Import Tuner Challenge

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Ubisoft
Entwickler
Genki
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
0
Import Tuner Challenge [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

62%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Ausreichend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Sehr gut

Import Tuner Challenge

Tuning Fans aufgepasst! Mit Import Tuner Challenge bringt der japanische Entwickler Genki einen Xbox 360 Titel auf den Markt, welcher mit aufgemotzter Grafik, einer Fülle an fahrbaren Untersetzen, sowie Online-Rennen über Xbox Live glänzen soll. Doch ist das Spiel keine völlige Neuentwicklung, sondern vielmehr die Fortsetzung der Tokyo Highway Battle-Serie, die vor einigen Jahren sowohl für Dreamcast als auch für Sony’s Playstation 2 erschienen ist.

Das Herzstück – Der Quest Mode

Neben den üblichen Rennspielmodi, wie dem Zeitfahren und dem Versus-Modus, liegt das Hauptaugenmerk in Import Tuner Challenge auf dem Quest Mode. Hier dürft ihr euch gleich zu Beginn für einen fahrbaren Untersatz entscheiden, der euren Vorstellungen entspricht und das Budget nicht übersteigt. Die Wahl fällt nicht leicht, gibt es doch einige Fahrzeuge unterschiedlicher japanischer Automarken, wie beispielsweise Toyota, Mazda oder Subaru, die hier zum Verkauf angeboten werden. Leider fanden europäische, oder gar amerikanische Marken nicht ins Spiel. Nach dem Kauf kann nun das Tunen in der eigenen Werkstatt beginnen. Schnell wird klar, dass der Individualität keine Grenzen gesetzt sind, da es möglich ist, an sämtlichen Stellen des Autos, von der Bereifung über die Innenausstattung, bis hin zur Unterbeleuchtung, Veränderungen vorzunehmen. Besonderes Augenmerk liegt dabei nicht nur auf der PS-Zahl, sondern auch auf Aerodynamik und Gewicht.

Nicht genug, lassen sich im Optionsmenü noch weitere Änderungen im Bezug auf die Schalthilfe, des Winkels in welchem sich die Flügeltüren öffnen, oder der Justierung von ABS und Traktionskonrolle, vornehmen. Nachdem erste Tuningeinstellungen getan sind, geht es hinaus auf Tokios Straßen, wo ihr die Konkurrenz fordern könnt. Ziel ist es übrigens – deshalb der Name Quest Mode – den berüchtigten King Speed, Champion der Tuningszene zu schlagen und so zum besten Fahrer Tokios zu avancieren. Um dieses, im weiteren Spielverlauf betrachtet, eher wenig forderndes Ziel zu erreichen, müsst ihr andere Fahrer auf der Straße zu einem Rennen herausfordern. Dies geschieht indem man hinter den Konkurrenten fährt und die Lichthupe betätigt. Doch besteht ein Rennen nicht immer daraus der Schnellste zu sein; so gibt es neben den üblichen Zeit- und Meilenrennen, so genannte SP-Races. In dieser Rennform erhält jeder Kontrahent einen Energiebalken, der entweder durch Schaden abnimmt, oder durch Zurückliegen schrumpft. Entscheidet man ein Rennen für sich, erhält man Preisgeld zuzüglich eines kleinen Bonusverdienstes für die zurückgelegte Strecke, welches wieder in den eigenen Wagen investiert werden kann.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit in Parkhäusern weitere Fahrer herauszufordern. Diese stellen meist jedoch eine besondere Bedingung, um gegen sie antreten zu dürfen. Nicht selten sind es dann jedoch Banalitäten, wie die eigene Bereifung, oder gar ein installierter Spoiler, die es verhindern ein Rennen mit ihnen zu starten.

Die K.I. – Ein Totalschaden

Eigentlich sollte die KI in einem Rennspiel, abgesehen von Strecken und Fahrzeugen, für den Entwickler absolut oberste Priorität sein. Leider sieht Genki dies etwas anders und baut genau in diesem Bereich einige gravierende Schnitzer ein. Schnell wird klar, dass die Balance betreffend das Fahrvermögen der verschiedenen Konkurrenten nicht stimmt. Entweder ist der Gegner dem Spieler weit überlegen, oder zu schwach um nur annähernd an dessen Niveau heranzukommen. Weiterhin bremst der Computer in Kurven zu stark ab, sodass der Spieler hier auch den schnellsten Konkurrenten noch überholen kann. Auch in SP-Rennen wird die schwache KI deutlich, da Gegner innerhalb von 40 Sekunden besiegt werden können, weil Leitplanken oftmals einfach von diesen ignoriert werden.

