Gesamtwertung72 %/10 |
Grafik9 Sound7 |
LanzeitspaßUngenügend Spieleinstieg8 |
Bedienung7 |
Auf dem Rasen sowie dem Eis sind die diesjährigen Entscheidungen um den Genrethon bereits gefallen. Beide Male ging EA Sports vor den Konkurrenten aus dem Hause 2kSports und Konami als Sieger durchs Ziel und sicherte sich nicht zuletzt durch innovative Features und ausgereiftes Gameplay den ersten Platz. Klar also, dass man auch auf dem Parkett die Favoritenrolle innehat; doch ob EA Sports dieser wirklich gerecht werden kann, erfahrt ihr in unserem Review.
Während andere Titel wie FIFA 09 und NHL 09 mit zahlreichen ausgereiften Modi und einem enormen Umfang aufwarten konnten, fällt der Basketball-Ableger der amerikanischen Spieleschmiede weit hinter diesen zurück. Dies liegt jedoch in erster Linie nicht an der Anzahl der Modi, sondern an deren Wiederspielwert und Aufmachung. So wurde beispielsweise auch in NBA Live 09 ein so genannter DNA-Mode integriert, der durch einen Online-Abgleich von original Spielerdaten, selbige auch ins Spiel überträgt.
Verletzt sich also ein Dirk Nowitzki in einem Match, oder weist ein Kobe Bryant eine absinkende Formkurve auf, so wird dies auch auf der heimischen Konsole miteinbezogen. Schade nur, dass dies kaum das eigentliche Spielgeschehen beeinflusst und so auch im Spiel minder auffällt. In der Praxis wirft ein Kobe Bryant so trotzdem seine zehn bis fünfzehn Körbe - und das trotz schlechter Form.
Ein weiterer Modus, der ebenfalls aus anderen Ablegern bekannt sein dürfte, ist der Be A Pro-Modus, der in NBA Live jedoch nur durch schwache Kameraperspektiven und eingeschränktem Handlungsspielraum ins Auge fällt. Warum lässt man den Spieler denn nicht länger als ein einziges Spiel in die Rolle eines Alter Ego schlüpfen? Warum wirkt die Kamera gerade in diesem Modus besonders schwammig?
Durchaus fragwürdig auch die Integration des Academy-Modes, in welchem ihr die Möglichkeit habt in einer Sporthalle kleinere Erfolge freizuspielen, zu Trainieren oder die Attribute eures selbst erstellten Spielers zu verbessern. Fragwürdig deshalb, weil viele der Minispiele wenig realistisch und auf Dauer einseitig und langweilig wirken. Mehr Vielfalt, mehr Abwechslung und vor allen Dingen ein höheres Maß an Authentizität wäre hier mit Sicherheit von Nöten gewesen.
Selbige vermisst man auch im FIBA-Weltmeisterschaftsmodus, in welchem die Möglichkeit besteht ein Turnier mit 24 Teams - darunter auch die DBB-Auswahl - zu bestreiten. Schade nur, dass hierbei das nötige Balancing fehlt und so auch ein wenig talentierter Spieler mit der Übermacht USA zahlreiche andere Teams regelrecht vom Parkett fegt. Überdies wurden alle anderen Modi, darunter auch der Dynasty-Modus, mit einigen kleineren Änderungen auch in NBA Live 09 integriert.
Eine weitere Bruchlandung legt EA Sports in Sachen Gameplay hin. Selbiges kränkelt nämlich immer noch durch mäßige Kollisionsabfragen, weshalb Spieler oft durch andere Kontrahenten förmlich "hindurch rennen". Doch dieses Manko ist bereits seit einigen Jahren immer wieder ein Teil des Franchise gewesen.
Eine berechtigte Frage also, warum EA Sports hier nicht noch einmal ansetzte, sondern den Fehler erneut ignorierte? Schade auch, dass die hoch angepriesene Lockdown-Steuerung, welches das Spiel revolutionieren und noch dynamischer wirken lassen sollte, wenig zu einem geregelten Spielfluss beiträgt.
Mit dieser Form der Steuerung habt ihr die Möglichkeit einen anderen Spieler, in der Offensive oder in der Defensive Anweisungen zu geben; theoretisch setzt der gewählte Spieler dann einen Block, läuft sich frei, oder schafft Räume für den eigenen Spieler.
Praktisch hingegen irren die Kameraden oft planlos in der Gegen herum, stellen Räume in der Offensive zu, oder wirken anderweitig geistesabwesend. Dazu gesellt sich oftmals auch eine gute Portion Hektik und Unübersichtlichkeit, sodass man im laufenden Spiel die Form der Steuerung dankend ablehnt. Die oft hinzukommenden fehlerhaften Kollisionsabfragen tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, den Spielspaß zu minimieren. Keine Bruchlandung, sondern eine wahre Meisterleistung legt EA schließlich in Sachen grafischer Präsentation hin.
Diese wirkt ausgereift und begeistert Freunde des Basketball-Sports durch zahlreiche realistisch anmutende Animationen von Spielern und Zuschauern sowie einer herrlichen Atmosphäre. Letztere wird dabei durch authentische Kameraschwenks, Cheerleader, welche vor einem jeden Spiel Zuschauer durch akrobatische Einlagen in Ekstase versetzen, Lichteffekte, die altbekannten Orgelklänge, frenetisch jubelndes Publikum und vieles mehr erzeugt. Egal ob vor während oder nach dem Spiel, das Grafikniveau bleibt stets hoch.
Soundtechnisch verhält es sich hierbei jedoch etwas anders. Zwar können die EA Trax sowie die Soundeffekte im Spiel und auch die herrliche Zuschauerkulisse überzeugen, die Kommentatoren aber scheinen oft nicht zu wissen wovon sie reden. Ein bitterer Nachgeschmack also für viele Fans, waren doch gerade die englischen Kommentare in EA Sports-Titeln stets niveauvoll.
Um auf die Frage nach der Favoritenrolle zu Beginn des Artikels zurückzukommen - diese muss man mit einem klaren Nein beantworten. Die Entwickler ruhen sich dazu zu sehr auf ihren Lorbeeren aus und schaffen es damit nicht ein gleichermaßen unterhaltsames wie ausgereiftes Spiel abzuliefern. So ist zwar der Umfang enorm und durch zahlreiche neue Modi sowie den mittlerweile schon altbekannten Be A Pro und DNA-Modus gedehnt; doch fehlt es sämtlichen an Feinschliff und Balancing. Letzteres hätte dabei so zum Beispiel auch der FIBA-Weltmeisterschaft gutgetan, die zweifelsohne von den überlegenen USA dominiert wird. Weiterhin ärgert man sich als Käufer über die erneut schwachen Kollisionsabfragen und dem Lockdown-Feature, welches das ohnehin schon schnelle Spiel noch unübersichtlicher und hektischer wirken lässt. Einzig die Atmosphäre, Grafik und Sound - die Kommentatoren dabei außen vor gelassen - wissen zu überzeugen, wodurch der Titel seinen ganz besonderen Charme erhält. Dieser genügt jedoch nicht um aufs Siegertreppchen zu steigen. Nachsitzen EA Sports!
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
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