Gesamtwertung81%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Motorrad Fans aufgepasst: Climax lässt wieder einmal die zweirädrigen Raketen an den Start. Die mittlerweile legendäre MotoGP-Reihe kommt in der aktuellen 2006er Ausgabe mit allen aktuellen Fahrern, Rennmaschinen und Kursen der gegenwärtigen MotoGP-Saison und gibt nun auch den Einstand auf Microsofts Xbox 360. Ob der Titel sich ebenso gut spielt, wie auf der alten Konsole, und ob er das Prädikat Next-Gen verdient hat, erfahrt ihr in unserer Review.
Drivers: Start your engines!
Sicherlich wird sich der eine oder andere noch an MotoGP 3 erinnern. Neben für die Xbox phänomenaler Grafik konnte der Titel seinerzeit vor allem durch ein gutes Gameplay und einen herausragenden Multiplayer überzeugen. Mit bis zu 16 Spielern, konntet ihr damals gegeneinander antreten. Der Erfolg gab Entwickler Climax Recht, ihr Glück auch auf der Next-Gen Konsole Xbox 360 zu versuchen. Nach einer langen Entwicklungszeit ist dabei MotoGP 2006 herausgekommen. Frei nach dem Motto: Never change a running system haben sich die Entwickler in ihrem Grundprinzip an die alten Erfolgsmuster gehalten. Die GP-Serie und der Extreme-Modus sind abermals mit dabei, genauso wie die siebzehn aktuellen Strecken der laufenden Saison. Selbstredend wurden natürlich auch sämtliche Originaldaten ins Spiel integriert, um einen möglichst authentisch wirkenden Titel auf den Markt zu bringen. Neben dem bereits erwähnten Multiplayer, den ihr nach wie vor mit maximal sechzehn Spielern austragen dürft, gibt es noch die Möglichkeiten, wahlweise über System Link zu acht oder über Splitscreen zu viert gegeneinander zu fahren. Für welchen Modus ihr euch auch entscheidet: Der Multiplayer macht stets immensen Spaß.
Aller Anfang will probiert werden
Vor den Erfolg haben bekanntlich die Spielegötter das Training gesetzt. Dieses ist für MotoGP Verhältnisse äußerst gut gelungen und bringt selbst blutigen Anfängern das Spielgefühl und die Steuerung schnell näher. Diese unterscheidet sich im Gegensatz zu den meisten Rennspielen vor allem darin, dass Gas und Bremse über den A und den B-Button gesteuert werden nicht über die Schultertasten. Dies ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, geht jedoch recht schnell in Fleisch und Blut über. Um den Windschatten besser nutzen zu können und euch auch ansonsten klein zu machen, legt ihr euch mittels Stick nach vorne. Gesteuert wird das Bike über den linken Stick. Diese Dinge lernt ihr im gut gemachten Tutorial. Ebenso, dass für ein erfolgreiches Rennen so wichtige richtig in die Kurven lehnen. Denn wer eine Kurve zu scharf anschneidet, oder mit einem zu hohen Tempo nimmt, der wird sich relativ schnell abseits der Strecke im Kies wiederfinden.
Die große oder lieber erst die kleine Klasse?
Eure Karriere könnt ihr in den unterschiedlichen Klassen starten. Gewählt werden kann zwischen Vier-, und Fünfzylindern, 990er und 1200 cc Maschinen für den Grand Prix und den Extreme Modus. Die Maschinen entsprechen nahezu bis ins kleinste Detail ihren realen Vorbildern der Marken Ducati, Honda, Yamaha oder Suzuki.
Wie bereits aus dem Vorgänger gewohnt, könnt ihr die Bikes auch individuell auf die jeweiligen Strecken abstimmen.
Im Extreme Modus dürft ihr dann sogar Teile hinzufügen, um eure Maschinen noch schneller zu machen. Neu an Bord ist der leistungsstarke Bike-Editor. Während ihr euch in vergangenen Tagen noch mit einigen kleineren Umgestaltungen eurer Feuerstühle begnügen musstet, ist es nun möglich, jeden einzelnen Millimeter individuell zu gestalten.
Mit Hilfe oder Ohne?
Während Anfänger die Fahrhilfen zuschalten werden, dürfen sich Experten über Simulationsspaß der Extraklasse freuen. Denn erst ohne jegliche Unterstützung durch die CPU, entfaltet MotoGP 2006 seine volle Herrlichkeit. Spätestens dann, wenn ihr um Hundertstel kämpft, werdet ihr merken, dass individuelles Anbremsen und Gas geben euch weiter bringen werden, als jede noch so ausgeklügelte Fahrzeugkontrolle. Doch um diese Extremleistungen aus eurer Maschine zu kitzeln, heißt es: Üben und Abstimmen bis zum Anschlag.
Was Fans der Serie aufstoßen dürfte, sind die minimalen Veränderungen, welche Climax seit dem letzten Teil auf der Xbox vorgenommen hat. Hier eine neue Rennmaschine, dort einige Einstellungsmöglichkeiten mehr. So wirklich Neues wird euch kaum geboten. Selbst die Menüs sehen haargenau aus, wie auf der alten Konsole. Warum nicht einige nette Xbox-Live Features mehr? Warum nicht auch mal einige Turniere abseits des Rennalltags im GP-Modus? Hier spart Climax wirklich an der falschen Stelle.
Schöne Maschinen öde Landschaften
Nun stellt sich natürlich mal wieder die Frage, ob Climax auch grafisch beim Alten geblieben ist, oder die Rechenpower der Xbox 360 ausnutzt. Die Antwort fällt zweischneidig aus. Auf der Habenseite verbucht MotoGP 2006 eindeutig Gras-Shader, dynamische Licht- und Schatteneffekte, hervorragend modellierte und extrem detaillierte Maschinen und eine stabile Framerate. Die Weitsicht ist sensationell und auch die Unschärfefilter wirken nicht zu überzogen.
Auf der Sollseite hingegen befindet sich eindeutig die Umgebungsgrafik. Im Gegensatz zu Titeln wie PGR3 wirkt die Landschaft äußerst trist und viel zu statisch. Abseits der Strecken geschieht einfach zu wenig, die Texturen sind zum Teil verwaschen und wiederholen sich einfach zu schnell. Hier hätte Climax deutlich mehr tun können und müssen.
Auf Anhieb gefallen hat uns hingegen der satte Sound der Motorengeräusche. Die Ducati klingt endlich wie eine Ducati klingen muss und unterscheidet sich in vollem Dolby 5.1 erheblich von einer Kawasaki oder Honda. Keine Maschine gleicht der anderen und kein Motorensound wirkt überzogen oder gestellt. Der Soundtrack hält sich im üblichen Bereich zwischen nervig und belanglos, kann allerdings jederzeit abgeschaltet oder durch eigene Tracks ergänzt werden.