Gesamtwertung90%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Bereits seit einigen Jahren kann der Basketballsimulation aus dem Hause 2kSports kein Genrekonkurrent mehr das Wasser reichen. Vor dem Hintergrund einer technisch einwandfreien Präsentation lagen die Trümpfe des Titels dabei stets im innovativen wie einzigartigem Gameplay und in den für ein Sportspiel essentiellen spielerischen Freiheiten.
So gelang es in relativ kurzen Entwicklungszeiten nicht nur die Titel des ehemaligen Genreprimus EASports ins Mittelmaß zu verbannen, sondern auch gleichzeitig neue Maßstäbe in einzelnen Bereichen zu setzen. Ob dies mit NBA Live 2k8 wieder gelang oder ob NBA Live 08 dieses Jahr das Rennen machen könnte? Wir verraten es euch im Looki-Review.
Dunkübungen statt Karriere Der Umfang
Wo NBA 2k7 im letzten Jahr mit einer großen Auswahl an Modi sowie einem innovativen Karrieremodus überzeugte, fokussiert sich der Nachfolger eher auf Minispiele und kleinere Wettbewerbe.
Im Klartext heißt dies, dass sowohl der Saisonmodus, das freie Spiel und sämtliche anderen Modi unverändert wieder ins Spiel integriert wurden, der Karrieremodus jedoch gestrichen und durch den Blacktop-Modus ersetzt wurde. Letzterer zeichnet sich dabei durch eine Reihe von kleineren Contests, unter anderem einem Dreier-Shootout, einer Reihe von Streetgames mit unterschiedlicher Mitspieleranzahl, sowie dem großen Dunkwettbewerb, mitunter wohl das Herzstück des neuen Modus. Hier gilt es, Runde für Runde Dunks verschiedener Art hinzulegen, die dann von einer Jury bewertet werden.
Dabei kann auf einen ganzen Katalog unterschiedlicher Dunks zugegriffen werden, aus einer Kombination von linkem und rechtem Ministick führt man schließlich den gewünschten Trick aus. In einer Show mit Zuschauern, Moderator und zahlreichen Lichteffekten verpackt, präsentiert sich der Dunkcontest wie viele andere Minispielen sehr atmosphärisch und fordern den Spieler durch eine starke KI.
Wer jedoch lieber mit Freunden die Wettbewerbe gestalten möchte, kann dies auch; mit bis zu vier Spielern lassen sich so gut wie alle Minispiele bestreiten. Üben kann man vor dem großen Auftritt ebenfalls, in der Dunkschule können in aller Ruhe Tricks einstudiert und verfeinert werden. Schade, dass das Tutorial vor allen Dingen in Sachen Dunkcontest mehr als mickrig ausfällt, weshalb sich Spieler meist selbst zurecht finden muss.
Perfektes Gameplay nochmals verbessert?
War das Gameplay in NBA 2k7 bereits von vielen Spielern als nahezu perfekt betitelt worden, bewiesen die Entwickler mit dem Nachfolger, dass auch hier - trotz hohem Niveau eine Verbesserung möglich war. So schaffte man es, ohne die Spieldynamik zu gefährden oder gar am einzigartigen Gameplay zu kratzen, sinnvolle Neuerungen einzubauen.
Zum einen wären hier die Offball-Steuerung zu nennen, die es dem ermöglicht neben dem eigenen Spieler ein weiteres Teammitglied zu steuern parallel zu steuern. Bei einem Angriff auf den gegnerischen Korb, können so Wege freigeblockt oder Spieler geschickt in Wurfposition gebracht werden.
Bei geschicktem Einsatz sind so sogar schnelle Gegenstöße und Dreipunktewürfe perfekt ausspielbar. Gleichsam wie in der Konkurrenz, werden Freiwürfe zudem nun auch mit dem rechten Ministick ausgeführt. Größte Schwierigkeit hierbei ist jedoch das Gefühl für die Fähigkeiten des Werfers, von welchen die Bewegung des Sticks abhängt.
Viele taktische Optionen, wie Lauf- und Passwege sowie Spielzüge stehen nun ebenfalls in überarbeiteter Form zur Verfügung. So scheinen diese nun abwechslungsreicher und vielfältiger zu sein als je zu vor. Dies liegt vor allen Dingen jedoch an der verbesserten KI, die sich nun intelligenter und in vielerlei Hinsicht geschickter verhält. So reagieren die computergesteuerten Teamkollegen auf die Offballbewegungen und setzten Spielzüge perfekt um.
