Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Was verbindet ihr mit blonden Jungs, die orangefarbene Anzüge tragen? Holländer? Mag sein, Japanern dürfte da allerdings auf Anhieb Naruto einfallen. Die Anime-Serie über den aufstrebenden kleinen Ninja erreichte dort einen Kultstatus sondergleichen. Inzwischen wird die Serie auch hierzulande ausgestrahlt und erfreut sich einer recht großen Beliebtheit. Nach zahlreichen eher mittelprächtigen Versoftungen schickt sich Ubisoft nun an, mit der ersten nicht japanischen Produktion rund um die Welt der Jutsus, für Furore zu sorgen und das Spiel auch Nichtkennern der Serie schmackhaft zu machen. Wir haben uns auf nach Konoha gemacht und dort ein paar wirklich schöne Stunden verbracht.
Zum Scheitern verurteilt?
Vor vielen Jahren sorgte ein Dämon in Gestalt eines neun-schwänzigen Fuchses in Konoha für Angst und Schrecken. Zahlreiche Ninjas gaben ihr Leben im Kampf gegen diesen mächtigen Dämon. Erst dem vierten Hokage gelang es, den Dämon zu besiegen. Er konnte die Kräfte des Fuchses im Körper eines neugeborenen Kindes versiegeln Naruto Uzumaki. Die Bevölkerung, immer im Bewusstsein darüber, dass diese Bedrohung tief im Inneren des Jünglings schlummert, meidet ihn seitdem und Naruto ist als Waise jahrelang auf sich alleine gestellt. Er selbst ist sich seiner Bürde nicht bewusst und lebt seinen Traum: Er möchte der mächtigste Ninja des Dorfes werden, um so den ihm gebührenden Respekt seiner Mitmenschen zu ernten. Die Jahre ziehen ins Land. Naruto versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem er viel Mist baut und sich seinen eher minder erfolgreichen Weg durch die Ninja-Schule bahnt, stets mir dem Ziel, es seinen Mitmenschen zu zeigen. Kenner der Serie dürfte sofort auffallen, dass das Spiel die Story der Vorlage eins zu eins nacherzählt. Aber auch an Spieler, die nichts mit der Serie anfangen können, wurde gedacht. In kurzen Ausschnitten wird die Geschichte erläutert, so dass man direkt von Anfang an im Bilde ist.
Insgesamt beinhaltet das Spiel die Inhalte der ersten 80 Episoden. Das Spiel startet mir der verpatzten Ge-Nin Prüfung, mit der Naruto bei Erfolg offiziell den Rang eines waschechten Ninjas erhalten würde. Aber wie es das Schicksal so will, fällt er als Einziger durch eben diese Prüfung.
Jetzt ist es am Spieler, Naruto doch noch zu seinem Ziel zu führen. Dabei gilt es, die Bewohner von Kohona von euch zu überzeugen und Naruto auf seinem Weg zu begleiten. Dazu könnt ihr euch frei durch das Dorf bewegen und dort diverse Missionen von den Bewohnern und eurem Sensei annehmen. Anfangs beschränkt sich das Ganze noch darauf, dass ihr den Leuten kleine Gefallen tun müsst, wie beispielsweise Münzen für sie einzusammeln, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Im weiteren Verlauf müsst ihr noch einige Miniquests wie Rennen gegen die Zeit, das Auftreiben von verloren gegangenen Schätzen und das Einsammeln von Kräutern bewältigen. Leider merkt man recht schnell, dass sich die Miniquests auf Dauer wiederholen. Wirklich interessant sind aber die Hauptquests, doch dazu später mehr.
Wir brauchen mehr Stachelköpfe!
Habt ihr eine Mission erfolgreich absolviert, bekommt ihr nicht nur Geld und Erfahrungspunkte, sondern je nach Mission auch einen größeren Gesundheitsbalken oder mehr Chakra. Was zur Hölle ist Chakra? Chakra ist sozusagen die Innere Kraft der Ninja, die diese sich zu Nutze machen. Mit Hilfe von Chakra seid ihr in der Lage, erlernte Jutsus, spezielle Techniken, die schnell das Leben erleichtern, auszuführen. Im Laufe des Spiels erlernt Naruto drei dieser Techniken, die sich später noch weiter ausbauen lassen. Zum einen hätten wir da das Shadowclone-Jutsu, mit dem der Blondschopf viele Klone von sich herbeirufen kann, die ihm dann hilfreich zur Seite stehen.
