Gesamtwertung85 %/10 |
Grafik9 Sound9 |
Lanzeitspaß7 Spieleinstieg10 |
Bedienung9 |
EA Sports strauchelt, aber fällt nicht; so haben die Entwickler in NBA Live 09 zwar viel Potential bewiesen, jedoch nur ein Quantum dessen was möglich gewesen wäre ausnutzen können. Die richtige Zeit also für den Konkurrenten aus dem Hause 2kSports eiskalt zuzuschlagen und sich selbst zum Genrekönig zu küren. Dabei setzt man im Gegensatz zum Pendant weniger auf Innovation und markante Neuerung, sondern in erster Linie auf Altbewährtes. Ob sich dieses Konzept letztlich bezahlt macht, klären wir in unserem Test.
Während NBA 2k8 bereits in vielerlei Hinsicht überzeugen konnte und lediglich die sensible Wurfsteuerung, die oftmals zu übermächtig wirkende KI, ein abgespeckter Umfang und seltene Clippingfehler eine höhere Wertung verhinderten, setzt man den Hebel im direkten Nachfolger genau an diesen Problemen an. So kann die KI nun beispielsweise mit zahlreichen Reglern individuell angepasst werden. Ob ein Basketballmatch also arcadelastig wird, wie oft ein Dreierversuch gelingt, wie aggressiv der Gegner vorgeht, oder wir fordernd die KI reagiert, kann nun an die eigenen Bedürfnisse und die eigene Form angepasst werden.
Dadurch wird ein dynamischer Schwierigkeitsgrad ermöglicht, was den Titel für Profis fordernd und für Anfänger einsteigerfreundlich wirken lässt. Dynamisch wird das eigentliche Spiel ebenfalls durch die Möglichkeit mit Live-Updates Kader auf den neusten Stand zu bringen. Teamstatistiken, Stärken, Schwächen und Formationen können so variieren; entwickelt sich ein Spieler somit während einer NBA-Saison, wird dies ebenfalls im Spiel zum Tragen kommen. Den Fehler, diese Updatefunktion als eigenständigen Modus anzubieten, wie es im Hause EA Sports der Fall ist, begeht 2K Sports dabei nicht.
Weitere Änderungen im Bereich des Gameplays betreffen die Angriffs- und Verteidigungsarbeit, die dem Spieler im Vergleich zum Vorgänger mehr Handlungsspielraum lassen. Komplizierte Lauf- und Passwege gibt es nicht mehr, wodurch ein hektisches Spiel verhindert wird. Vielmehr übernimmt die hervorragende KI selbstständig zahlreiche Aufgaben in diesen Bereichen und der Spieler reagiert auf die Laufwege der Mitspieler mehr, als er diese vorgibt.
Diese Art von Automatismus herrscht in der Defensive nicht vor, wodurch beim Verteidigen eines angreifenden Gegenspielers dieser erst einmal wenige Sekunden verfolgt werden muss, bevor der Computer dies nach Betätigen der Schultertaste selbst übernimmt.
Zur Erinnerung: In NBA 2k8 konnte man sich bereits nach kürzerer Zeit am Kontrahenten "festkleben" lassen. Umso schmerzhafter für viele Fans, ob der zahlreichen Gameplayänderungen, dass die kurze Liste der Verbesserungen hier enden muss. Blacktop- und Saisonmodus blieben praktisch unverändert und auch der Onlinemodus wurde nur in technischer Hinsicht verbessert, die Kader wurden indes auf den neusten Stand gebracht.
Der bittere Nachgeschmack für viele potentielle Käufer also, dass sich in Sachen Umfang rein gar nichts geändert hat und somit auch der spaßige 24/7-Modus aus dem Jahre 2006 im diesjährigen Ableger keinen Platz fand. Wer grafisch und soundtechnisch hohe Erwartungen hegt, wird angesichts der wenig neuen Animationen und des gleichgebliebenen Niveaus, bitter enttäuscht; unterm Strich unterscheiden sich Grafik sowie die Präsentation nämlich kaum vom direkten Vorgänger.
Ärgerlich somit für viele Käufer, obwohl sich Animationen, Spielermodelle, Zuschauerkulisse und Kameraschwenks immer noch auf einem angemessen hohen Detailniveau befinden. Soundtechnisch können die Änderungen ebenfalls als marginal beschrieben werden. Ein paar neue Songs, die im Hintergrund ablaufen, einige neue Kommentare und gleichgebliebene Soundeffekte auf und neben dem Parkett.
Der neue König unter den Basketballsimulationen heißt NBA 2k9! Und doch: Der Schein, der vergebenen 85 Prozent trügt gewaltig, denn was 2kSports den Fans präsentiert, ist nichts weiter als eine leicht verbesserte Vorgängerversion, die weder mit großen Neuerungen noch mit Innovation aufwarten kann. Die Entwickler haben den Hebel ganz klar an anderer Stelle angesetzt - Fehlerbeseitigung. So zeigt sich das Gameplay im Vergleich zu Vorgänger verbessert, wirkt runder und dynamischer, vor allen Dingen jedoch langsamer. Grundsolide möchte man zudem in Hinblick auf die KI urteilen, denn auch hier erlaubte man sich keine gröberen Schnitzer mehr. Klar also, dass wenig Zeit blieb um neue Modi zu kreieren oder gar Grafik und Sound merklich zu verbessern. Ob das jedoch den Kaufpreis von fast 60€ rechtfertigt, liegt im Ermessen des Käufers. Unser Tipp: Wer den Vorgänger besitzt, sollte in diesem Jahr auf NBA 2k9 verzichten.
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NBA 2K9 im Test.
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