Glanzlose Aufmachung

Zwar wirken die vielen Einstellungsmöglichkeiten, sowie Tuningoptionen einfach überwältigend, doch steht im Gegensatz dazu nicht nur die oben beschriebene schwache KI, sondern auch Abwechslungslosigkeit in Rennen, eine monotone grafische Darstellung und einfallslose Musik. Sämtliche Rennmodi sind daher schon nach kurzer Spielzeit bekannt und zeigen keinerlei Neuerungen. Sicherlich bringt die Tatsache ab und an gegen mehrere Konkurrenten gleichzeitig antreten zu dürfen eine gewisse Spannung mit sich, die dann aber schnell wieder verfliegt, denn es erweist sich als Seltenheit gegen eine ganze Truppe zu fahren. Auch die Strecken zeigen sich im Spielverlauf als wenig ansprechend. Lediglich eine riesige Strecke, in einzelne Abschnitte untergliedert, die nach und nach frei gespielt werden können, steht dem Spieler zur Verfügung.

Neben der Unterteilung in einzelne Teilbereiche kann man die Strecke zu drei Tageszeiten befahren. So trifft man bestimmte Gegner nur in der Nacht an, jedoch nicht bei Tagesanbruch, oder gar Mitternacht. Somit wird die Motivation lediglich vom Willen sein Auto weiter aufmotzen zu können, aufrechterhalten.

Betrachtet man weiterhin die technische Seite von Import Tuner Challenge, so wird man schnell bemerken, dass Grafik und Sound wenig überzeugen. Zwar sind die Fahrzeuge überaus gelungen und gleichen ihren realen Vorbildern in jeder Hinsicht, doch erweist sich die Umgebung, in der die Rennen gefahren werden, als trist und einfallslos. Nur einige Türme und Wolkenkratzer, die ab und an am Himmel erscheinen, bringen Abwechslung in die monotone Texturenlandschaft. Diese wirken auf einem HDTV-Gerät ebenfalls kaum besser. Animierte Charaktere, sowie Zwischensequenzen sind überhaupt nicht vorhanden. Lediglich mit einzelnen Silhouetten darf man an einigen Stellen vorlieb nehmen. Ebenso müde wie die Texturen auf dem Schirm, erklingt die Musik aus den Boxen; zwar stören die Klänge nicht, da sie die meiste Zeit sowieso von den Motorengeräusche übertönt werden, doch hätte man Besseres erwarten können. Auf eine Sprachausgabe wurde gänzlich verzichtet.

Multiplayer - Kurz und knapp: Nein danke!

Ein weiteres Manko ist der Multiplayer, der leider in keiner Weise überzeugen kann. Im VS Modus noch einigermaßen unterhaltsam, findet man auf Xbox Live kaum Spieler, um Rennen zu fahren. Schade, da die Idee, die individuellen Wagen auch im Internet zu präsentieren, ihren Reiz hat.

Fazit

Was passiert, wenn in einem Rennspiel sowohl KI, Gameplay, Grafik als auch Sound einer Fülle an Tuningoptionen und Feineinstellungen weichen, wird in Import Tuner Challenge deutlich. In keinem der oben genannten Bereiche konnte uns der Titel wirklich überzeugen. Auch die auf japanische Automarken beschränkte Auswahl an Fahrzeugen, sowie die monotone Strecke, konnten nicht durch die enorme Spielzeit, oder gar das vorhandene Tuningarsenal wettgemacht werden. Insgesamt hätten sich die Entwickler ruhig eine Scheibe von The Fast And The Furios: Tokio Drift abschneiden können, verkörpert der Film doch vieles, was das Spiel nur in Ansätzen schafft. Übrigens sollten sich Spieler, die des Englischen nicht mächtig sind, Fachbegriffe wie „Clutch“ oder „Suspension“ vorab im Lexikon nachschlagen, da das Spiel komplett in Englisch gehalten wird.

Import Tuner Challenge [X360 , Justgamers]

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