Gesamtwertung59%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Nach zahlreichen Arcade Titeln wagt sich das japanische Entwicklerstudio Taito nun mit Over G Fighters an das Genre der Flugsimulation und mit der Xbox 360 erstmals an eine NextGen Konsole. Doch ob der von Ubisoft vermarktete Titel das Letzte aus Microsofts Konsole herauskitzelt oder lediglich eine NextGen Bruchlandung ist, klärt unser Review.
Melden sie sich im Besprechungsraum, Soldat!
Wer glaubt mit Over G Fighters eine Flugsimulation gefunden zu haben, die eine spannende Story mit packenden Luftduellen verbindet, irrt gewaltig.
Lediglich eine dünne Hintergrundgeschichte bildet die Grundlage der einzelnen Szenarien, in denen der Nahe Osten, Afrika, oder auch Europa als Schauplatz dienen. Am Ende des 21. Jahrhundert muss der Spieler dabei als Mitglied des Special Peace Corps die gesamte Menschheit erneut vor einem Weltkrieg bewahren und die militanten Gruppen, die diesen provozieren, dem Erdboden gleich machen.
Mit diesem Ziel vor Augen schwingt sich der Pilot in über 75 Einzelspielermissionen, verteilt auf die verschiedenen Szenarien, und unter Mithilfe eines von fünf Flügelmännern in die Lüfte. Bevor man abhebt, gibt es eine simple Einweisung, eine im Grunde genommen eher unwichtige Aufgabenbesprechung zu den viel zu kurz und einfallslos geratenen Missionen.
Positiv auf die Wertung wirkt sich hingegen die ungeheure Auswahl an Flugzeugmodellen und die individuell anpassbare Bewaffnung aus. Mehr als 30 Kampfjets, darunter auch einen Stealth Bomber, darf der Spieler fliegen, nachdem er diese freigeschaltet hat. Doch von den unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Flugzeuge merkt man beim Flug kaum etwas. Sicherlich sind Leistung, Avionik und Wendigkeit entscheidende Faktoren für echte Piloten, jedoch für Missionen, Kampfeinsätze oder Manöver in Over G Fighters gänzlich unwichtig, da die KI des Gegners kaum fordert.
Auch die Eigenschaften des Piloten, die sich mit erfolgreich abgeschlossenen Einsätzen verbessern, wirken sich nur bedingt auf weitere Missionen aus. Eine zielsuchende Rakete beispielsweise trifft in der Regel immer, egal ob der Faktor Treffer den Wert 50 oder 100 einnimmt. Einzig und allein die Resistenz gegen die G-Kräfte erweist sich oft als nützlich. Fliegt ein Pilot längere Zeit nach oben, so wirken positive G-Kräfte auf ihn das Blut wird aus dem Gehirn gezogen und der Bildschirm wird schwarz (Greyout). Umgekehrt treten bei längerem Flug der Erde entgegen negative G-Kräfte auf der Bildschirm wird rot, da zuviel Blut ins Gehirn gepumpt wird (Redout). Diese Effekte beeinflussen natürlich Wendemanöver, sowie Sturzflüge, sodass eine erhöhte Resistenz von Vorteil ist.
Grafische Bruchlandung und Multiplayerhöhenflug
Es ist sehr fragwürdig, was sich Entwickler Taito bei der Erstellung der Umgebungstexturen gedacht hat. Zwar sind die Flugzeuge sehr detailliert und realistisch dargestellt, dennoch leidet das Spiel an einer einfallslosen, tristen und verschwommenen Umwelt. Gegner am Boden lassen sich oftmals nur erahnen und Dinge, wie Pflanzen, sind in den meisten Fällen gar nicht vorhanden. Soundtechnisch hingegen donnern unter anderem Explosionen sowie realistisch wirkende Flugzeuggeräusche mit 5.1 Sound aus den heimischen Boxen. Die rockige, an Filme wie Top Gun erinnernde musikalische Untermalung ist ebenfalls gelungen.
Der Multiplayer bildet mit den Modi Team Deathmatch und Deathmatch aufgrund von schlecht gestalteten Szenarien, fast schon die einzige positive Abwechslung im Spiel, auch wenn lange Wartezeiten in Kauf zu nehmen sind. Hier liegen Ausweichmanöver und Sturzflüge an der Tagesordnung und die Unterschiede der Flugzeuge werden ersichtlicher.