Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Lego ist eine starke Marke, Star Wars auch. Was passiert, wenn beide Marken kombiniert und sauber zu einem Videospiel verarbeitet werden, haben wir schon im letzten Jahr herausgefunden: Ein richtig tolles Spiel entsteht. Nun hatte das erste Lego Star Wars noch ein paar Macken und auch die nachzuspielende Story die ersten drei neueren Episoden traf nicht jedermanns Geschmack. Doch nun erschien Lego Star Wars 2, das die alten und generell beliebteren Episoden IV bis VI thematisiert. Aber auch am Spiel hat sich einiges zum Besseren verändert.
Für viele gehören sowohl Lego als auch Star Wars zu den besseren Kindheitserinnerungen. Und wenn wir Star Wars meinen, dann natürlich die alte Trilogie, die Episoden IV bis VI. Denn nur in diesen gibts Luke, Han Solo und Co., die wir nun schon viel länger kennen als den jungen Anakin. Klar, dass nun auch der Drang noch etwas größer ist, deren Abenteuer in Lego-Optik durchzuspielen.
18 Kapitel für den Anfang
Jede Episode besteht aus sechs Leveln, für die man je 20 bis 30 Minuten einplanen sollte. Insgesamt gibt es demnach zunächst 18 Kapitel, deren Erledigung einige Stunden beansprucht.
Wer nur den Story-Modus durchspielt, hat noch nicht einmal die Hälfte des Spiels erledigt. Denn es geht dann erst noch einmal richtig los, wenn man jeden Level im Freispielmodus noch einmal betritt. Erst dann ist es möglich, die eine oder andere Tür zu öffnen, die z.B. nur ein Kopfgeldjäger öffnen kann. Denn im Gegensatz zum Story-Modus, bei dem man immer nur zwischen den Charakteren wählen kann, die auch in den Filmen in dieser Szene unterwegs waren, herrscht im Freispielmodus freie Auswahl.
Weitere zusätzliche Herausforderungen bestehen darin, einen Level in einer bestimmten Zeit z.B. in fünf Minuten durchzuspielen. Oder man nimmt die Kopfgeldjäger-Missionen an, die Jabba zu vergeben hat und bei denen ein bestimmter Charakter schnell aufgespürt und vernichtet werden muss. Wer recht fleißig war und 60 Gold-Steine gesammelt hat, darf zudem einen Ausflug nach Lego City unternehmen.
Jedes Abenteuer startet in einer Kneipe
Ausgangspunkt für die Lego-Abenteurer ist stets die Mos Eisley Cantina, in der die Level der jeweiligen Episoden direkt über verschiedene Türen ausgewählt werden. Doch damit nicht genug: An einer Theke können auch allerlei Gimmicks wie neue Charaktere, Tipps oder besondere (Bau-)Steine gekauft werden. Bezahlt wird alles mit den silbernen, goldenen und blauen Steinchen, die man in den Levels aber auch in und um die Cantina sammeln kann.
Überhaupt ist Lego Star Wars 2 ein Eldorado für Sammler und Freischalt-Fans. Überall sind Minikits, Power-Steine, Gold-Steine etc. versteckt, die zum Aktivieren von Bonusleveln und Cheats oder zum Bauen irgendwelcher Minimodelle benötigt werden. Weiterhin gibt es Extras wie Super-Lichtschwerter, die mit einigen eingesammelten Steinchen bezahlt werden.
Mit Fortschreiten des Spielverlaufs werden auch allerlei Spielfiguren freigeschaltet. Über 100 solcher Figuren gibt es insgesamt, die aber mitunter einfach nur verschiedene Variationen eines Charakters sind: Luke auf Hoth, Luke als Jedi usw.
Variationen nennt man wohl auch die Figuren, die man aus den Bauteilen der freigespielten Charaktere entwerfen kann. So kann in der Mos Eisley Cantina beispielsweise ein Darth Vader mit Bikini entworfen und schließlich auch im freien Spiel verwendet werden.
Nicht ganz so zahlreich und klarer strukturiert sind die Erfolge, mit denen man den Gamerscore erhöhen kann. Für das vollständige Abschließen aller Kapitel einer Episode gibt es je einen Erfolg, fürs Durchspielen in 20%-Schritten und das Erledigen eines Levels ohne einmal zu sterben gibt es ebenfalls je ein paar Punkte für den Gamerscore.
