Gesamtwertung73%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Das Spiel zum Film. Wie oft hat es diese Symbiose in der Vergangenheit nicht schon gegeben? Wir erinnern uns an die Kultspiele zur Star Wars-Reihe, den weniger gelungenen Matrix Titeln oder dem Meisterwerk der Zelluloid-Versoftung Peter Jacksons King Kong. Nun ist es mal wieder Zeit für einen Animationsfilm, der seinen Weg auf die Xbox 360 findet. Jagdfieber, so der Name des Debut-Titels des neu gegründeten Sony Pictures Animation-Studio, der nun in die Kinos kommt. Natürlich trefft ihr auch im Spiel auf die Charaktere des Films, wie den Bären Boog, den Elch Elliot und Rangerin Beth. Dabei stehen vor allem der abgedrehte Humor und ein eingängiges Gameplay im Vordergrund. Wir haben uns mit Boog und Elliot in die Wildnis begeben und hatten eine Menge Spaß.
Von einem Bären und einem Elch
Die Geschichte von Boog ist ebenso kurz wie unterhaltsam. Der 900 Pfund schwere, handzahme Grizzly Boog und sein Freund, der schmächtige Hirsch Elliot, den Boog von der Motorhaube eines Jägers rettet, verirren sich ausgerechnet zum Beginn der Jagdsaison im Wald.
Was bleibt dem ungleichen Paar also übrig, außer gemeinsam aus der Not eine Tugend zu machen? So entwickeln sie mit Unterstützung der anderen Waldtiere einen Plan, die Jäger ein für alle Mal aus dem Wald zu vertreiben und ihre Heimat für sich zurück zu gewinnen.
Da das Spiel sich vor allem an die jüngere Zielgruppe wendet, ist es jederzeit fair gehalten und leicht zu verstehen. Eine fleißige Biene steht euch mit Rat und Tat zur Seite und erläutert euch die Steuerung der Protagonisten. Zunächst beginnt eure Reise im Reservat, wo ihr im Traum Boogs Stofftier Dinkleman jagen müsst. Diese Szene mit einem überdimensionalen Dinkleman mag gerade die kleinsten Spieler etwas erschrecken. Anschließend folgt ihr der Rangerin und hoppst in den Truck, um diverse Gegenstände vom Wegesrand aufzusammeln. Es sieht schon urkomisch aus, wenn sich der Grizzly mitsamt dem Auto zur Seite legt. Wenig später parkt die Rangerin auf dem örtlichen Drugstore-Parkplatz. Während Boog draußen wartet, hört er plötzlich eine Stimme. Elch Elliot wurde von einem Jäger gefangen genommen und auf dem Heck eines Trucks mit Seilen angebunden. Was macht der freundliche Bär? Er holt einmal kräftig mit seiner Tatze aus und durchtrennt die Fesseln. Aus Furcht vor dem Jäger, rennt Elliot in den Wald. Boog, der sich nun der Tragweite seiner Tat bewusst wird, flüchtet hinterher.
Mehr sei an dieser Stelle von der Story noch nicht verraten. Denn die absurden Abenteuer, in welche die beiden unfreiwilligen Helden hineinstolpern, solltet ihr entweder im Videospiel oder im Kino verfolgen. Jagdfieber lebt von seinen beiden Protagonisten. Der Humor von Elch Elliot ist einfach nur komisch und seine Kommentare treiben mit Sicherheit jedem Spieler die Tränen in die Augen.
Das Spiel selbst ist leider recht linear aufgebaut und gibt euch vor, was wie wann und wo zu tun ist. Dabei gleichen sich die Missionen stark. Egal ob ihr mit dem Truck fahrt oder später mit einem Kohlenwagen: Die Steuerung und die Aufgaben unterscheiden sich kaum. Auch die Schießeinlagen sind stets dieselben. Unterhaltsam wird das Ganze erst in dem Augenblick, in dem der Spieler die absurden Einfälle entdeckt. Oder habt ihr schon mal mit einem überdimensionalen BH auf Gegner geschossen? Die Ego-Ansicht erinnert dabei frappierend an den Stranger aus der Oddworld, der ja bekanntlich seine Munition aus eben dieser Ansicht abfeuern konnte.
Natürlich besitzen Bär Boog und Elch Elliot auch Spezialattacken und unterschiedliche Möglichkeiten, gegen ihre Widersacher vorzugehen. So kann sich der Grizzly mit Blättern tarnen und so quasi unsichtbar vor den Jägern stehen, um sie dann mit lautstarkem Gebrüll in die Flucht zu schlagen. Der Elch hingegen lenkt durch Schleichen und Pfeifen seine Gegner ab und lockt sie so in ihre eigenen Fallen. Dummerweise könnt ihr nicht auswählen, mit welchem Charakter ihr spielen wollt. Auch diese Entscheidung trifft das Programm für euch.
Schöne Wildnis, hässliche Jäger
Ein großer Pluspunkt, neben dem irrwitzigen Humor, ist vor allem die liebevoll gestaltete Grafik von Jagdfieber. Jede Szenerie wurde mit zahlreichen Details versehen, sodass der Wald lebendig wirkt. Auch die Charaktere sind hübsch animiert worden.
Zwar ist das Ganze nicht unbedingt Next-Gen Optik, aber das erwartet man von einem Comicspiel auch nicht unbedingt. Der Sound und vor allem die Synchronsprecher sind das Highlight. Im Englischen leihen die US-Stars Ashton Kutcher und Martin Lawrence den vierbeinigen Stars ihre Stimmen. Im Deutschen spricht unter anderem Schauspieler Jürgen Vogel und Telenovela-Star Alexandra Neldl.