Gesamtwertung58%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Der japanische Markt ist für viele ausländische Hersteller und Entwickler sicherlich ein unbeliebtes Pflaster. Der Grund? Unternehmen wie Nintendo und Sony dominieren und sorgen immer wieder für abwechslungsreiche Spielideen und Innovation. Um gegen diese riesige Konkurrenz zu bestehen, veröffentlichte Microsoft in Zusammenarbeit mit Q Entertainment und Phantagram bereits im April in Japan einen Xbox 360 Titel, der, ganz nach dem Genre-Geschmack der Japaner entwickelt, für einen erneuten Verkaufsschub der NextGen Konsole sorgen sollte. Ab 7. September ist N3: Ninety Nine Nights nun auch hierzulande erhältlich. Ob sich ein Kauf lohnt? Wir verraten es euch im großen Looki-Review.
Der König der neunundneunzig Nächte
Viele Jahre sind vergangen, seit ein längst vergessener Dämon die Welt für 99 Tage in Finsternis hüllte um am hundertsten Tag nach seiner Wiedererweckung von einer Gruppe tapferer Helden besiegt und in einer Kugel eingefangen zu werden. Doch die Freude über den Sieg währte nicht lange. Die helle Hälfte der Kugel wurde aus Habgier von den Menschen entwendet; die Goblins, denen die dunkle Hälfte blieb, schworen den Dieben Rache und erklärten ihnen den Krieg
Genau an diesem Punkt beginnt das Abenteuer für den Spieler, der in die Rolle der Kriegerin Inphyy, eine von insgesamt sieben im späteren Verlauf freischaltbaren Charakteren, schlüpft. Die Story rund um Liebe, Hass und Rache wird hierbei größtenteils in den Ingame-Zwischensequenzen während einer Mission fortgeführt.
Auf in die Schlacht!
Die Schlachten sind, wie bereits in unsrem Preview angekündigt, äußerst pompös ausgefallen.
Man steuert den gewählten Charakter aus der Third-Person Perspektive, die Kamera, welche sich in manchen Situationen als äußerst tückisch erweist, wird dabei mit dem rechten Analogstick justiert. Durch geschickte Tastenkombinationen lassen sich im Spiel dann verschiedene Aktionen, wie Sprünge, Hiebe oder Stöße ausführen. Einigen mag dieses Kombo-System noch aus der Portierung des Kassenschlagers Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs bekannt sein. Diese Kombos sind alles in allem schnell erlernt, beschränken sich die Kombinationen doch größtenteils auf den Y-, sowie den X-Knopf, selten aber auf die Sprungtaste A. Mit dem linken und rechten Bumper, sowie dem Steuerkreuz lässt sich weiterhin die eigene Armee, in linke und rechte Flanke aufgeteilt, befehligen.
Besonderes Augenmerk liegt jedoch auf der B-Taste, die den Kugelangriff des jeweiligen Charakters, aktiviert. Mit dieser Attacke ist es möglich gleich mehreren hundert Schergen gleichzeitig den Garaus zu machen. Ausgeführt werden kann sie jedoch nur bei gefüllter Kugelanzeige im HUD des Spielers, deren Balken wiederum durch das Töten von einzelnen Feinden steigt.
Betrachtet man nun das eigentliche Leveldesign, sowie die Kämpfe, so wird man schnell feststellen, dass zwar der Reiz mit einer handvoll Kriegern gegen ganze Armeen zu bestehen sehr groß ist, doch Abwechslung lediglich im Wechsel der Schauplätze entsteht.
Das Missionsziel besteht fast immer darin Gegnermassen zu vernichten oder bestimmte Feinde auszuschalten, was auf die Dauer zu Langeweile führen kann. Besonders negativ fällt weiterhin auf, dass es keinerlei Checkpoints in den Levels gibt. Somit ist der Spieler immer aufs Neue der Gefahr ausgesetzt beim Tod des Helden von vorne beginnen zu müssen.
