Gesamtwertung82 %/10 |
Grafik8 Sound8 |
Lanzeitspaß7 SpieleinstiegMangelhaft |
Bedienung8 |
In Japan ist er gar nicht mehr wegzudenken, aber auch in Amerika und Europa erfreut sich Naruto immer größerer Beliebtheit. Da wundert es kaum, dass der blonde Jüngling ein Videospiel nach dem nächsten spendiert. Die meisten davon konnte bislang allerdings nur bedingt überzeugen. Eine lobenswerte Ausnahme stellte Naruto: Rise if the Ninja von Ubisoft dar, welches im letzten Jahr exklusiv für die Xbox 360 erschien. Ein Jahr später ist nun der Nachfolger The Broken Bond erschienen und knüpft nicht nur an das gelungene Konzept des ersten Teils an, sondern erweitert das Spiel in nahezu allen Belangen. Ob es für einen echten Hit ausreicht, lest ihr in unserem Test.
Naruto: The Broken Bond knüpft nahtlos an die Geschehnisse des ersten Teils und erzählt die Story der Serie von der 81. bis zur 135. Folge. Während Kenner der Vorlage wissen, was sie erwartet, werden Einsteiger ernsthaft Probleme bekommen, überhaupt den roten Faden zu finden. Eine Zusammenfassung gibt es hier nämlich nicht. Wer also den ersten Teil nicht gespielt hat, geschweige denn die Serie kennt, sollte dies tunlichst nachholen. Eigentlich ein seltsamer Zug der Entwickler, schließlich werden sich bestimmt nicht nur Fans der Serie das Spiel näher anschauen wollen.
Warum empfängt man diese also nicht mit offenen Armen? Prinzipiell dreht sich der Hauptangelpunkt des Spiels um die Freundschaft zwischen den ewigen Rival Naruto und Sasuke. Während Naruto nach seinem Sieg über Gaara als Held gefeiert wird, hat Sasuke mit seinem inneren Konflikt zu kämpfen. Der Drang nach Rache an seinem Bruder lässt in immer weiter den Bezug zu seinen Freunden verlieren, bis er schließlich an einen Punkt gelangt, an dem er nicht mehr weiß, welchem Pfad er weiterhin folgen soll.
Während Naruto, Skaura und Co. alles daran setzen, Sasuke wieder auf den rechten Pfad zu lotsen, reibt sich Oberfiesling Orochimaru bereits Zunge schnalzend die Hände. Im Gegensatz zum ersten Teil wird die Story in The Broken Bond dieses Mal durch in Echtzeit dargestellte Cutscenes dargestellt. Dies erhält den sehr gut eingefangen Look des Spiels, der im ersten Teil durch den Einsatz von Filmsequenzen der Serie ein wenig zwiespältig daher kam. Fans dürften sich darüber freuen, dass man schon anfangs die Wahl hat, ob man das japanische Original oder die englische Variante spielen möchte. Obwohl die meisten natürlich kein Wort verstehen werden, ist die Atmosphäre auf japanisch einfach intensiver, auch wenn die englischen Sprecher ihre Sache gut machen.
Das Spielprinzip in Naruto: The Broken Bond ist im Grunde so aufgebaut wie in Rise of the Ninja. In und um euer Heimatdorf nehmt ihr diverse Aufträge an und treibt durch nette Hüpfeinlagen und Kloppereien die Story des Spiels voran. Neuerdings seid ihr dabei nicht alleine, sondern habt die meiste Zeit mindestens ein weiteres Teammitglied an eurer Seite. Dabei könnt ihr wählen, welches Mitglied ihr gerade kontrollieren, oder ob ihr die Gruppe sogar aufteilen möchtet. Dies macht sich gerade in den häufig vorkommenden Rätseleinlagen bemerkbar, in welchen ihr die verschiedenen Justus der Charaktere nutzen müsst, um beispielsweise Türen zu öffnen oder an Gegenstände zu kommen. So kann Naruto seine Shadow Clone-Technik nutzen, um eine menschliche Brücke zu bauen, während Shikamaru in der Lage ist, seinen Schatten zu steuern, um so durch enge Schächte zu gelangen. Dies stellt sich im Laufe des Spiels zwar als nett heraus, allerdings sind die meisten Rätsel recht simpel gestrickt, weshalb euer Hirnschmalz die meiste Zeit ein müdes Lächeln offenbaren dürfte.
Hier zeigen sich schnell erste Schwächen des Spiels, die in dem auf Dauer recht monotonen Missionsdesign des Spiels liegen. Gerade die Nebenmission belaufen sich diese hauptsächlich darauf, gewisse Gegenstände zu finden und zwischendurch einige Gegner zu vertrimmen. Dies war bereits einer der Schwachpunkte des Vorgängers, den man unglücklicherweise auch im zweiten Teil vorfindet. Ein Jammer eigentlich, denn im Grunde bietet die hübsche Welt, in der der Blondschopf und sein Gefolge ihr Unwesen treiben deutlich mehr Spielraum für Neues.