Mit dieser Technik kann er Barrikaden zu Brei schlagen und so beispielsweise an versteckte Münzen kommen. Zum anderen erlernt Naruto recht früh das Sexy Jutsu, mit welchem er sich in ein heißes, blondes Mädel verwandeln kann und seine Gegner so auf die etwas andere Art verwirrt. Ebenfalls kann dieses Jutsu dazu genutzt werden, um liebeskranke Bewohner Konohas wieder glücklich zu machen. Als drittes und letztes Jutsu könnt ihr im späteren Verlauf des Spiels das Chakra Konzentrations-Jutsu erlernen. Dieses dient euch zum einen dazu, an Wänden entlang zu laufen oder später sogar über Wasser. Eben all das, was man von Naruto aus der Serie gewohnt ist.
Während eurer Ausflüge macht ihr nicht selten Bekanntschaft mit Banditen oder feindlich gesinnten Ninjas aller Art. Kommt es zur unvermeintlichen Konfrontation, wechselt das Geschehen in den klassischen Beatem Up-Modus, in dem ihr eure Kontrahenten mit zahlreichen Schlagkombos, Würfen und Kunai-Wurfmessern die Kerzen auspustet. Die Kämpfe sind dabei sehr stylish in Szene gesetzt worden und kommen denen der Vorlage sehr nah.
Im späteren Verlauf schaltet ihr auch die Sprintfunktion frei, mit welcher ihr durch die Stadt heizen könnt. Habt ihr euren Gegner mit einer erfolgreichen Kombination auf die Bretter geschickt, habt ihr genügend Zeit, um eine eurer Jutsu-Techniken anzuwenden.
Dafür wechselt das Kampfgeschehen kurz in eine mit Quick-Time Events gespickte Action-Szene. Schafft ihr es, alle Buttons zur richtigen Zeit zu drücken, bekommt euer Widersacher so richtig sein Fett weg. Je mächtiger euer Gegner ist, desto weniger Zeit habt ihr für das Drücken der Buttons. Gerade gegen mächtige Gegner wie Gaara oder Orochimaru kann das schnell für Schweiß auf der Stirn sorgen. Müsst ihr selbst einstecken, füllt sich euer Rage-Meter. Sobald dieser voll ist, könnt ihr in den Rage-Modus wechseln, in dem Naruto seiner inneren Kraft des Fuchses freien Lauf lässt und so noch mehr Schaden verursacht und kurzeitig unverwundbar ist.
Aber Vorsicht! Auch der Gegner wendet diesen Modus an und kann euch dadurch das Leben zur Hölle machen. Zieht ihr bei den Gefechten mal den Kürzeren, heißt das nicht gleich Game Over. Bei wichtigen Ereignissen sammelt ihr so genannte Memo-Clips. Dies sind Erinnerungen, mit denen Naruto wieder neue Kraft sammelt. Mit ihnen könnt ihr eure Gesundheit und Chakra regenerieren und den Kampf fortsetzen. Maximal vier Memo-Clips lassen sich während einer Mission mitführen.
Nudeln mag er gut leiden
Seid ihr wieder in Konoha, könnt ihr euren Sensei besuchen und eure gesammelten Erfahrungspunkte in neue Kombos, oder erhöhte Schlagkraft investieren. Auch eure Jutsus lassen sich hier auf maximal drei Stufen hochleveln.
Seid ihr weit genug vorangeschritten, könnt ihr hier auch neue Techniken erlernen. Weiter seid ihr hier in der Lage, gegen eure Senseis in Traningskämpfen anzutreten und eure neuen Fähigkeiten auszuprobieren. Neben eurer Senseis gibt es noch diverse Anlaufstellen, wie den Nudelverkäufer, bei dem Naruto seine Lieblingsspeise Ramen ergattern kann, die ihm zu neuer Kraft auf seinen Reisen verhilft. Oder den Kunai-Händler, bei dem man sich neue Wurfmesser kaufen oder verbessern kann.
