Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Jährlich kämpfen die Entwickler aus dem Hause EA Sports sowohl auf Konsole und PC - mit der Konkurrenz um die Genrekrone in den verschiedensten Sportsimulationen. Der Redakteur, der die Testexemplare später miteinander vergleicht, ringt hingegen jährlich mit der Kreativität den Lesern eine abwechslungsreiche Einleitung ohne viel Gefasel rund um die Konkurrenzlage zu präsentieren. Wer legt vor, welcher Titel zieht nach? Genau auf diese Fragen gehen wir in diesem Jahr erst im Review und nicht in den einleitenden Zeilen ein; das Testprodukt: NHL 2k9 aus dem Hause 2kGames.
Ab aufs Eis
Die Halle wird dunkel, die Menge jubelt, auf der glänzenden Eisfläche leuchten in einem hellen Licht die Wappen der Teams, die gleich den kalten Untergrund betreten werden. Sirenen sind zu hören und die Musik dröhnt aus den Boxen während die Kamera eine spektakuläre Fahrt durch das ganze Stadion unternimmt. Einfach packend!
Eines muss man den Entwicklern aus dem Hause 2k lassen: Sie wissen, wie sie eine gewisse Atmosphäre nahezu perfekt einfangen und auf die heimischen Fernseher bringen können. Diese gleicht nämlich zu großen Stücken einer Fernsehübertragung und wartet mit vielen kleinen Details auf.
Da wären zum einen die verschiedenen Kameraperspektiven, die je nach Situation und Pause variieren. Zum anderen die kleinen liebevollen Effekte die das Spiel realistischer machen. Seien es nun Bandenchecks, bei welchen das Plexiglas zittert, bei kurzweiligen Boxkämpfen, in welche andere Spieler versuchen einzugreifen, oder der Schiedsrichter, der Spielern und Puck ausweicht NHL 2k9 ist auf den ersten Blick nahe dran an einer perfekter Simulation. Aber eben nur auf den ersten Blick.
Das jährliche Update?
Dieser wird nämlich im beim Fokus auf Umfang und Gameplay mächtig getrübt. Da wir auf Letzteres im späteren Verlauf eingehen, beleuchten wir erst einmal den Umfang, der im Vergleich zum direkten Vorgänger nur mäßig größer wirkt. So bietet man uns erneut den Franchisemodus, die Möglichkeit eines schnellen Spiels mit zwei konkurrierenden Teams, die Saison und den Trainingsmodus. Zudem hat man die Möglichkeit in einer leeren Eishalle 5vs5 oder auf einem gefrorenen Teich 3vs3 zu spielen was atmosphärisch und spielerisch eher erschreckend ist - und natürlich im Online-Modus einige Matches zu bestreiten. Verbesserungen finden sich aber nur im Online-Modus, in welchem nun Spiele mit bis zu 12 Spielern bestritten werden können.
Dies funktioniert dabei ausgezeichnet und ohne größere Slowdowns oder Ruckler. Trotzdem überwiegt der Eindruck eines wenig umfangreichen Updates. Keinerlei europäischen Ligen, Minispiele, die nach wenigen Minuten bereits alles an Charme und Reiz verloren haben, und verbesserte, aber auch kurzweilige Boxerlebnisse auf dem Eis. Zu schwach um mit der Konkurrenz mithalten zu können.
Doch immerhin bringt das Update nicht nur schlechtes, verbesserte man doch die Steuerung im Vergleich zur Vorjahresversion erheblich. So kann der Spieler nun zwischen drei Varianten wählen, die für Anfänger sowie auch für Fortgeschrittene geeignet sind und keinerlei Probleme machen.
Feintuning nötig
Probleme macht dahingehend schon eher das Gameplay, genauer genommen die KI, mit welcher sich der Spieler auseinander setzen muss.
