Need for Speed: Carbon

Review
Plattform
Microsoft XBOX 360
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
12
Need for Speed: Carbon [X360 , Justgamers]

Gesamtwertung

71%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Need for Speed: Carbon

Rennspielefans haben es seit jeher gut. Zahlreiche Titel befinden sich in den Händlerregalen und die meisten gehen weg, wie geschnitten Brot. Eine der wohl ältesten Serien ist Need for Speed. Bereits in den 90ern avancierte die Reihe auf dem PC, trotz einiger Rückschläge, zur beliebtesten Reihe. Auch auf den diversen Konsolen konnte Electronic Arts mit den Pistenflitzern jede Menge Fans für sich gewinnen. Nach dem Next-Gen Debüt Need for Speed: Most Wanted, welches zurück zu den Wurzeln ging, kommt nun mit Need for Speed: Carbon bereits der zweite Next-Gen Titel für Microsofts Xbox 360 in den Handel. Wir haben für euch die Straßen unsicher gemacht, um zu schauen, ob sich der Kauf des Spiels lohnt oder ob Carbon lediglich ein Update des letzten Need for Speed ist.

Wiedersehen mit alten Bekannten

Kaum ein Jahr nach erscheinen des Debüttitels Need for Speed: Most Wanted steht bereits der Nachfolger in den Läden. Mit Carbon möchten die Entwickler die Tuning Elemente aus Underground mit den Verfolgungsjagden aus Most Wanted verknüpfen. So gibt es viel Altes und ein wenig Neues. Der erste Altbekannte, den ihr noch aus Most Wanted kennt, ist euer damaliger Erzrivale Cross.

Dieser taucht auch gleich zu Beginn von Need for Speed: Carbon auf und hat –verständlicherweise – eine Stinkwut auf euch. Also nimmt das Spiel einen Ortwechsel vor, raus aus Rockport City und rein nach Palmont City. Statt einer Rangliste, in welcher ihr euch mühevoll nach oben kämpft, gibt es nun Bezirke, die von den unterschiedlichsten Crews dominiert werden. Euer Ziel ist es, mit einem nach und nach sich vervollständigenden Team, vom Außenseiter zum Boss über das gesamte Territorium zu werden. Dabei finden die Rennen diesmal nicht nur in der Stadt statt. Wie seinerzeit bei Hot Pursuit, geht es in die Wildnis. Diesmal sogar durch einen Canyon, welcher dank seiner zahlreichen Serpentinen, zu waghalsigen Drift- und Überholmanövern auf engstem Raum einlädt.

Wie schon der Vorgänger Most Wanted, zeichnet sich auch Need for Speed: Carbon durch seine storylastige Action aus. Zahlreiche Zwischensequenzen, die allesamt zunächst mit realen Schauspielern aufgenommen, und dann am PC digital nachbearbeitet wurden halten die einzelnen Missionen zusammen und sorgen für actionorientierte Atmosphäre im Stile eines The Fast and the Furious.

Wer bei der Story nicht zuhört, weiß am Ende genauso viel wie ein aufmerksamer Zuhörer, da die Hintergrundgeschichte absolut nichtssagend ist. Leider kann man die meisten Sequenzen nicht abbrechen und muss sich so minutenlangen Monologen oder ab und an auch Dialogen ergeben.

Scout, Blocker oder Schlepper?