Nebenbei scheint der Schwierigkeitsgrad stetig zu steigen, sodass die Nerven vor allen Dingen in längeren Levels oftmals blank liegen. Zudem stellen die dem Helden zur Seite gestellte Armee, die wahlweise aus Bogenschützen, Infanterie, Speerwerfern oder schwerer Infanterie, bestehen, keinerlei Hilfe dar. Oftmals lediglich wie Zuschauer wirkend, umzingeln sie zwar den Gegner, greifen ihn aber nur sehr selten an, wodurch dem Spieler nichts anderes übrig bleibt, als auch diese Kontrahenten selbst niederzustrecken.
Einige positive Akzente setzen immerhin die Rollenspieleinflüsse im Spiel. So kann der Held mit Gegenständen, die Abwehr und Angriff verstärken, oder Trefferpunkte erhöhen, ausgestattet werden. Auch Waffen können im späteren Verlauf gewechselt werden. Besitzt der Held außerdem eine gewisse Anzahl an Erfahrungspunkten, so erhöht sich seine Stufe, was jedoch auf den eigentlichen Spielverlauf nur geringe Auswirkungen hat.
Grafik, Sound und Umsetzung Potential verschenkt!
Schon beim ersten Spielen von Ninety-Nine Nights fällt auf, dass die Entwickler besonderes Augenmerk auf die Zwischensequenzen gelegt haben. Während diese von Detaillreichtum und erstklassigen Effekten nur so strotzen, geht die eigentliche Ingame-Grafik etwas unter. Für die sich in der Ferne befindenden Objekte verwendete man ähnlich wie in den neuen Teilen der FIFA-Reihe lediglich einen Blur-Filter. Die eigene Armee, vor allen Dingen aber die Gegner sind mit wenig Liebe zum Detail gestaltet.
Gerade bei riesigen Angriffswellen gleicht ein Feind dem anderen, was ebenfalls für wenig Abwechslung sorgt.
Weiterhin leidet das Spiel und die grafische Darstellung unter zahlreichen Slowdowns, die in erster Linie bei den Kugelangriffen auftreten.
Der Soundtrack hingegen, welcher aus der Feder der angesehen Komponistin Pinar Toprak stammt, klingt ausgesprochen gut und schafft eine spannungsgeladene Atmosphäre. Leider geht der Sound jedoch größtenteils unter, sodass die eigentliche Klasse erst mit dem Kauf des offiziellen Soundtracks erkannt wird. Des Weiteren übertönen klingende Schwerter und das Stöhnen der Helden bei jeglicher Art von Angriff die Musik voll und Ganz. Die englischen Synchronsprecher sind gut gewählt, doch merkt man an einigen Stellen, dass mehr Gefühl und Leidenschaft bei der Synchronisation dem Spiel und somit auch der Story sicherlich gut getan hätte. Nebenbei erwähnt, wird jeder, der des englischen nicht mächtig ist, sehr gute Augen, oder einen großen Fernseher brauchen, um die äußert kleinen Untertitel lesen zu können.
Zu guter Letzt erschütterte uns die traurige Nachricht, dass es weder ein Multiplayer-, noch einen Koop-Modus integriert wurden. Somit ist und bleibt N3: Ninety Nine Nights ein reines Einzelspielererlebnis. Als kleiner Trost finden sich auf der DVD noch zahlreiche Artworks aller Charaktere, sowie Missionsberichte.
Positiv ist eigentlich nur die Atmosphäre und die Spielzeit zu erwähnen. Letztere erweist sich jedoch lediglich durch fehlende Checkpoints, unglaublich schwache KI und Slowdowns als überdurchschnittlich lang. Am Rande sei noch gesagt, dass das Handbuch eines der ausführlichsten ist, die ich je zu Gesicht bekam.
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N3: Ninety-Nine Nights im Test.
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