Gesamtwertung71 %/10 |
Grafik7 SoundMangelhaft |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg10 |
Bedienung10 |
Bereits seit vielen Generationen begeistern die kleinen Bauklötzchen aus dem Hause LEGO Groß und Klein. Dass das dänische Unternehmen aber auch im virtuellen Bereich Erfolge feiern kann, wissen hingegen die Entwickler von Traveller Tales wohl am besten. So schuf man mit den Ablegern LEGO Star Wars sowie LEGO Indiana Jones ein neues Genre, in welchem sich der Charme der Originalfilme mit dem des nostalgischen Bausystems vermischte. Doch wankt das einst als genial abgestempelte Konzept gewaltig, wirkte das Gameplay doch schon bei LEGO Indiana Jones leicht ausgelutscht. Wie sich angesichts dieser Tatsache nun die Batman-Versoftung präsentiert, erfahrt ihr in unserem Review.
Spielerisch orientiert sich der Titel wie bereits zu erwarten war stark an die Vorgänger der LEGO-Serie, verzichtet aber im Vergleich zu diesen auf eine originalgetreue Story. Wer also glaubt in die Rolle von Christian Bale, George Clooney, oder Michael Keaton zu schlüpfen und zusammen mit der Polizei Heath Ledger in der Rolle des Jokers, Danny DeVito als Pinguin, oder Arnold Schwarzenegger als Mr. Freeze das Handwerk zu legen, irrt gewaltig.
Vielmehr legt LEGO Batman den Fokus auf die Comics der letzten Jahrzehnte sowie die Zeichentrickserie. Dadurch kommt der Spieler also nicht in den Genuss einer originalgetreuen Storyvorlage, darf sich dafür aber mit der gesamten Unterwelt Gothams herumschlagen, da im Spiel sämtliche Schergen, rund um den Joker, Catwoman und Two-Face aus dem Arkham Asylum ausgebrochen sind und die Straßen der Großstadt nun unsicher machen.
In der Theorie sicherlich ein erfolgsversprechendes Konzept um die Masse an kriminellem Abschaum in Gotham City - und somit den Comics - komplett auszuschöpfen, in der Praxis jedoch liegt der Verzicht auf eine Originalstory schwer im Magen, kann das was Traveller Tales als Hintergrundgeschichte vorgibt in keinster Weise mit Tiefgang oder gar Atmosphäre überzeugen. So hangelt, fliegt oder fahrt ihr von Mission zu Mission um zusammen mit eurem treuen Begleiter Robin jeweils einem anderen Bösewicht das Handwerk zu legen und erkundet dabei die Ober- und Unterwelt Gothams. Kanalisation, Stadtkern, Bathöhle, Bankengebäude, Fluss oder der Himmel über Gotham sind dabei die Schauplätze für die wilde Gegnerhatz.
Schauplätze, die wenig Atmosphäre bieten und in ihrem Aufbau ein schwaches und einfallsloses Leveldesign aufweisen. In ganzen sechs Akten, legt ihr dabei also euren Kontrahenten das Handwerk, wobei ihr im ersten Teil des Spiels in die Rolle von Batman und Robin, und im zweiten Teil in die Rolle der Bösewichte schlüpft und euren eigenen Masterplan zur Unterwerfung Gothams Form verleiht. Dabei überzeugt jeder Antagonist mit passenden Fähigkeiten; Poison Ivy vergiftet so ihre Gegenüber, während Mr. Freeze die Gegner einfriert. Doch die verschiedenen Fähigkeiten betreffen nicht nur die Superschurken. Auch Batman und Robin können - durch anlegen verschiedener Anzüge - besondere Fertigkeiten ausüben. Stülpt sich der Fledermausmann somit einen Zerstörungsanzug über, sprengt er mit Bomben Löcher in Wände oder jagt Gegner in die Luft, während Robin mit Hilfe des Technologieanzugs elektronisch verriegelte Schlösser knacken kann.