Beim Hokage lassen sich eure Memo-Clips auffrischen. Die Senseis sind allerdings auch meistens die Anlaufstelle, um neue Hauptquests anzufangen. In diesen spielt ihr die Geschichte der Serie nach.
Alle Schlüsselszenen werden in kurzen Filmausschnitten zusammengefasst. Zwar tappt man zu keiner Zeit im Dunkeln, aber trotzdem wird dem Spieler viel von der eigentlichen Story verwehrt. Dies muss natürlich unter Vorhalt gesehen werden, dass Naruto Rise of the Ninja ein Spiel ist und den Spieler nicht mit zu viel Story vom Zocken abhalten möchte. Wer also noch keine Folge gesehen haben sollte, muss sich überlegen, ob er nicht vielleicht doch mal reinschaut. Zwar taucht man durch die coole Story schnell in das Spiel ab, wenn man aber genau hinschaut, erkennt man, dass sich die Aufgaben in den Quests schnell wiederholen. Hier mal ein paar Gegenstände einsammeln, während man zum zehnten Mal denselben Waldabschnitt durchquert, da mal ein paar Gegnern aufs Maul hauen und einige Plattformeinlagen passieren. Zur Auflockerung gibt es noch schön inszenierte Abschnitte, in denen ihr hoch in den Bäumen von Ast zu Ast springt. Auch wenn sich das Spielprinzip schnell wiederholt, eines lässt sich nicht von der Hand weisen es macht wirklich Spaß! Man zittert bei besonders intensiven Abschnitten der Story richtig mit.
Online auffe Nuss!
Hat man sich durch die rund acht Stunden lange Einzelspieler-Kampagne gedroschen, kann man sich im Multiplayer-Modus an einer Konsole oder via Xbox Live mit seinen Freunden messen. Dabei könnt ihr nicht nur auf Naruto, sondern auch auf andere Charaktere wie Rock Lee, Sasuke, Sakura und viele mehr zurückgreifen. Das macht Laune und kann auch auf längere Sicht motivieren.
Naruto Rise of the Ninja bietet einen sehr schönen Grafikstil mit Cel-Shading Look, der das Flair der Serie wirklich formidabel einfängt. Ein ganz großes Lob gebührt den Entwicklern bei der Inszenierung der Stadt. Mit ihren vielen Ecken und Winkeln schreit sie geradezu nach einer Erkundungstour. Erlernt man eine neue Fähigkeit, lassen sich zuvor nicht erreichbare Stellen erklimmen, und man ertappt sich schnell dabei, nur noch schnell die nächsten Münzen zu suchen. Als ein wenig störend erweisen sich die Gesichter der Charaktere bei näherer Betrachtung. So schön das ganze Ambiente auch wirkt und so flüssig und authentisch die Animationen auch sein mögen, die Mimik der Gesichter hätte man durchaus noch verbessern können. Aber Schwamm drüber. Auch die Synchronisation ist durchaus gelungen und wurde der englischen Fassung der Serie entnommen. Jüngeren Spielern könnte das eventuell missfallen, schließlich werden sie gezwungen, mit der englischen Synchro Vorlieb zu nehmen und sind daher auf die deutschen Untertitel angewiesen. Für Hardcore-Fans hat Ubisoft zudem noch angekündigt, dass man die japanischen Original-Stimmen kostenlos über den Marktplatz anbieten werde. Zur Zeit unseres Tests war diese allerdings noch nicht verfügbar.
Was allerdings negativ aufstößt, sind die sich viel zu häufig wiederholenden Quests. Auch die Vielfalt der Gegner hätte größer sein können. Weiterhin können die hektischen und später bockschweren Kämpfe gerade bei Anfängern für Frust sorgen. Auch die Kamera erwies sich manchmal als recht nervig. Letztlich ist Narutos Einstieg in die Liga der neuen Konsolengeneration aber als sehr gelungen zu bezeichnen, auch wenn es noch viel Luft nach oben gibt. Wir freuen uns schon auf einen Nachfolger.
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Naruto - Rise of the Ninja im Test.
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