Gesamtwertung90%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Erst vor gut einer Woche hatten wir die Möglichkeit mit NHL 2k9 aus dem Hause 2k Sports den diesjährigen Konkurrenten der NHL-Serie in unserem Testlabor etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis war trotz einer Wertung von 80% eher ernüchternd, stellte der Titel doch lediglich als eine leicht überarbeitete Vorjahresversion dar. Vorteil EA Sports also, kündigte man doch für den neusten NHL-Ableger zahlreiche neue und vor allem innovative Features an; und dass, obwohl man ironischerweise selbst in den letzten Jahren im Sportsektor für Stagnation und mangelnde Innovation stand. Alles nur heiße Luft, oder ist NHL 09 wirklich so gut, wie es der Hersteller ankündigte?
Der Umfang sprengt den Rahmen
Eigentlich hat sich diese Frage bereits nach einem ersten kritischen Blick erübrigt, denn der Umfang des Titels ist gewaltig. Das schier endlose Lizenzpaket umfasst dabei nicht nur die Teams aus der NHL sowie der AHL, sondern auch sämtliche Mannschaften der DEL, der schwedischen Eliteserie, der finnischen SM-Liiga, der tschechischen Q2-Extraliga und der russische Superliga. Lediglich aufgrund der Kapazität der DVD müssen 360-Spieler auf eine Vielzahl an Nationalmannschaften und historische Teams verzichten.
Kürzungen, die der Spieler angesichts der zu Verfügung stehenden Modi sicherlich gerne verschmerzt. Denn neben dem klassischen Dynasty Mode, den individuellen Turnieren, dem Training und dem Online- sowie dem Shootout-Modus, bieten die Entwickler aus dem Hause EA Sports dem Spieler ein ganz besonderes Feature. So wurde der Be A Pro-Modus, welcher bereits im dem letztjährigen FIFA-Ableger regen Anklang fand, ins Spiel integriert und im Onlinebereich erheblich ausgebaut. Abgerundet wird der gewaltige Umfang schließlich durch eine sehr vereinfachte Version des Trading Card-Systems, welches erstmals in NHL 2002 zum Einsatz kam und in NHL 09 der eigenen Leistungsübersicht dient.
Bringt das Eis zum Schmelzen...
Während man den Dynasty Mode sowie die klassische Saison seitens der Entwickler unangetastet ließ, integrierte man, wie oben bereits erwähnt, mit dem 'Be A Pro'-Modus ein brandneues Feature in den neuesten Teil der NHL Serie, welches überraschend innovativ und fesselnd wirkt.
So schlüpft ihr wahlweise in die Rolle eines eigens erstellten Spielers und arbeitet euch von der vierten Sturmreihe eines zweitklassigen Teams bis in die NHL hoch, oder spielt die Karriere einer Legende noch einmal nach; in beiden Varianten habt ihr knapp 15 Jahre Zeit bis Eure Karriere schließlich ausklingt. Entscheidend könnt Ihr überdies, ob Ihr den Modus authentisch angeht und damit bei Reihenwechsel auch einmal auf der Bank Platz nehmt, oder eine feste Position einnehmt, bei welcher Ihr in jeder Reihe die zuvor gewählte Position innehabt und somit nie wirklich zu einer Verschnaufpause kommt.
Unabhängig davon welche Variante Ihr wählt, erhaltet Ihr stets Feedback von Eurem Coach, sobald Ihr auf der Bank Platz nehmt, bzw. ein Drittel zu Ende geht. Dabei bewertet Euch der Trainer in den Bereichen Teamplay, Positionstreue und Statistiken mit Noten nach dem amerikanischen Standard. Zudem lobt er Euch für Tore oder tadelt Euch für Puckverluste und Strafminuten. In einem Trading Card-System sammelt Ihr zudem Karten, die Eurer Leistung entsprechen, oder sammelt Attributpunkte durch selbige und verbessert so Euren Spieler. Sogar in die Rolle eines Torhüters dürft Ihr schlüpfen und harte Schüsse auf den eigenen Kasten abwehren.
Das ist Eishockey!
