Hitman: Blood Money

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Eidos
Entwickler
I/O Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
18
Hitman: Blood Money [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Hitman: Blood Money

Auftragskiller ist schon ein schöner Beruf. Man hat es nur mit vornehmen Leuten zu tun, die einen gut bezahlen und kommt überall in der Welt herum. Man kann in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen und als Agent den anderen immer eine Nasenlänge voraus sein. Der Meister des Faches ist wohl Agent 47, Star der mittlerweile legendären Hitman Reihe. In seinem vierten Abenteuer begleitet ihr nun den Glatzkopf erstmals auch auf der Xbox 360. Ob sich die Reise lohnt oder ob ihr lieber das Geld in einen Reiseführer investieren solltet, erfahrt ihr in unserem Test zu Hitman: Blood Money.

Blutgeld oder Lehrgeld?

Dass der Hitman für Extravaganz der gehobenen Klasse steht, dürfte nicht nur Fans der Serie bekannt sein. Gerade die Intros der Vorgänger verliehen den Titeln ihre unverwechselbare Note. Und auch der vierte Teil beginnt wieder einmal verwirrend und mit einem Gänsehautmoment. Nachdem ihr die DVD ins Xbox 360 Laufwerk eingelegt habt, seht ihr als erstes eine Madonnenstatue. Aus den Boxen schallt euch das Ave Maria von Schubert entgegen. Die Trauerszene wirkt verstörend und beruhigend zugleich. In der nächsten Szene bricht ein Jahrmarktsriesenrad nach einer gewaltigen Explosion in sich zusammen. Anscheinend handelt es sich um einen Anschlag. Es folgen Schwenks über mehrere Zeitungen und Stimmengewirr diverser Reporter. Ein Mann sitzt trauernd an seinem Schreibtisch und weint um seinen Verstorbenen Sohn. Dann greift er zu seinem Handy und erteilt einen Auftrag, den kein geringerer als der Hitman ausführen soll: Findet den Besitzer des Parks, der verantwortlich für das Unglück ist.

Diese erste Mission ist zugleich das Trainingslevel. Zunächst sollt ihr den Pier betreten. Bereits nach wenigen Schritten lassen sich erste Neuerungen gegenüber der Vorgänger feststellen: Bewegt ihr euch auf ein höher gelegenes Ziel zu, klettert der Hitman automatisch darauf. Auch das Springen funktioniert nicht mehr via Knopfdruck. Somit wird hektisches Knöpfe drücken unterbunden. Andererseits wirkt die Interaktivität hier doch recht eingeschränkt. Während ihr also auf eurem Weg seid, erhaltet ihr über ein Mikrofon Updates zu eurer Mission und Einblendungen zu parallelen Geschehnissen. Am Tor des Jahrmarkts angekommen, erwartet euch eine unfreundliche Wache, die ihr mit einem festen Würgegriff durch die Gitterstäbe ausschaltet. Anschließend gilt es ins Hauptgebäude einzudringen und schlussendlich euer Zielobjekt ins Jenseits zu befördern.

Klaviersaiten zweckentfremdet

Wer Agent 47 kennt, der weiß, dass er ein Freund von vielfältigen Tötungsarten ist. Seine Waffen reichen dabei von der schallgedämpften Pistole, der W2000, einer Klaviersaite und ähnlich beeindruckendem Werkzeug hin zu Baseballschlägern, Snipergewehren und vielem anderem mehr. Nach einer absolvierten Mission, könnt ihr die Waffen upgraden oder neue erwerben, Medikamente kaufen und – erst dann – speichern. Ja, ihr habt richtig gelesen. Zwar stehen euch im Spiel – je nach Schwierigkeitsgrad – mehrere Quicksaves zur Verfügung. Wer dann allerdings seine Konsole ausschaltet, muss das gesamte Level noch einmal spielen.

