Gesamtwertung67 %/10 |
Grafik7 Sound8 |
LanzeitspaßUngenügend Spieleinstieg7 |
BedienungUngenügend |
Eishockey-Fans mit Hang zur virtuellem Kufenschlacht müssen seit Jahren immer auf der Hut sein. Denn die beiden großen Konkurrenten in diesem Genre kämpfen geradezu jährlich um die Vorherrschaft. Allerdings muss man EA Canada zugestehen, dass die letzten Runden wohl an die rassige NHL-Franchise gingen, während die 2k-Reihe noch bis vor drei, vier Jahren das Non-Plus-Ultra in Sachen Eishockey darstellte. Während EA jedoch aus Fehlern in der Vergangenheit lernte und seine Titel von mal zu mal verbesserte, um auch anno 2009 ein hervorragendes Spielerlebnis präsentieren zu können, verloren die Jungs und Mädels von 2k den starken Simulationsanteil ihrer hauseigenen Serie immer mehr aus den Augen, gingen über zum Arcade-lastigen Gameplay und konnten letztlich nicht mehr mit dem EA Produkt mithalten. Vor allem im letzten Jahr hatten die Entwickler mit schwachen Kritiken zu kämpfen. Immerhin sollte man deshalb davon ausgehen, dass sie sich auf den Hosenboden gesetzt haben, um in diesem Oktober endlich wieder ein konkurrenzfähiges Spiel auf den Markt zu werfen. Was aus dem Versuch geworden ist, klärt der Test.
Natürlich muss sich NHL 2k10 mit dem NHL 10-Ableger aus dem Hause EA Canada messen lassen. Und was legt der derzeitige König des Genres nicht alles vor? Einen hervorragenden Be a Pro-Modus, einen exzellenten und motivierenden Be a GM-Modus, ein tolles Online-Erlebnis, samt selbst erstellbarer Ligen und nicht zuletzt ein verbessertes Gameplay, dass virtuelles Eishockey realistischer denn je erscheinen lässt.
NHL 2k10 kann da leider nur bedingt mithalten. Einen neuen Modus sucht man im ringartig angelegten Menü vergebens. Einmal mehr hat man deshalb nur die Auswahl zwischen dem Franchise-, dem Saison-, dem Playoff- und dem Schnellspiel-Modus. Etwas Abwechslung kommt da nur durch die gelungenen Minispiele auf, dass aber auch nur in den ersten paar Runden.
Denn es macht zwar ziemlichen Spaß auf einem zugefrorenen Teich vier gegen vier zu spielen, letztlich handelt es sich dabei aber auch nur um ein einfaches Spiel mit kleineren Teams.
Herzstück des Titels ist natürlich der altbekannte Franchisemodus, in dem man ein NHL-Team über mehrere Jahre begleiten darf und dabei administrative, also managende und coachende Tätigkeiten übernimmt. Da NHL 2k10 in diesem Bereich teilweise tiefer geht, als der Konkurrent von EA Canada, bietet der Titel waschechten Profis immerhin eine Grundlage. Neulinge jedoch werden eher abgeschreckt und froh darüber sein, dass man so gut wie alles automatisieren kann. Wer zumindest selbst aufs Eis steigen will, um dort die Geschicke seiner Untertanen zu lenken, dem wird schnell auffallen, sofern er die Vorgänger-Version sein Eigen nannte, dass sich in Sachen Gameplay so gut wie nichts getan hat. Während NHL 10 mit vielen neuen Features, wie dem Picking-System und einer neuen Kloppkamera punktet, spielt sich NHL 2k10 fast wie sein Vorgänger.
Dabei fallen auch alte Fehler wieder auf. So haben es die Entwickler nicht geschafft oder nicht für nötig gehalten, das viel zu Arcade-lastige Gameplay zu entschärfen. Auf Grund der recht schwachen KI der Gegner und leider auch der eigenen Defence wird jede taktische Grundlage von vornherein ausgeschlossen. Man wird demnach nicht für das kluge Aufziehen eines intelligenten Spielzuges, sondern viel mehr für egoistisches Lossprinten und für ein "Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand"-Gameplay belohnt. Da weder Pass- noch Schusswege wirklich zu gestellt werden und ein angesetzter Sprint kaum aufzuhalten ist, kommt man viel zu leicht in die richtige Schussposition.
