Gesamtwertung88%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Mit Perfect Dark Zero liefert Traditionsentwickler Rare den zweiten Launchtitel für die Xbox 360 und hat sich somit die schwere Aufgabe gestellt, einen würdigen Nachfolger für den höchst erfolgreichen N64 Titel Perfect Dark zu entwickeln, der die hochgesteckten Erwartungen der Spieler erfüllen soll. Bei der hochrangigen Konkurrenz ist dieses Vorhaben kein Leichtes und leider bietet das Spiel nicht viel mehr als das, was es ist: einen Shooter.
Das Jahr 2020 ist genau das, was man von der nicht allzu fernen Zukunft erwartet: Eine Zeit voller Intrigen, dunklen Machenschaften, Leuten die daraus ihren Nutzen ziehen und welchen, die diese bekämpfen. Die Mitglieder der Kopfgeldjäger-Firma Dark & Dark gehören zu jenen zuletzt genannten Menschen - bestehend aus Chandra, dem Ex-Cop Jack Dark und seiner Tochter Joanna. Sie sorgt da mit Waffengewalt für Gerechtigkeit, wo sie anders nicht zu schaffen ist. Der aktuelle Einsatz ist besonders riskant: Der chinesische Boss des zwielichtigen Megakonzerns dataDyne Zhang-Li veranstaltet äußerst menschenverachtende Spiele die in einem Programm namens Deathmatch simuliert werden. Das fatale an diesem Programm ist, dass den Verlierern nicht nur im Spiel, sondern auch real der Lebensfaden durchtrennt wird. Dies gilt es natürlich zu unterbinden, so dass Joanna alias Perfect Dark Zero dem alternden Konzernchef aus dem fernen Osten einen unangemeldeten Freundschaftsbesuch abstattet. Perfect Dark Zero erklärt ebenfalls, wie sich Joanna dem Carrington Institut anschließt und so zu der Superagentin wird, die auch in Perfect Dark gegen dataDyne kämpft.
Die Story des Spiels gibt sich dagegen weitestgehend eher schwach unerwartete Wendepunkte oder Dynamik sind selten bis gar nicht vorhanden. Davon abgesehen bietet sich ein erstklassiges Actionspiel mit einem reichhaltigen Waffenarsenal, wie es sich gehört. Rare hat den zahlreichen Gegnern allerdings keine besonders hohe Intelligenz spendiert, was sich in der Form auswirkt, dass diese keine Deckung suchen, sondern stupide mit Joanna auf Konfrontationskurs gehen, was der Spannung des Spiels nicht gerade zuträglich ist. Aber nicht nur die Gegner laufen wie aufgeschreckte Hühner durch die Gegend auch die hin und wieder mitlaufenden Freunde stellen sich keineswegs geschickter an und bieten den nahezu immer ihr Ziel treffenden Gegnern perfekte Zielscheiben. Auch Joanna wird fast immer gesehen und getroffen, was den Schleichfaktor im Spiel nahezu unsinnig macht.
Die Stärke von Perfect Dark Zero liegt eindeutig in den actionreichen Feuergefechten, die sich durch das gesamte Spiel ziehen. Die grandiosen Effekte die die Xbox 360 auf den Bildschirm zaubert, sind ein wahrer Augenschmaus. Spielerische Abwechslung wird im Singleplayer auch durch die Itemwahl vor jeder Mission garantiert. Sie bestimmt, ob ihr euch z.B. den Weg freisprengen könnt oder ob ihr euch durch Hackversuche eine Alternative sucht. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden kommen wie schon in der N64-Version weitere Aufgaben hinzu, die ein erneutes Durchspielen interessant machen können.
Selbstverständlich gehören auch die üblichen Deathmatch- Modi in denen es darum geht alleine oder im Team so viele Gegner wie möglich auszuschalten zum gut sortierten Mehrspieler-Repertoire. Bis zu 32 Spieler können auf einer Karte spielen - um ein wenig mehr Action in das Geschehen zu bringen, können außerdem noch 16 Bots hinzugefügt werden, die im Mehrspieler merkwürdigerweise viel intelligenter sind als ihre Einzelspieler-Pendants. Sie sind nicht mehr so leicht zu besiegen und zeigen auf höheren Stufen selbst in Taktischen Modi wie Capture the Flag, was sie drauf haben.
Die zum Thema passenden Darkops-Modi, die ebenfalls bis zu 32 Spieler, jedoch keine Bots zulassen bieten eine ordentliche Portion Taktik und Action. In Infektion gibt es zwei Gruppen: Infizierte und Nicht-Infizierte, es bestehen jedoch keine Teambegrenzungen jeder kann ausgeschaltet werden, doch zählen nur die Kills auf der anderen Seite. Auslöschung funktioniert ähnlich wie das altbekannte Last Team Standing, in dem es ähnlich wie in Team Fortress darum geht, das feindliche Team auszulöschen. Anfangs werden Waffen und Ausrüstung gekauft und jeder Spieler hat nur ein Leben pro Runde und verdient sich seine Credits mit dem Ausschalten von Gegnern und dem Erledigen von bestimmten Aufgaben. Jede Gruppe hat eine Basis, die es zu verteidigen gilt. Ist eine Basis eingenommen geht die Runde an die Invasoren. Die meisten Spieler finden sich derzeit allerdings auf Sabotage-Servern in denen es einfach darum geht die Basis des Gegners so stark wie möglich zu zerstören. Das Team, das zum Schluss den größten Schaden angerichtet hat, gewinnt die Runde. Features und Spielinhalte die im Singleplayer eher zu kurz kommen, bekommen im Mehrspieler eine ganz neue Bedeutung. Vorallem Teamplay und Kreativität sind hier gefragt.
Doch der Spaß wird noch fortgesetzt: Rare verspricht weiter Updates via Xbox Live, die sogar teilweise kostenlos sind. So wird es in nächster Zeit die Modi Scenario und Counter-Operative geben, die Fans noch aus dem alten Perfect Dark kennen. Scenario verlangt das Spielen von bestimmten Situationen unter strengen Bedingungen (z.B. das Überleben mit nur einer speziellen Waffe). Counter-Operative gibt einem Spieler die Möglichkeit, online den Singleplayermodus durchzuspielen, während andere Spieler in die Rolle der Gegner schlüpfen und versuchen, die Mission scheitern zu lassen. Weitere Maps gesellen sich auch dazu, doch dafür muss man dann zahlen.
Akustisch kann Perfect Dark Zero auf ganzer Linie überzeugen. Äußerst satte Waffensounds, nette Umgebungseffekte und der stimmige Soundtrack mit rockigen und poppigen Parts tragen zur guten Atmosphäre des Spiels bei. Einzige Schwäche ist die etwas schwache Sprachausgabe, was ziemlich krass im Gegensatz zu Rares anderem Launchtitel Kameo: Elements of Power steht, wo die Synchronisation wirklich sehr gut gelungen ist. Alles in allem aber ein technisch solider Titel mit wenigen Schwächen, die allerdings kaum in die Waagschale fallen.
Eine grandiose optische sowie akustische Darbietung zeigen was die Xbox 360 drauf hat, ist von der technischen Reife her allerdings nicht so gelungen wie die Launchtitel Kameo oder Call of Duty 2. Die große Stärke des Spiels liegt im gnadenlos guten Multiplayer, den es so auf einer Konsole noch nie gegeben hat. Wer also seinen Xbox Live Account ordentlich nutzen will, kommt an Perfect Dark Zero kaum vorbei.