Gesamtwertung55%/10 |
GrafikBefriedigend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Wer sich für Sportspiele interessiert, kommt wohl kaum an Entwickler und Publisher Electronic Arts vorbei. Der US-amerikanische Konzern dominiert seit Jahren wie kaum ein Anderer die Konsolen-Szene. Neben den immer realistischer werdenden Reihen wie NHL, Madden NFL, FIFA und NBA hat das Unternehmen mit seinem BIG-Label auch ein Arcade-Fun Repertoire mit diversen Ablegern am Start, das sich nicht erst seit SSX bei Fans großer Beliebtheit erfreut. Jetzt kommen uns die Kreativen bei EA BIG mit einer sportlich-spaßigen Variante des wohl beliebtesten US-Sports, dem American Football.
Von der Straße auf den Rasen
Nachdem der arcadlastige Titel NFL Street recht ordentlich abschnitt, haben die Entwickler den Schritt von der Straße zurück auf das heilige Grün gewagt. Wer die Reihe kennt (ein weiterer Ableger ist das Fussball-Gebolze FIFA Street), der weiß, worauf es ankommt: Kompromisslose, knallharte Action gepaart mit extrem akrobatischen Einlagen, die scheinbar jeglichen menschlichen Bewegungsabläufen und jedweder Physik ein Schnippchen schlägt.
Realismus bekommt ihr woanders! Doch wer nun meint, dass das Konzept aufgehen würde, wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Denn der Electronic Arts Titel ist weder Fisch noch Fleisch. Er besitzt weder den spielerischen Tiefgang, wie Madden NFL, noch den Spaß, den einige Street-Titel bislang boten.
Doch eines nach dem anderen. Fangen wir erst einmal bei der Rasen-Action an. Die findet mit zwei Teams a 7 Feldspielern auf einem 80-Yard Feld statt. Umgeben ist das Spielfeld von einer Style-Wall. Die klassischen Spielzüge wurden gegen extrem schnelle, halsbrecherische und auch ziemlich brutale Moves eingetauscht. Vielmehr sind Tricks und Sprünge gefragt.
Je stylischer ihr bei euren Spielzügen vorgeht, desto effektiver könnt ihr punkten. Denn bei NFL Tour gibt es nicht nur Punkte für das Erreichen des gegnerischen Feldbereichs und Touch-Downs.
Belohnt wird hierbei nicht nur das Punktekonto. Auch das Auge bekommt durch die riesigen Anzeigetafeln und jeder Menge pyrotechnischem Schnickschnack einiges geboten.
Du bist nicht witzig!
Soweit, so gut und viel Theorie. Woran NFL Tour vor allem leidet, ist die miserable KI. Gerade im Defense-Bereich ist diese derart unterirdisch, dass man sich als Spieler sogar schon fast für die Entwickler schämen möchte. Die Möglichkeiten, die die KI besitzt, liegen vom Anspruch weit unterhalb der Grasnarbe der Spielfelder.
Wieso ist es möglich, mit einer Handvoll Spielzügen die gegnerische Mannschaft immer und immer wieder auszustechen? So etwas gehört selbst bei den FIFA-Titeln nicht mehr zum guten Ton. Von Madden ganz zu schweigen. Auch die eigenen Recken sind nicht gerade besonders helle. Selbst auf höchstem Schwierigkeitsgrad ändert sich die KI nur marginal.
Streck dich!
Verglichen mit Homecourt und den alten Street Titeln, kommt NFL Tour äußerst sparsam und unspektakulär daher, was die eigentlichen taktischen Vorgehensweisen anbelangt. Die simple Steuerung richtet sich eindeutig an Einsteiger. Komplexe Spieltricks sind nicht vorgesehen. Dies muss man wohl in Kauf nehmen, wenn ein Entwickler versucht, möglichst die Realität außen vor zu lassen und auch Casual-Gamern kompromisslose Action zu servieren.
Ein Lichtblick im Spiel sind die unterschiedlichen Missionen, die euch vorgeben, wie ihr ein Spiel zu gewinnen habt. Leider könnt ihr die Optionen nicht selbst festlegen. Die Karriere an sich ist daher recht monoton ausgefallen und bietet auf langfristige Sicht kaum Motivationsaspekte. Hätten die Entwickler nicht wenigstens den Charakteren ein Levelsystem spendieren können, sodass sie mit der Zeit stärker werden und ihre individuellen Fähigkeiten besser ausspielen könnten?
Schick im typischen EA-Style?
Wer an Sporttitel aus dem Hause Electronic Arts denkt, dem fallen wohl zuallererst die grafischen Leckerbissen bei der Präsentation ein. Nun könntet ihr annehmen, dass auch NFL Tour hier stark punkten kann. Doch dummerweise machen euch die Designer einen Strich durch die Rechnung. Die Präsentation kommt lieblos daher und ist so schnarchig, dass sogar Prinz Valium noch wie ein Flummi dagegen wirkt.
Die Städte mit ihren Arenen wirken wie aus grauer Vorzeit und geben nicht den Hauch einer Next-Gen Powerkonsole wieder Tristesse wohin das Auge schaut? Nicht ganz. Denn die flüssigen Animationen der Figuren und die recht detaillierten Spieler zeigen ein klein wenig, dass NFL Tour tatsächlich auf der Xbox 360 gespielt wird.
Und als würde das Ganze noch nicht reichen, setzt EA noch eins oben drauf und bietet Akustik der ganz bösen Sorte. Nicht genug damit, dass der Kommentar nur auf Englisch abgefasst wurde. Dies kennen Madden Fans ja bereits seit eh und je.
Vergleicht man jedoch einmal das Niveau der Madden-Profis mit den NFL-Kommentatoren, fällt sofort auf, was EA auch in Sachen Kommentare vor hatte: Möglichst spaßig, abgedreht und unterhaltsam. Dumm nur, wenn der Schuss komplett nach hinten los geht und zu einem wahren Rohrkrepierer wird! Auch der Soundtrack ist für EA-Verhältnisse eher bescheiden zu nennen.
Und wer nun glaubt, der Multiplayer könne da noch etwas reißen Vergesst es einfach... Die Spiele werden dadurch auch nicht spannender.
NFL Tour im Test.
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