Und da die Goalies auch nicht besser, als in der 09er-Version agieren, ärgert man sich zudem noch über viele vermeidbare Gegentreffer. Wenn ein Puck mit 10 Km/h aufs Tor zu kullert und trotzdem nicht gehalten wird, bringt einen das schon einmal zur Weißglut. Da das aber auch oft genug auf der Gegenseite geschieht, kann man sich wiederrum über erspielte Tore ebenfalls nur selten freuen. Der Reiz der Herausforderung ist einfach nicht gegeben.
Hinzu kommt noch, dass die Spieler den Puck so eng am Schläger führen, dass man meinen könnte, er klebe daran. Wer die Spielscheibe wegstochern oder den Gegner durch einen geschickten Bodycheck am Vorankommen hindern will, der hat zu oft kein Glück. Auch das Direktspiel geht viel zu flüssig von der Hand, Passfehler gibt es so gut wie keine. Das alles wirkt nicht ausgereift und mindert den Spielspaß. Der kommt aber trotzdem irgendwie auf, jedoch nur in den ersten Partien, wenn man sich noch an den Toren erfreuen kann und nicht trotzig, ob eines unnötigen Gegentreffers die Konsole ausschaltet. Je länger man spielt, desto höher wird der Frustfaktor. Die Entwickler haben ganz einfach zu wenig geändert und noch weniger verbessert. Diese Versäumnisse rechtfertigt auch der kleine Preis nicht.
Auch in Sachen Grafik hat sich einfach zu wenig getan. NHL 2k10 hinkt seinem Konkurrenten in quasi allen Belangen hinterher.
Sowohl die Charaktermodelle, wie auch die Stadien sehen nicht annähernd so realistisch aus, wie in NHL 10, gleiches gilt für die Bewegungsabläufe.Hier spielt sich zwar alles über Durchschnitt ab, zur Spitzenklasse fehlen aber noch einige Stufen. Ebenso wirkt die überarbeitete Steuerung in Sachen Präzision alles andere als rund. Im Vergleich zum Vorgänger präsentiert sich zwar das Buttonlayout intuitiver, trotzdem beobachtet man immer wieder, wie ein Spieler die eingegebene Aktion erst viel zu spät ausführt. Das ist schade und schlägt sich auch auf das Gameplay nieder.
Das ist glücklicherweise deutlich verlangsamt worden, so dass uns Dauersprintorgien nun erspart bleiben. Besonders verbittert dürften Käufer auf den Onlinemodus schauen. Der steht dem des Konkurrenten nämlich in so gut wie nichts nach. Sowohl 6vs6-Matches, wie auch die Möglichkeit eigene Ligen zu erstellen, werden geboten. Das eher schwache Gameplay sorgt aber für beständige Frustmomente, die das Potenzial des Multiplayer-Modus' stark untergraben.
NHL 2k10 enttäuscht im Vergleich mit dem starken Konkurrenten aus dem Hause EA Canada beinahe auf ganzer Linie. Sowohl grafisch, als auch in Sachen Spielablauf und Umfang hinkt der 2k-Vertreter teilweise weit hinterher. Noch immer sind lediglich die NHL-Teams und einige Nationalmannschaften spielbar, ein wirklicher Karrieremodus wird nicht geboten und insgesamt versteift sich der Titel auf Arcade-lastiges und taktisch unausgereiftes Gameplay. Dadurch werden gute Ansätze, wie das verbesserte Buttonlayout und der schmucke Onlinemodus durchweg untergraben, so dass letztlich die Frustmomente dem Spielspaß den Rang ablaufen. Zu wenig wurde verändert und verbessert, so dass man trotz des kleinen Preises von rund 40 Euro, lieber tiefer in die Tasche greifen sollte, um mit NHL 10 von EA glücklich zu werden. Die Stärken, die NHL 2k einst ausmachten gehören nun definitiv der Vergangenheit an. Schade.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
NHL 2k10 im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Visual Concepts?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.