Der Tod kommt auf leisen Sohlen

Apropos Zeitliches segnen: Im Gegensatz zu den ersten drei Teilen, wird die Story von Hitman: Bloodmoney in der Rückschau erzählt. Ein Reporter führt ein Interview und erfährt, was eigentlich nicht sein kann. Der weltbeste Agent mit der Zusatzzahl 47 weilt nicht mehr unter den Lebenden.Um jederzeit Herr der Lage zu bleiben, haben die Entwickler eine Minimap nebst Legende eingebaut, welche ihr bequem über die LB-Taste aufrufen könnt.

Rambo oder Sam Fisher?

Wie ihr eure Aufträge erledigt, bleibt euch selbst überlassen. Ihr könnt geschickt im verborgenen agieren, euch mit der Kleidung diverser Bediensteter, welche ihr flugs um die Ecke bringt und dann verschwinden lasst, eine neue Identität verpassen, Morde wie Unfälle aussehen lassen oder ganze Bereiche mittels Bomben neutralisieren. Oder ihr schnappt euch einfach einige durchschlagende Argumente und mäht eure Gegner nieder. Hier solltet ihr allerdings auch mit Köpfchen vorgehen. Denn die Feinde sind nicht dumm. Wer ohne Schallschutz oder an öffentlichen Plätzen Amok läuft, muss sich nicht wundern, wenn er selbst ziemlich schnell das virtuelle Zeitliche segnen wird. Je nachdem, auf welche Art ihr im Spiel vorgeht, werdet ihr dann nach den Missionen bezahlt. Wer alle Aufträge lautlos und ohne großes Aufsehen ausführt, erhält mehr Geld für neues Inventar, als der Kamikazekämpfer, der alles um sich rum ins Nirwana befördert. Ihr müsst also entscheiden, was euch lieber ist. Die Freiheit lässt euch das Programm.

Ob damit die Abenteuer des Profikillers nun endgültig abgeschlossen sind, der Hitman wirklich tot ist, und wie es überhaupt dazu kommen konnte, erfahrt ihr in den umfangreichen 13 Missionen und den zahlreichen Zwischensequenzen. Dass die Hintergrundgeschichte voller Überraschungen und unerwarteter Wendungen steckt, spricht für die Storyschreiber im Hause I/O Interactive. Leider wurde auf einen Multiplayer komplett verzichtet. Dass dieser durchaus unterhaltsam sein kann, beweisen die Mitbewerber zur Genüge. Vielleicht wird hierzu beizeiten ein Patch nachgereicht.

Next-Gen Killer

Grafisch dürft ihr euch – auch im Vergleich zur PC-Version – auf Einiges gefasst machen. Vor allem der Hitman selbst und die hoch aufgelösten Umgebungstexturen wissen gerade in HDTV-Qualität zu überzeugen. Zwar findet hier kein optischer Quantensprung statt, doch beweisen die Entwickler, dass Stimmung und Atmosphäre zu einem künstlerisch anspruchsvollen Gesamtbild verbunden worden sind. Leider müssen aber auch Abstriche in Sachen Ideenreichtum verbucht werden. Die Gegner sehen irgendwie allesamt gleich aus und unterscheiden sich meist lediglich in ihrem Outfit. Doch die Licht- und Schattenspiele kommen denen eines hier genreführenden Splinter Cell ziemlich nahe.

Neben der größtenteils recht schmucken Grafik sind es einmal mehr die überwiegend exzellent ausgewählten Sprecher – allen voran ein mehr als cooler Agent 47, die zur einmaligen Atmosphäre beitragen. Die deutschen Synchronstimmen stehen ihren englischen Vorbildern in nichts nach.

Fazit

Mit Hitman: Blood Money geben I/O Interactive einen respektablen Einstand auf der Xbox 360. Die cineastische Inszenierung gerahmt von einer spannenden Handlung und zahlreichen Möglichkeiten vorzugehen, können durchweg überzeugen. Bis auf kleine Abstriche gilt dies auch für die Grafik. Sprecher und Sound sind über allen Zweifel erhaben und die verschiedenen Schwierigkeitsstufen wissen sowohl Gelegenheitsspieler als auch Profis, vor dem heimischen Bildschirm zu fesseln. Wer gerne vorab einmal Probespielen möchte, lädt sich einfach die Demo-Version vom Xbox Live Marketplace.

Hitman: Blood Money [X360 , Justgamers]

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