Sicherlich als belebendes Element ausgeschrieben, können die verschiedenen Garderobenwechsel, jedoch nicht überzeugen, da die verschiedenen Rätseleinlagen zu einfach zu meistern sind. Zu übersichtlich sind die Verstecke, zu leicht ersichtlich die Fallen. Immerhin könnt ihr nicht alle Verstecke auf Anhieb ausfindig machen und müsst erst einen bestimmten Anzug im späteren Spielverlauf erwerben und dann an den Anfang zurückkehren um ein Extra zu finden. Dies macht LEGO Batman zu einem unheimlich langen Spielvergnügen, ob der zahlreichen Gimmicks und freischaltbaren Extras, und erhöht dabei den Wiederspielwert gewaltig.
Wirklich Spaß macht LEGO Batman jedoch nur zu Beginn des Spiels, denn das Gameplay, welches sich auf das Vermöbeln von Gegnern und dem Zusammensetzen von LEGO-Steinen beschränkt, wirkt wenig anspruchvoll. Zusammen mit den monotonen Rätseln und dem öden Leveldesign treibt somit eher der Sammeltrieb als der Spielspaß durch die verschiedenen Level; lediglich vereinzelte Flugmissionen mit dem Batwing, oder Renneinlagen mit verschiedenen Fahrzeugen wie dem Batmobil bringen Pepp ins Spiel.
Auch der Wechsel der Seiten im mittleren Teil des Spiels kann durchaus überzeugen und belebt das monotone Gameplay kurzzeitig. Spaßmindernd ist schließlich die fehlerhafte und teilweise dumm agierende KI. So muss zum Öffnen einer Tür der Begleiter oftmals minutenlang in die richtige Position "gedrückt" werden, um überhaupt Hand an die Steuerungskonsole zu legen. Da legt der Spieler selbst lieber Hand an den zweiten Controller, oder lässt einen
In grafischer Hinsicht orientiert sich LEGO Batman an den vorangegangenen LEGO Versoftungen. So präsentieren sich die zahlreichen Bösewichte, wie auch die Protagonisten Batman und Robin mit viel Charme im drolligem Bauklötzchen-Look und passenden Kostümen; dabei muss zugegeben werden, dass sämtliche Charaktere durchaus gut getroffen sind, obwohl man sich in erster Linie an die Comicvorlage hielt.
Gotham City indes hätte durchaus detaillierter und abwechslungsreicher gestaltet werden können. Die in den Filmen und den Comic als düster und unheimlich dargestellte Stadt, verliert dadurch ihre beängstigende Atmosphäre; viele Stadtteile sind überdies in ihrem Design monoton und einseitig gehalten. Ebenso fade präsentiert sich auch der Ton, der mit magerer Sprachausgabe, durchschnittlichen Effekten und müder Hintergrundmusik daherkommt.
Bis auf Danny Elfmans kultige Titelmelodie wahrlich kein Ohrenschmaus bedenkt man die Brumm und Glukslaute, mit denen sich die Charaktere verständigen, oder die hölzernen Effekte, wenn ein Gegner getroffen, oder Bauklötze umgeworfen werden. Auch an spannungsgeladener Musik fehlt es an alle Ecken und Enden.
Wie bereits vermutet, kann LEGO Batman im Vergleich zu den anderen Ablegern nicht überzeugen. Dazu fehlt es dem Titel an Spritzigkeit in Sachen Gameplay, einer guten Hintergrundgeschichte sowie spielerischem Tiefgang. Auch die Grafik hätte durchaus detailierter daherkommen können, ob der charmanten Atmosphäre. Nervig auch der Sound mitsamt den schwachen Effekten, der fehlenden Sprachausgabe und der müden Hintergrunduntermalung. Zu selten greift auch der aus den Filmen, den Comics und der Serie bekannte Kultfaktor, weshalb der Titel atmosphärisch weit unter dem Niveau eines LEGO Star Wars bleibt.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
LEGO Batman im Test.
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