Vertieft wird dieser Modus im Onlinebereich, in welchem Ihr ebenfalls mit Eurem Alter Ego antreten dürft und zusammen mit weiteren menschlichen Spielern eine ganze Mannschaft stellt. Auch hier könnt Ihr Euch von Spiel zu Spiel individuell verbessern, Erfahrung sammeln und Euren Spieler aufwerten. Mit zahlreichen Statistiken versehen, könnt Ihr darüber hinaus in einem Ligasystem andere Spieler für euer Team anwerben und somit praktisch Transfers vollziehen.
Ein Feature was durchaus als revolutionär zu bezeichnen ist, geht man damit doch ganz andere Wege. Jagte man früher virtuelle Stars, beginnt heutzutage online die Jagd nach realen Spielern. Das Gameplay wurde im Vergleich zu anderen Bereichen nur leicht verbessert. Die lernende KI wirkt pfiffiger als im Vorgänger, wodurch spätestens nach dem dritten Match neue Spielzüge und Taktiken zum Einsatz kommen müssen, um ein Tor zu erzielen. Gegner agieren indes im Offensivbereich durchaus clever, wenn auch ab und an einen Tick zu uneffektiv, in der Defensive aber abgezockt.
Kaltschnäuzig werdet Ihr dabei vom Eis geholt oder an die Bande gecheckt. Lediglich die eigene KI weist erhebliche Schwächen auf, die sich vor allen Dingen im 'Be A Pro'-Modus bemerkbar machen. Fordert der Spieler beispielsweise einen Pass vom Torhüter, wandert der Puck seelenruhig über das Eis und bleibt schließlich liegen, solange bis der Spieler selbst oder der Gegner diesen erreichen. Vor dem eigenen Kasten also durchaus gefährlich, wenn eigene Teamkameraden eher dem Gegner den Vortritt lassen, als selbst den Puck aufzunehmen. Zudem nehmen die eigenen Kameraden die Positionstreue ab und an etwas zu genau, wodurch das Spiel starr und bewegungslos wirkt; die einzige Möglichkeit ist der Einsatz verschiedener Spielzugvarianten, mit denen der Anfänger jedoch zu Beginn überfordert sein wird.
Überfordert wird der Spieler anfänglich auch mit der verbesserten Deke-Steuerung sein. Denn neben der Schlägersteuerung, die seit letztem Jahr über den rechten Analogstick erfolgt, könnt Ihr in der Defensive mit dem selbigen nun gezielter Body- und Pokechecks ausführen, Pässe blocken oder den Schläger besser kontrollieren. Es scheint fast, als setze nur die Anzahl der Buttons der individuellen Steuerung Grenzen. Wessen eigene spielerische Grenzen dabei überschritten werden, kann sich ebenfalls für eine klassische, dafür aber grobe, Steuerungsvariante entscheiden.
Wem auch dies noch zu kompliziert ist, darf neuerdings auf die NHL-Steuerung aus dem Jahre 1994 zurückgreifen, die Euch das Spiel über Analogstick und einem Zwei-Buttonsystem steuern lässt.
Realismus pur
Schlussendlich bleibt nur noch ein kurzer Blick auf die Grafik und den Sound. Grafisch fällt der Titel dabei wieder gewohnt gut und detailiert aus. Zudem wurden neue Animationen integriert, wodurch das Spiel lebendiger wirkt. Leblos wirken indes die Zuschauer, die steif jubeln oder an ihren Plätzen kleben. Hier hätte man sich sicherlich mehr Abwechslung gewünscht. Auch die Spiegelungen an Plexiglas und auf dem Eis fallen nicht immer optimal aus, was den Spielspaß letztlich jedoch kaum trübt.
Schwerer wiegen dabei die Slowdowns im Spiel oder während den Replays, die ab und an auftreten können. Soundtechnisch scheint der Titel ausgereift. Die Kommentatoren sind hervorragend, wenn auch ab und an zu hektisch. Die Soundeffekte wirken passend und vermitteln zusammen mit den jubelnden Zuschauern eine herrliche Eishockeyatmosphäre. Lediglich die EA Trax hätten etwas abwechslungsreicher ausfallen dürfen.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
NHL 09 im Test.
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