Auch der Gegner scheut sich nicht bei schnellen Gegenstößen ein absichtliches Foul zu begehen um den Spielfluss zu unterbrechen. Weiterhin werden Auszeiten taktisch klug eingesetzt. In Sachen Verteidigung werden Fans der Reihe ebenfalls Neuerungen entdecken. So können gefährliche Spieler nun auf Wunsch gedoppelt und so am Wurf gehindert werden.
Realistische Präsentation mit kleinen Mängeln
Während bei vergleichbaren Titeln aus dem Hause EA besonderen Fokus auf Animationen und Grafiken der Spieler gelegt wird, will NBL 2k8 mit dem Gesamtpaket überzeugen; so befinden sich sowohl die Texturen und Animationen der einzelnen Spieler, als auch die des Publikums, der Personen am Spielfeldrand sowie des komplette Spielfeldes auf allerhöchstem Niveau. Überall herrscht Bewegung; die Zuschauer stehen bei einem Fast auf um das Geschehene perfekt überblicken zu können, klatschen, drehen ihre Köpfe oder rutschen auf ihren Sitzen umher, Cheerleader tanzen während Spielunterbrechungen und selbst Trainer und Ersatzspieler laufen nervös hin und her. Nebst dem Getümmel am Rande, können auch die Animationen auf dem Platz überzeugen.
Realistische Bewegungsabläufe großer Stars wie Nowitzki, Nash oder Paul tragen hierbei einen großen Teil zur einzigartigen Präsentation bei; die Mimik der Spieler, Spiegelungen auf dem polierten Hallenboden und authentische Dribblings ebenso. Abgerundet wird die Präsentation indes durch einen herausragenden englischen Kommentator, der es nicht scheut bei einem Dunk seiner Begeisterung auch mal vollen Lauf zu lassen, und die Zuschauerstimmen, die die Tribüne beleben. Ebenfalls schaffte man durch verschiedene Replays mit unterschiedlichen Kamerawinkeln die Illusion einer perfekten Live-Übertragung eines NBA-Spiels, was ebenfalls für die Authentizität des Titels spricht.
Kleinere Clippingfehler und Grafikbugs finden sich trotz allem Lob aber dennoch. So wirken Hosentexturen ab und an verwaschen und können sogar ganz verschwinden. Im Vergleich zum Vorgänger werden viele Fans darüber hinaus feststellen, dass sich grafisch insgesamt verhältnismäßig wenig verbessert hat. Mit zu hohen Erwartungen sollte man daher als Besitzer von NBA 2k7 nicht in dieses Spiel gehen.
Die Steuerung kann indes als zweischneidiges Schwert angesehen werden. Zwar werden Profis und Besitzer des Vorgängers mit der Tastenbelegung gut vertraut sein und sollten sich wohl auch über die neuen spezifischen Features freuen, Neulinge könnten damit aber anfangs völlig überfordert sein. Auch der fehlende Trainingsmodus, bzw. das magere Tutorial vom mageren Handbuch einmal abgesehen - wird es den Spielern besonders schwer machen. So bleibt nur der ständige Wechsel vom laufenden Spiel ins spartanische Optionsmenü um sich die Steuerung noch einmal zu Gemüte zu führen und zumindest etwas Praxis im Umgang zu sammeln. Dass ein Freiwurf beispielsweise gänzlich mit dem rechten Ministick ausgeführt wird, wird beispielsweise nur kurz erwähnt, sobald der Spieler an die Freiwurflinie tritt. Wann und wo der Spieler diesen hinbewegen muss, wird indes nicht erwähnt. Leider können die Tasten auch nicht frei belegt werden, sondern lediglich durch vorgefertigte Tastenschablonen verändert werden. Hier besteht bis zum nächsten Jahr in jedem Fall Aufholbedarf 2kSports.
Besitzer des Vorgängers müssen aber dennoch abwägen, ob sich der Kauf allein wegen der beschriebenen kleineren Neuerungen für sie wirklich lohnt. Auch Einsteiger könnten zumindest anfangs aufgrund eines fehlenden ausführlichen Tutorials oder eines Trainingsmodus Startschwierigkeiten haben. Nichtsdestotrotz sollte der Titel für Genrefans ein Pflichtkauf sein und verdrängt auch dieses Jahr ein überarbeitetes NBA Live 08 auf den zweiten Platz.