Diese wirkt besonders bei den Torhütern dermaßen unbeständig, dass nicht selten einfache Schüsse durchrutschen, während präzise und hart geschossene Schüsse auf wundersame Weise gefangen werden. Auch in der Defensive agiert die CPU ab und an zu sporadisch und lässt sich von unseren Angreifern auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad durch schnelle Sprints und gute Pässe ausspielen. Solche Spiele enden dabei nicht selten zweistellig und wirken nur nicht trist und abwechslungsarm, da die Offensive des Gegner uns ständig durch gleichwertige Angriffe und Konter unter Druck setzt. Einziges Mittel dieses Ungleichgewicht zu beseitigen besteht darin selbst KI-Einstellungen im Menü vorzunehmen, was in einem langwierigen Prozess ausartet. Immer wieder müssen Einstellungen vorgenommen und Spiele bestritten werden um Erstere zu überprüfen.
Andere Faktoren, die das ansonsten gelungene Gameplay negativ beeinflussen, sind die ab und an unübersichtlichen Checkorgien einiger Spieler, bei welchen man schnell den Puck übersehen kann, die sich ziehende Zwischensequenzen vor Bullys oder die Schlägereien, die zwar auf den ersten Blick erfrischend unterhaltsam wirken, ab dem vierten Kampf Spiel jedoch langweilig werden.
Doch auch hier können Einstellungen im Menü vorgenommen werden. Nach einigen Stunden Spielzeit und zahlreichen Änderungen schließlich hat der Spieler das Gameplay und die KI seinem Spiel angepasst; ab diesem Moment zumindest weiß NHL 2k9 zu überzeugen.
Das ist Eishockey?
Auch optisch weiß der Titel zu überzeugen und fesselt in erster Linie durch eine gelungene Präsentation. So bebt die Halle während des Einlaufens der Spieler, herrliche Lichteffekte sind zu sehen, Szenen aus echten NHL-Spielen werden auf das Eis projiziert und die Zuschauer jubeln frenetisch. Schön, dass ins besonders Letztere im Vergleich zu denjenigen Fans, die auf den Konkurrenztribünen von EA jubeln, wieder einmal etwas lebendiger und stimmungsfreudiger wirken. Ganz anders die Spieler auf dem Eis, die bei Toren in ihren Animationen eher steif daherkommen und nach einem jeden Treffer von einer Sekunde in die andere von ekstatischem Jubel zu ruhigem Schlichtschuhlauf übergehen; zudem vergeht nach einem geglückten Torschuss einige Zeit bis der erste Spieler ins Jubeln gerät, was ein komisches Bild auf die Replays wirft.
Schade, wirken doch gerade die Skating-Animationen durchaus authentisch. Apropos Animationen: Wo die angekündigten 1.400 neuen Gameplay-Animationen, die uns auf der Packung angekündigt wurden, versteckt sind, konnten wir nicht herausfinden, denn im Grunde bediente man sich den zahlreichen Sequenzen des Vorgängers. Ebenso unergründlich die Gesichter der Spieler, die mit wenig Liebe zum Detail gestaltet wurden und sich so oft ähneln, oder die kleinen Ruckler bei weiten und schnellen Kamerafahrten. Warum wurde auch hier nichts verbessert? Insgesamt wirkt die Grafik also kaum besser als im Vorgänger, obwohl durchaus Ansätze für eine bessere Präsentation gegeben sind.
Soundtechnisch kann man den Jungs von 2k indes keinen Vorwurf machen. Die Tracklist der 2k Beats ist zwar im Vergleich zur Konkurrenz weitaus dürftiger ausgefallen, bietet aber mit Songs von Pennywise, Bad Religion und The Offspring mehr Qualität. Zudem lassen sich eigene Playlists entwerfen, die bei Toren und anderen Ereignissen wie Kämpfen oder Drittelpausen abgespielt werden. Schön auch, dass Zuschauer während dem Spiel frenetisch Jubeln und die Stimmung ordentlich aufheizen, wodurch die Authentizität gewährt bleibt. Dazu tragen die erfrischenden englischen Kommentatoren und die passenden Effekte und Hallensounds ebenfalls einen großen Teil dazu bei.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
NHL 2K9 im Test.
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