Wie bereits erwähnt, geht es im neuen Need for Speed in erster Linie um Teamwork. Die einzelnen Teams bestehen aus diversen Crewmitgliedern, welche ihr nach und nach für eure Zwecke anwerben könnt. Der Scout weist euch den kürzesten Weg über die unterschiedlichen Pisten und zeigt euch so manche von euch im Eifer des Gefechts vielleicht übersehene Abkürzung. Der Stopper bremst euch allzu nah auffahrende Gegner geschickt aus, sodass ihr im entscheidenden Moment freie Bahn habt. Und auch der Schlepper leistet hervorragende Dienste, lässt er euch doch in seinem Windschatten ein wenig Geschwindigkeit auftanken. Natürlich stehen euch auch wieder Nitros zur Verfügung, die ihr nach und nach aufstocken könnt. Denn mit gewonnenen Rennen, wie Rundkursen, Sprints, Radarfallen, Polizei-Streifenverfolgung und anderem mehr, bessert ihr eure Geldbörse auf. Hier kommt dann nun der Underground-Part ins Spiel. Denn in eurem Unterschlupf rüstet ihr euer Fahrzeug optisch und leistungstechnisch ordentlich auf oder kauft euch neue Wagen. Zwar ist ein exzessives Schrauben, wie in Underground, nicht möglich dennoch werden Tuning-Fans danke Autosculpt auf ihre Kosten kommen. Wenn ihr dann genug Rennen abgeschlossen habt, tretet ihr gegen den Crew-Boss der unterschiedlichen Stadtgebiete in besonders harten Rennen an.

Durch diese Rennen lässt sich das verlorene Territorium zurückgewinnen. Doch auch die Gegner lassen nichts unversucht, um ihr Einflussgebiet zu erweitern. Der andauernde Kampf der rivalisierenden Crews ist das eigentliche Rückgrat von Need for Speed: Carbon.

Ein Tänzchen mit der Vergangenheit

Wer nun denkt, das Spiel biete aufgrund der eben genannten Crew-Features wirklich Neues, der wird bitter enttäuscht werden. Denn alles, was ihr im Spiel findet, hat es so bereits gegeben. Die einzige Neuerung ist, dass die Rennen in Carbon nicht mehr am Tage, sondern – wie Underground – ausschließlich nachts von statten gehen. Das war es dann auch schon. Gut, die Grafik ist nicht mehr so bunt, als hätte jemand mit einem überdimensionierten Farbpinsel drüber gewischt und auch das Geschwindigkeitsgefühl wurde merklich verbessert. Doch die Strecken gleichen denen von Most Wanted. Die Abkürzungen sind ebenso vorhanden. Auch die spektakulären Sprünge und Polizeisperren, Durchbrüche sowie das Zerstören diverser Objekte, um den Gegner darunter zu begraben, finden sich allesamt nahezu identisch in Most Wanted wieder.

Und auch die Stimmen des Polizeifunks sind 1:1 aus dem Xbox 360 Vorgängertitel übernommen worden. Ein wenig unterhaltsamer sind die Onlinemodi, welche zwar mit einigen Lags aufwarten, ansonsten aber in ihrer Art wie Need for Speed: Hot Pursuit mit Verfolgungsjagden und abwechslungsreichen Rennen, gestrickt sind. Der Soundtrack ist diesmal eher spacig als rockig, die Sprecher nervig und die Motoren zum Teil wirklich schwach.

Fazit

Während andere Spielentwickler sich in einem Jahr die Zeit nehmen, aus Fehlern zu lernen oder sich erst einmal einige Jahre zurück ziehen, baut Electronic Arts weiterhin auf seine Marktstrategie, möglichst jährlich Titel der gleichen Reihe unters Volk zu bringen. Und so ist es auch kein Wunder, dass es bei Need for Speed: Carbon abermals die bereits im Next-Gen Debüt bemängelten Probleme gibt. Diese betreffen vor allem die Framerate, die zum Teil jenseits von Gut und Böse anzusiedeln ist. Warum bei den meisten EA-Titeln dermaßen starke Ruckler bei der Grafik-Power einer Xbox 360 auftreten, will mir einfach nicht in den Kopf. Need for Speed: Carbon ist eigentlich ein Update des letztjährigen Most Wanted. Wer zu viel Geld hat oder im spielereichen Monat November mit Titeln wie Gears of War, Rainbow 6: Vegas und Co nichts anfangen kann, der wird wohl auch an Carbon Gefallen finden.

Need for Speed: Carbon [X360 , Justgamers]

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