Fazit

Im Gegensatz zu IL-2 Sturmovik: Birds of Prey fokussiert Heroes over Europe aus dem Hause Ubisoft ein unkompliziertes und actiongeladenes Spielerlebnis. Genau aus diesem Grund würde ich mich persönlich auch für die "Helden über Europa" entscheiden. Das Spielerlebnis ist einfach unkompliziert und hängt nicht von Faktoren wie Strömungsabriss und diversen Barometern im Cockpit ab. Darüber hinaus kann sich auch die technische Umsetzung des Titels sehen lassen: Grafik und Sound sind gut gelungen und vermitteln die richtige Atmosphäre. Größter Wehrmutstropfen ist wohl die kurze Spielzeit von nur etwa zehn Stunden. Wer sich danach noch in luftige Höhen begeben möchte, der kann sein Können im Multiplayer-Modus unter Beweis stellen: Bis zu 16 Spieler können sich gleichzeitig heiße Luftkämpfe liefern - dabei stehen alle in der Kampagne freigeschalteten Flugzeuge zur Verfügung. Der Rest beschränkt sich allerdings auf das Minimum: Zwei Spielmodi, die Ihr entweder allein oder im Team angehen könnt.

Heroes over Europe

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