Und obwohl das Missionsdesign recht einfältig wirkt, schafft es der Titel dennoch, den Spieler an das Pad zu fesseln. Das liegt nicht nur, an der packenden Story, sondern auch an den coolen Kämpfen. Hier wurde zwar kein neues Eisen geschmiedet, allerdings ist nun möglich, den Charakter während des Kampfes zu wechseln und durch schön in Szene gesetzte Teamattacken für massiven Schaden beim Gegner zu sorgen. Das eigentliche Kampfsystem ist zwar nicht das tiefgründigste oder anspruchsvollste im Genre, allerdings verlangt es schon ein schnelles Händchen vom Spieler und bleibt stets fordernd.
Noch immer könnt ihr während der Kämpfe auf eure Jutsu-Techniken setzen und mit verschiedenen, gleichzeitigen Bewegungen der Analogsticks für Zähneknirschen beim Gegner sorgen. Dadurch, dass ihr eure Chakra, also die Kraft, die ihr für Jutsus benötigt, mit euren Teammitgliedern teilen müsst, sollten eure Aktionen die meiste zeit gut überlegt sein, was dem Spiel ein wenig mehr Taktik zu Gute kommen lässt. Der Schwierigkeitsgrad ist hierbei noch immer recht hoch angesiedelt.
Soll heißen: Die KI versteht keinen Spaß und bombardiert euch im späteren Verlauf des Spiel regelrecht mit ellenlangen Kombos. Wer da nicht fleißig im Dojo geübt hat, wird sich wahrscheinliche eine Gesundheitspille nach der anderen reinpfeiffen müssen, um nicht schon wieder KO zu gehen. Gesundheitspillen? Ja, The Broken Bond hat dem System des alten Teils, in welchem ihr durch das Einsetzen von Gedanken an eure Freunde und Feinde zu neuer Kraft gefunden habt, abgedankt und zieht es nun vor, eure Gesundheit in Form von Pillen zu erneuern. Diese könnt ihr benutzen wann und wo ihr wollt.
Wer sich gegen seine Freunde im Kampf messen möchte, kann dies offline oder auch online tun. Es gibt neuerdings sogar einen 2vs2-Modus, in dem ihr aus den insgesamt gut 30 Kämpfern wählt euch gegenseitig die Kiefer weich prügeln könnt. Eine weitere Neuerung ist der Turnier-Modus, in dem ihr durch diverse Kämpfe gegen andere Spieler langsam einen Namen verschafft und bei Erfolg den Rang des Hokages erlangen könnt. Habt ihr dies geschafft, tretet ihr solange gegen andere Kämpfer an, bis ihr besiegt werdet. Alles in allem laufen die Onlinematches flüssig und die meiste Zeit ohne störende Lags. Vom grafischen Standpunkt aus hat The Broken Bond verglichen mit dem Vorgänger einen satten Schritt nach vorne gemacht. Alle Charaktere wirken sehr originalgetreu und könnten direkt aus der Serie stammen. Einzig die Mimiken sind nicht immer die besten und die Lippensynchronisation passt ebenfalls nicht immer. Aber sei's drum, denn im Grunde ist The Broken Bond ein wirklich hübsches Spiel geworden und besticht mit sehr guten Animationen und einer fast perfekten Cel-Shading-Grafik. Manchmal macht einem die langsame Kamerajustierung zu schaffen, aber insgesamt wurden alle Kommandos gut umgesetzt, so dass der Blondschopf immer das tut, was er sollte.
Naruto: The Broken Bond ist genau die Fortsetzung, die ich mir vorgestellt habe. Das soll allerdings nicht heißen, dass ich vollends zufrieden mit ihr bin. Vielmehr war mir schon von vornherein klar, dass das Spiel mit Sicherheit wieder an denselben Schwächen leiden wird, wie der erste Teil. Und ich wurde nicht "enttäuscht". Noch immer sind die Nebenmissionen auf Dauer zu monoton und langweilig aufgebaut. Die Entwickler ruhen sich geradezu auf dem neuen Team-Feature aus und bauen dies viel zu häufig ins das Spiel ein, wodurch sich früher oder später beim Spieler der altbekannte "Nicht schon wieder"-Effekt bemerkbar macht. Dabei schreit die liebevoll gestaltete Welt Konohas nach mehr. Man muss sich ja nicht gleich ein GTA IV zum Vorbild nehmen, aber wieso lässt man sich nicht ein wenig mehr einfallen? Das würde den Titel weitaus attraktiver machen. Vor allem für Nichtkenner der Serie. Aber anscheinend will Ubisoft das gar nicht. Die Story bietet nämlich überhaupt keine Ansätze, die es Neulingen überhaupt ermöglicht, ihr zu folgen. Schade drum, denn die Geschichte um Naruto und Sasuke wird nicht nur viel besser erzählt, als im Vorgänger, sondern ist enorm packend und motivierend. Und auch ansonsten macht The Broken Bond vieles richtig. Das Gameplay ist immer schön schnell, die Kämpfe machen Spaß und das Team-System trägt auch seinen Teil zum insgesamt positiven Gesamteindruck bei. Auch der Online-Modus birgt Potenzial und dürfte euch auch auf längere Sicht bei Laune halten. Fans kommen definitiv nicht um diesen Titel herum, wobei Nichtkenner, aufgrund der nicht gegebenen Einstiegsmöglichkeiten bezüglich der Geschichte, erst Probe spielen sollten.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Naruto: The Broken Bond im Test.
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