Und wie wird gespielt?
Besonders bemerkenswert ist das lockere und leichte Spielprinzip, das auch Unerfahrene zum Spielen einlädt. Denn wer stirbt, wird sogleich reinkarniert und kann ohne Probleme weitermachen. Einzige Bestrafung ist hierbei der Verlust einiger Lego-Steinchen, die man vorher zum Teil mühsam eingesammelt hat.
Aber auch die Steuerung gefällt, ist schön einfach und übersichtlich: Mit A wird gesprungen, mit X angegriffen oder geblockt. Die B-Taste aktiviert eine Spezialfähigkeit wie das Abschießen eines Enterhakens oder bei Jedi-Charakteren den Einsatz der Macht. Die Bewegung mittels Analogstick gelingt auch reibungslos und ist sehr genau.
Ab und zu gehts auch einmal in einem Fahrzeug voran. Im Gegensatz zum ersten Lego Star Wars bewegen diese sich nun nicht mehr wie auf Schienen, sondern können frei gesteuert werden. Dabei stehen nicht nur Landspeeder oder Traktoren und Reitgetier zur Auswahl; mit dem Millenium Falcon, Snowspeedern oder AT-STs darf man sich ebenfalls durch einige Level kämpfen. Dabei wird dann aber ebenfalls niemand überfordert, befinden sich sämtliche Fahrzeuge und Raumschiffe doch immer auf einer Ebene und müssen so nicht noch in der Vertikalen bewegt werden.
Aber nicht nur durch die leicht zugängliche Steuerung machen die Kapitel mit Millenium Falcon und Co. viel Spaß, auch durch die gestellten Aufgaben entsteht einiges Amüsement: So müssen die Beine der AT-ATs auf Hoth zunächst mit einem Seil umwickelt und die großen Kampfmaschinen somit zu Fall gebracht werden. Und in einem Level der letzten Episode fetzt man beispielsweise mit einem Speedbike einige Runden durch den dichten Wald, nicht ohne noch einiges ab- und wegzuschießen.
Öfter mal das Gleiche
Ebenso locker und leicht wie Spielprinzip und Steuerung ist aber auch der Spielablauf. Dann im Grunde gibt es stets das Gleiche zu tun: Feinde vernichten und Schalter bzw. Konsolen bedienen. Und wenn die Schalter nicht gleich funktionsfähig sind, müssen sie schlicht aus herumliegenden Steinen gebaut oder durch Verschieben einer Kiste aktiviert werden. Manchmal kommt auch Die Macht zum Einsatz, um größere Brocken oder Plastikhaufen zu bewegen.
Meist ist sofort ersichtlich, was zum Fortkommen erledigt werden muss. Nur selten wirds etwas kniffliger. Wer sich aber stets über die verschiedenen Fähigkeiten seiner Spielfiguren im Klaren ist, kommt auch bei Problemstellen schnell auf eine Lösung: So kann z.B. R2-D2 ein paar Sekunden schweben und so auch breitere Abgründe überqueren. Andere, besonders kleine Charaktere wie die Ewoks, passen durch schmale Schächte und können so in andere Räume krabbeln.
Seltener gibt es Zwischengegner, die nur durch mehrere Treffer besiegt werden können. Besonders tückisch ist dabei der Imperator, der allerlei einsteckt und mit Blitzen und Würgegriff auch kräftig austeilt. Durch gute Zusammenarbeit zwischen Luke und Darth Vader kann aber auch der besiegt werden.
Abwechslungsreiche Spielwelt
Auch wenn sich die kleinen Aufgaben im Spiel immer ähneln, sind doch wenigstens die Spielwelten immer sehr abwechslungsreich. Tatooine, der Todesstern, Jabbas Palast oder Endor mitsamt den Ewoks alles ist recht hübsch aufgebaut. Allerdings bestehen die Welten jedoch nicht komplett aus Lego-Steinen. Nur wenige Gegenstände und Pflanzen, dafür aber alle Fahrzeuge und Figuren sind aus den dänischen Plastiksteinen gebaut.
Wenn aber etwas aus Lego besteht, ist es meist auch zerstörbar und gibt die wertvollen kleinen Steinchen frei, die in der Cantina als Zahlungsmittel verwendet werden.
ohne Worte
Viele Schlüsselszenen aus den Filmen können nachgespielt werden: Wie Luke gegen Darth Vader kämpft, AT-ATs auf dem Eisplaneten Hoth zu Fall gebracht werden oder die Todessterne explodieren.
