Gesamtwertung70%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Frankreich Der Eiffelturm. Die Wagen gehen an den Start. Ein kräftiger Burnout. Die Signale werden gegeben. Die eine Hand klammert sich ans Lenkrad, die andere an die Gangschaltung. Der Blick fokusiert nach vorne. Adrenalin pumpt Emotionen pur. Nur einen Wimpernschlag später rast der Fahrer über die engen und kurvenreichen Abschnitte der Strecke, als gebe es kein morgen mehr. Ein Drift um die erste Kurve. Der Gegner schneidet uns. Doch wir haben unseren Nitro-Tank gefüllt bis zum Anschlag. Kein Grund zur Sorge. Einige Kurven später haben wir uns vom fünften Platz auf den Dritten vorgekämpft. Das HUD verrät und, dass unsere ärgste Konkurrentin vor Wut beinahe ins Steuer beißt. Doch sie gibt nicht auf. Anderthalb Runden sind gefahren. Wir schalten noch einmal den Turbo zu. Doch ein zu starker Drift macht aus unserem ersten Platz einen Vierten. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, verlieren wir unsere Wette, als Zweiter ins Ziel zu kommen. Doch plötzlich scheppert es und vor uns verkeilen sich zwei Wagen. Wir schlüpfen durch und gehen als Zweitplazierter ins Ziel Geschafft!
Action non Stop
Wie gerade beschrieben sieht in etwa eine typische Rennszene aus THQs neustem Tuning-Racer Juiced 2: Hot Import Nights aus. Klar worum es den Machern geht: Tuning, PS-Protzen und jede Menge irrer Rennen. Darauf stehen die Amis bei ihren Hot Import Nights vereint. Regelmäßig versammelt sich die Szene in Kalifornien und zelebriert die HIN mit jeder Menge heißer Schlitten, cooler Typen und scharfen Babes. Im Spiel erstellt ihr euch, bevor es in die Karriere geht, einen eigenen Rennfahrer. Seid ihr mit eurem virtuellen Alter Ego zufrieden, geht es ins Spiel. Vor einem Rennen gibt es eine Präsentation des Starterfeldes, also eurer unmittelbaren Konkurrenz.
Wer will, kann gegen die Teilnehmer wetten. Euer Mitbewerber kann die Wette annehmen, weniger Einsatz setzen oder die Wette ablehnen.
Seid ihr im Rennen, steuert ihr euren Boliden in klassischer Weise: Mittels Schultertasten gebt ihr Gas und bremst. Der Y-Button wird für den Nitro-Boost eingesetzt. Schon nach wenigen Spielsekunden fällt auf, wie arcadelastig sich Juiced 2 spielt. So sind die Strecken, zumindest im einfachen und mittleren Schwierigkeitsgrad, recht schnell in den Griff zu bekommen. Wer besonders coole Drifts und spektakuläre Sprünge hinlegt, erhält Bonus-Nitro.
Wer dem Gegner dicht auf den Pelz fährt, wird ebenfalls belohnt. Durch Karambolagen füllt sich beim Kontrahenten eine Angsthasen-Anzeige. Ist diese bis zum Anschlag gefüllt, unterlaufen auch dem besten Profi diverse Fahrfehler, die ihr natürlich zu euren Gunsten nutzt.
Das Renngeschehen kann aus insgesamt fünf unterschiedlichen Ansichten ausgetragen werden. So gibt es neben der Cockpit-Perspektive die Stoßstangen-Ansicht oder auch die weiter heraus gezoomte Kamera, mit der ihr euren unmittelbaren Konkurrenten besser im Blickfeld habt. Nach dem Rennen sucht ihr die heiligen Hallen der Tuner auf und lasst euren Wagen auf Vordermann bringen, sowie noch leistungsfähiger machen.
Im Laufe der Zeit werden die Autos besser, denn zunächst habt ihr nur einen recht unspektakulären Wagen in eurer Garage. Nach und nach können Fahrzeuge der unterschiedlichsten Hersteller hinzu gekauft werden wie Modelle von Mitsubishi, Audi, Ford oder Pontiac lassen. Auch Muscle-Cars und japanische Modelle, sind mit dabei.
Pimp my Ride
Wie es sich für ein Tuning-Spiel gehört, gibt es eine immens große Auswahlmöglichkeit an Tuning-Optionen. Richtig individuell werden eure Wagen jedoch erst durch den Aufklebereditor.
Habt ihr den Wagen zu eurer Zufriedenheit pimpen lassen, geht es wieder zurück auf die Strecke. Nicht nur Rennen wollen gefahren und natürlich gewonnen werden. Auch andere Aufgaben wollen bewältigt werden. So müsst ihr beweisen, dass ihr der König des Driftens seid. Je länger und intensiver ihr driftet, desto mehr Punkte werden eurem Konto gut geschrieben. Eliminationsrennen, Highspeed-Rennen und Rennen gegen die Zeit, stehen ebenfalls auf der Tagesordnung. Als Belohnung warten neue Extras, Wagen und vieles mehr auf euch.
Ein Highlight des Karrieremodus, indem ihr im Verlaufe des Spiel in diversen Ligen, mit unterschiedlichen Aufgaben und Schwierigkeitsgraden antreten werdet, ist die Aufzeichnung der Fahrer-DNS. Je nach Spieltyp, Erfolg und Erfahrung, wird sich die DNS verändern. Durch das Betrachten der eigenen und der gegnerischen DNS erkennt ihr, mit welchen Typen ihr es zu tun habt. Dies ist vor allem bei Wetteinsätzen und DNS-Rennen von Vorteil.
Ein wenig altbacken ist die Grafik von Juiced 2: Hot Import Nights geworden. So wirken zwar die Kameraschwenks durch die diversen Metropolen mit ihren Sehenswürdigkeiten wie dem Eiffelturm oder dem Collosseum recht eindrucksvoll.
Im Spiel selbst erkennt man die Schwächen des Titels. So sind die Texturen teilweise recht gering aufgelöst, ein Hochgeschwindigkeitsgefühl stellt sich nur selten ein und die ganze Umgebung wirkt hier und da eher unspektakulär in Szene gesetzt. Besser gelungen ist hingegen das Schadensmodell. Ein wirklicher Nerv-Faktor sind die viel zu langen Ladezeiten, die nach jedem Menü und jedweder Änderung auftreten.
Bei der Power der Xbox 360 fast schon eine Frechheit. So überholen die aktuellen Titel wie Forza 2 und PGR3 Juiced 2 grafisch deutlich. Von den kommenden Titeln Project Gotham Racing 4 und Need for Speed ProStreet wollen wir erst gar nicht reden.
Ordentlich hingegen wurde der Sound der einzelnen Wagen mit ihren dröhnenden Motoren, die deutsche Sprachausgabe und der Soundtrack umgesetzt. Hier gibt es kaum etwas zu bemängeln.
Vielspielerei
Wem der Solopart auf Dauer zu eintönig ist, der kann Online nicht nur Rennen gegen zahlreiche Spieler rund um den Globus aufnehmen. Auch die gesamte Karriere kann gegen Spieler aus aller Welt aufgenommen und Autos gekauft und verkauft werden. Besonders gelungen sind die Rennen gegen prominente Fahrer DNS. Hier steht unter anderem Smudo von den Fantastischen Vier zur Wahl. Neue Inhalte können beizeiten dann auch über Xbox-Live geladen werden.