Gesamtwertung49%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Kingdom Under Fire darf bereits auf eine recht ansprechende Vergangenheit zurück blicken. Schließlich konnten sich die beiden Vorgänger von Circle of Doom durch ihre taktische Note und den abwechslungsreichen Charakter des Gameplays auszeichnen. Im neusten Ableger aber erwarten den Spieler weder taktische Gefechte, noch anspruchsvolle Action. Diese motivierenden Elemente wurden durch ein flaches Hack 'n Slay-Gameplay und eine 0815-Story ersetzt.
Alles beginnt damit, dass der Herr des Lichts die Herrschaft über die Welt an sich reißen will. Und das, obwohl bisher alle in Frieden leben konnten, weil er sich mit dem Herrscher der Dunkelheit brav abwechselte. Natürlich lässt sich Letzterer diesen Putschversuch nicht bieten und schlägt mit aller Gewalt zurück. Darunter zu leiden haben letztlich natürlich die Menschen. Das Problem dabei ist, dass diese Story eigentlich nichts mit dem Helden des Spielers zu tun hat. Ständig fragt man sich, welchem ultimativen Ziel man eigentlich hinterher jagt. Irgendwann erkennt man, dass es wohl keines gibt oder zumindest keins, dass so bewegend wäre, um dafür Stunde um Stunde vor der Konsole zu hocken.
Insgesamt darf man sich zwischen fünf verschiedenen Helden, die nicht nur interessant aussehen, sondern sich auch bis zu einem gewissen Grad unterschiedlich spielen lassen, entscheiden. Ein sechster Laufbursche kann freigespielt werden. Die kurzen Storyfetzen, die es hier und da zu bewundern gibt, geben dem Spieler kaum die Möglichkeit sich mit seiner Figur zu identifizieren. Aus diesem Grund wird das Spiel auch viel zu schnell langweilig. Denn wenn weder der Identifikationsfaktor, noch das Gameplay stimmen, bleibt auch die Motivation auf der Strecke.
Im Großen und Ganzen schnetzelt man sich von Location zu Location, trifft unterwegs auf recht ansehnliche Gegnerhorden, die zumeist zusammen auftreten und deren Anzahl auch schon mal deren 30 betragen kann, und zermalmt sie. Das könnte sogar ganz lustig sein, wenn die Schar nicht scheinbar ferngesteuert wäre. Das einzige Ziel der Monster ist es nämlich, den Helden zu attackieren.
Deshalb rennen auch alle gemeinsam auf eben jenen zu. Taktische Rückzüge, Ausweichmannöver oder gar innovative Tricks sucht man vergebens. Deswegen versinkt das Gameplay in ödem, herausforderungslosen Schlachten. Ein weiterer Grund für die Schwäche des Herzstücks sind die viel zu wenigen Angriffsvarianten, die die Helden an den Tag legen. Es gibt lediglich zwei verschiedene Standardangriffe und ebenso wenige Spezialangriffsslots. So muss man ständig das Spiel pausieren, wenn man aus taktischen Überlegungen heraus die Zauber oder Fertigkeiten wechseln will. (Un)glücklicherweise ist das aber so gut wie nie von Nöten.
Da es allerdings keine Möglichkeit gibt, im Spiel Angriffe zu blocken oder ihnen durch Sidesteps auszuweichen, muss man ständig Runden um die Gegner laufen, um ihren Attacken auszuweichen. Weg rennen, rein rennen, Buttons-Mashing, fallen gelassene Gegenstände und das Gold einsammeln,weg rennen. Wem's gefällt.
Nach jedem Dungeon findet man eine so genannte Ruhezone. Hier kann man beispielsweise schlafen, um in eine andere Realität zu wechseln.
Neben einem extremen Abfall der Bewegungsgeschwindigkeit der Helden, darf man auch bekannte Gesichter bemerken. Diese Personen sind im Spiel zumeist dafür zuständig, dass der Spieler neue, meist sinnfreie, aber trotzdem langatmige Quests erhält. Auch kann man nur im Traumland die Grundzüge neuer Fähigkeiten erlernen. Bis man diese allerdings beherrscht, muss man sich einigen Aufgaben stellen. Und zwar solche, die nicht mal mehr gern in MMORPGs gesehen werden: Töte von der und der Sorte so und so viele Monster, um diese wenig spektakuläre Fertigkeit zu perfektionieren. Ist man wieder erwacht, so kann man noch sein gefundenes Geld bei den Göttern gegen die üblichen Items eintauschen. Außerdem kann man seine Gegenstände synthetisieren.
Der Haken? Nirgendwo im Spiel wird erklärt, was Synthetisieren in diesem Zusammenhang überhaupt zu bedeuten hat. Letztlich ist es ein einfaches Verbinde-den-Gegenstand-mit-einem-anderen Feature, dass seine Spannung aus der Unwissenheit des Spielers zu erreichen weiß. Man kann nämlich so gut, wie alle Gegenstände mit einander verbinden. Manchmal erschafft man dadurch göttliche Waffen und manchmal eben nur Mist. Ob die Entwickler wohl einen realen Synthetisierer bei Circle of Doom eingesetzt haben?
Wer meint, das könne nicht alles gewesen sein, der irrt. Denn mehr hat Circle of Doom, was das Gameplay angeht, nicht zu bieten.
Ein zweischneidiges Schwert
Während man aus den spielerischen Möglichkeiten so gut wie nichts gemacht hat, weiß das grafische Design absolut zu überzeugen.
Wie berauscht läuft man beispielsweise zu Beginn durch ein wunderschönes und atmosphärisch gerade zu nach Frühling schreiendes Feld voller blühenden Pusteblumen. Die Charaktere haben alle einen interessanten Stil und auch die Gegner sehen nicht nur gestochen scharf, sondern meist auch in ihrer Gesamtheit gut aus. Malerische Hintergründe, wehende Baumkronen und bewegliches Gras heben Circle of Doom Rollenspiel-technisch in den Genrehimmel.
Die gelungene musikalische Untermalung, sowohl in Ruhephasen, wie auch in hektischen Situationen fügt sich da beinahe nahtlos ein. Und selbst die deutsche Synchronisation kann nicht mal annähernd die Tiefen des Gameplays erreichen, wenngleich sich die Wortwechsel recht träge anhören.
Dies ist allerdings auf die schwache Story zurückzuführen. Es entzieht sich mir jedwedem Verständnis, dass man aus diesen Grundlagen keinen überzeugenden Titel erschaffen konnte.
Wäre da nicht die völlig veraltete und gerade zu irrational schlechte spielerische Seite, die dem Titel jegliche Existenzgrundlage raubt. Das Gameplay ist nämlich leider so flach, wie die Story des Spiels. Und die ist so gut wie nicht vorhanden. Leider gibt es aber einfach bessere Techdemos für die Xbox und keiner sollte für eine gelungene technische Seite 70 Euro ausgeben. Selbst Rollenspielfans sollten daher von dieser Flunder die Finger lassen!
Kingdom Under Fire: Circle of Doom im Test.
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