Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Sportspiele haben im Allgemeinen ein nicht zu unterschätzendes Problem. Oft müssen sich die Entwickler diverser Sporttitel den zumeist berechtigten Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend innovative Ideen zu verwirklichen und dass ihre Titel lediglich ein Aufguss des Vorjahres sind. Vor allem Electronic Arts musste sich diesen Vorwurf gefallen lassen, waren die Verbesserungen der vergangenen Jahre doch eher kosmetischer Natur, denn inhaltlicher und Gameplay-technischer. Doch damit ist nun Schluss! NHL 07 erfindet zwar den Puck nicht neu, bringt allerdings eine überraschende Neuerung mit sich.
Während sich in den vergangenen Jahren Konkurrent 2K Sports einer ständig wachsenden Fangemeinde erfreute, und seinen Titel vor allem in Sachen Gameplay optimierte, verbesserte Electronic Arts in erster Linie die Grafik seiner Eishockey-Reihe. Doch nun, nachdem EA Canada mit NHL 06 seine ersten Schritte auf der Xbox 360 getan hat, will man nicht nur die Optik weiterhin aufpolieren, sondern auch mit neuen Gameplay-Elementen abgewanderte Fans zurückgewinnen und den Thron weiterhin für sich beanspruchen.
Das analoge Tier im Manne
Das letzte Sportspiel aus dem Hause Electronic Arts, welches mit seinem Gameplay wirklich revolutionäre Ansätze aufbot, war Fight Night. Erstmals durftet ihr den Analog-Stick als quasi Armverlängerung benutzen.
Da diese innovative Steuerung bei der Mehrzahl der Fans durchweg positiv bewertet wurde, dachte sich EA: Warum dieses Feature nicht auch auf andere Titel anwenden? Et voilà! Nun gibt es also auch den verlängerten Eishockeyschläger-Arm.
Das Konzept hinter dem neuen Feature, dem Skill Stick, ist sehr einfach, es zu meistern hingegen, erfordert eine Menge Raffinesse und Fingerspitzengefühl. Der linke Analog-Stick dient dazu, den unteren Körperteil des Spieler-Charakters zu steuern, wohingegen der rechte Stick für den Oberkörper zuständig ist. Dadurch habt ihr erstmalig wirklich eine komplette Kontrolle über euren NHL-Star.
Die Steuerung über den linken Stick ist ein wenig einfacher, da prinzipiell jedes Konsolenspiel den Stick zur Steuerung der Spielfigur benutzt. Schwieriger gestaltet sich die Steuerung des Oberkörpers und damit verbunden des Schlägers. Doch wenn ihr erst einmal den Dreh raus habt, sind individuelle Spielzüge, Taktiken und Bewegungsabläufe möglich.
Wem das alles zu kompliziert erscheint, der darf auf die altbewährte Spielmechanik zurückgreifen, die Schüsse, Blocks und Konter mittels Buttons auszuführen.
Auffällig ist außerdem die wieder einmal überarbeitete Puck-Physik, die es nun möglich macht, die Scheibe noch realistischer übers Eis zu befördern. Die Team- und Torwart-K.I. funktioniert exzellent. Nun kann endlich nicht mehr aus simplen Standard-Situationen ein Tor erzielt werden. Pässe ins leere Feld sind ebenso äußerst selten geworden, da die Kollegen clever reagieren und schauen, wo ein Mitstreiter steht.
Das kenn ich doch irgendwo her?!
Die Grafiken, der Soundtrack und die einzelnen Team-Unterstützungen durch das Publikum; All das kommt dem versierten NHL-Fan doch reichlich bekannt vor. Und in der Tat gleicht die diesjährige Ausgabe von NHL der des vergangenen Jahres auf der Xbox nahezu wie ein Ei dem anderen: Hier einige hübschere Animationen, dort ein wenig verbesserte Texturen; alles nett verpackt und auf Next-Gen Optik getrimmt. Insgesamt sieht NHL 07 eben aus wie NHL 06 nur in höherer Auflösung.
Endlich ging es Electronic Arts einmal in erster Linie weniger um die sowieso schon beeindruckende Grafik, denn um eine ordentlich umgesetzte Spielmechanik.
Kastriertes Eishockey
Abseits des Eises könnt ihr den Dynasty-Modus wählen, der erstmals nicht nur auf die NHL beschränkt ist, sondern sich auch mit einer von vier europäischen Ligen spielen lässt. EA sicherte sich nämlich erstmals unter anderem die Rechte an der Tschechischen Elite Liga. Leider fiel die Deutsche Eishockey Liga (DEL) erstmalig der knapp bemessenen Zeit zum Opfer. Doch für kommendes Jahr gelobten die Entwickler Besserung. Zum Dynasty-Modus gesellen sich noch der Stanley Cup, diverse kleinere selbst editierbare Turniere, ein Trainingsmodus und das direkte Spiel.
Der Onlinemodus kommt in bewährter EA Tradition daher. Ranglisten-Spiele, vier oder acht Spieler Miniturniere, Online-Ligen und anderes mehr. Leider treten des öfteren zu diverse Lags auf, die einen reibungslosen Spielablauf ab und an verhindern.
NHL 07 ist ein weiterer und richtiger Schritt, hin zum perfekten Eishockey-Spiel. Ein wenig sauer stößt uns dann hingegen auf, dass der Online-Part immer noch Macken aufweist, es ab und zu kleinere Ruckeleinlagen gibt und die für uns so interessante Deutsche Eishockeyliga gar nicht erst im Spiel vertreten ist. Da die Rooster sich in der aktuellen Saison nicht dramatisch verändert haben und Electronic Arts die Spielermodelle bereits für die alte Xbox umgesetzt hatte, ist dies umso verwunderlicher. Doch warten wir bis zum nächsten Jahr. Dann sollen auch die deutschen Kufencracks wieder mit dabei sein.
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NHL 07 im Test.
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