Verknüpft werden diese Spielszenen mit kurzen Videosequenzen, die die Story vorantreiben. Um den Inhalt der Sequenzen zu verstehen, sollte man jedoch die Filmvorlagen kennen. Denn eine Sprachausgabe gibt es nicht, sondern allenfalls ein unverständliches Nuscheln. Ebenso fehlen Untertitel, die das Geschehen in den Mini-Sequenzen nachvollziehbar machen. Dafür sind die Sequenzen mit allerlei Witz gewürzt, den man so nicht aus den Filmen kennt: So wird das berühmte Luke, ich bin dein Vater dargestellt, indem Darth Vader ein Polaroid mit ihm als jungen Jedi und Lukes Mutter aus der Tasche zieht und energisch darauf deutet.
Koop-Modus mit Schönheitsfehlern
Viel einfacher kann der Einstieg in den kooperativen Modus kaum sein: Möchte ein zweiter Spieler mitmachen, schließt er einfach einen weiteren Controller an und drückt die Start-Taste.
Genau so schnell kann man sich aus dem laufenden Spiel auch wieder abmelden und die Steuerung an die KI übergeben. Weil sämtliche Level für mindestens zwei Spielfiguren und somit auch für zwei Spieler ausgelegt sind, ist das an keiner Stelle des Spiels ein Problem. Zum absoluten Glück fehlt hierbei eigentlich nur ein kooperativer Onlinemodus über Xbox Live.
Obwohl sich das Spielgeschehen meist nur in kleineren Räumen abspielt, bleibt die Kamera oft sehr nah am Geschehen. So ist natürlich auch der Aktionsradius recht klein, sobald man zu zweit spielt und sich jeder in eine andere Richtung bewegt. Besonders eng wird es, wenn man mit zwei Raumschiffen oder Snowspeedern unterwegs ist, da das genaue Manövrieren bei den hohen Geschwindigkeiten auch so schon nicht sehr einfach ist. Eine genaue Absprache ist also nötig. Auch, weil man oft die Spielfiguren wechseln muss, um z.B. mit einem Droiden eine Tür zu öffnen.
Ein wenig Ärger ist also unvermeidlich, will der andere nicht so wie man selbst möchte. Dennoch funktioniert die Kameraführung nun etwas besser als im ersten Lego Star Wars und sorgt insgesamt für weitaus weniger frustrierende Spielmomente.
Klötzchengrafik
Auch wenn der Lüfter der Xbox 360 in gewohnter Lautstärke röhrt, dürfte Lego Star Wars 2 keine großen Anforderungen an die Konsole stellen. Die Polygonanzahl hält sich für die eckigen Lego-Männchen eben in Grenzen, die kleinen Ausschnitte der Spielwelt dürften auch keine Höchstleistungen verlangen. Das soll jedoch nicht heißen, dass das Spiel grafisch nur zum unteren Durchschnitt zählt. Ganz im Gegenteil: Für das Spiel scheint die Optik durch und durch angemessen.
Leider ist Lego Star Wars 2 trotzdem nicht ganz frei von kleinen Slowdowns. Diese treten beispielsweise immer dann auf, wenn mehrere Container explodieren und allerlei Lego-Steinchen durch die Luft wirbeln. Da das nur recht selten geschieht, ist es aber durchaus zu verschmerzen.
Etwas kurz ist zudem der Story-Modus, der schon nach acht bis zehn Stunden erledigt werden kann. Dafür bietet das Spiel zwar auch einen freien Modus und allerlei andere Gimmicks sowie etliche Bonuslevel, doch ist das sicherlich nicht jedermanns Geschmack.
Dennoch: Angesichts des vielen Witzes, und der allgemein sehr guten Umsetzung kann ich Lego Star Wars 2 nur jedem ans Herz legen. Für rund 30 Euro für die PC-, ca. 40 Euro für die PS2- und GameCube-Versionen und ungefähr 50 Euro für die Xbox 360-Fassung erhältlich, ist das Spiel auch nicht zu teuer. Kurz: Lego Star Wars 2##zitat| sollte in keiner Spielesammlung fehlen.