Perfect Dark Zero

Review
Plattform
XBOX 360
Vertrieb
Microsoft
Entwickler
Rare
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Perfect Dark Zero [X360 , looki.de]

Gesamtwertung

88%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Perfect Dark Zero

Mit Perfect Dark Zero liefert Traditionsentwickler Rare den zweiten Launchtitel für die Xbox 360 und hat sich somit die schwere Aufgabe gestellt, einen würdigen Nachfolger für den höchst erfolgreichen N64 Titel Perfect Dark zu entwickeln, der die hochgesteckten Erwartungen der Spieler erfüllen soll. Bei der hochrangigen Konkurrenz ist dieses Vorhaben kein Leichtes – und leider bietet das Spiel nicht viel mehr als das, was es ist: einen Shooter.

Das Jahr 2020 ist genau das, was man von der nicht allzu fernen Zukunft erwartet: Eine Zeit voller Intrigen, dunklen Machenschaften, Leuten die daraus ihren Nutzen ziehen und welchen, die diese bekämpfen. Die Mitglieder der Kopfgeldjäger-Firma Dark & Dark gehören zu jenen zuletzt genannten Menschen - bestehend aus Chandra, dem Ex-Cop Jack Dark und seiner Tochter Joanna. Sie sorgt da mit Waffengewalt für Gerechtigkeit, wo sie anders nicht zu schaffen ist. Der aktuelle Einsatz ist besonders riskant: Der chinesische Boss des zwielichtigen Megakonzerns dataDyne Zhang-Li veranstaltet äußerst menschenverachtende Spiele die in einem Programm namens Deathmatch simuliert werden. Das fatale an diesem Programm ist, dass den Verlierern nicht nur im Spiel, sondern auch real der Lebensfaden durchtrennt wird. Dies gilt es natürlich zu unterbinden, so dass Joanna alias Perfect Dark Zero dem alternden Konzernchef aus dem fernen Osten einen unangemeldeten Freundschaftsbesuch abstattet. Perfect Dark Zero erklärt ebenfalls, wie sich Joanna dem Carrington Institut anschließt und so zu der Superagentin wird, die auch in Perfect Dark gegen dataDyne kämpft.

In der ersten Mission geht es direkt zur Sache. Jo infiltriert eine geheime Anlage und sprengt mit Hilfe von High Tech Gerätschaften einen überdimensionalen Hauptprozessor in die Luft. Das darauf folgende Chaos wird schnell zur Ballerorgie und führt den Spieler wie in einem Tutorial durch die Steuerung, die Waffen und die verschiedenen Gerätschaften, mit denen man im Laufe des Spiels zu tun bekommt. So gut wie jede Waffe hat mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Funktionen, weswegen hier für taktische Abwechslung gesorgt wird.

Die Story des Spiels gibt sich dagegen weitestgehend eher schwach – unerwartete Wendepunkte oder Dynamik sind selten bis gar nicht vorhanden. Davon abgesehen bietet sich ein erstklassiges Actionspiel mit einem reichhaltigen Waffenarsenal, wie es sich gehört. Rare hat den zahlreichen Gegnern allerdings keine besonders hohe Intelligenz spendiert, was sich in der Form auswirkt, dass diese keine Deckung suchen, sondern stupide mit Joanna auf Konfrontationskurs gehen, was der Spannung des Spiels nicht gerade zuträglich ist.

Aber nicht nur die Gegner laufen wie aufgeschreckte Hühner durch die Gegend – auch die hin und wieder mitlaufenden Freunde stellen sich keineswegs geschickter an und bieten den nahezu immer ihr Ziel treffenden Gegnern perfekte Zielscheiben. Auch Joanna wird fast immer gesehen und getroffen, was den Schleichfaktor im Spiel nahezu unsinnig macht.

Die Stärke von Perfect Dark Zero liegt eindeutig in den actionreichen Feuergefechten, die sich durch das gesamte Spiel ziehen. Die grandiosen Effekte die die Xbox 360 auf den Bildschirm zaubert, sind ein wahrer Augenschmaus. Spielerische Abwechslung wird im Singleplayer auch durch die Itemwahl vor jeder Mission garantiert. Sie bestimmt, ob ihr euch z.B. den Weg freisprengen könnt oder ob ihr euch durch Hackversuche eine Alternative sucht. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden kommen wie schon in der N64-Version weitere Aufgaben hinzu, die ein erneutes Durchspielen interessant machen können.

Wo der Singleplayer durch stupide K.I. und trotzdem kurze Spielzeit kränkelt, punktet der Multiplayerpart vollends. Die zahlreichen ausnahmslos guten Modi, die über Xbox Live, Splitscreen oder Linkkabel gespielt werden können, sind ein Garant für Spielspaß pur. Besonders cool ist der Coop-Modus, in dem ihr die Singleplayerkarten mit einem Freund via Splitscreen an einer Konsole oder über Xbox Live gemeinsam bestreiten könnt.

Selbstverständlich gehören auch die üblichen Deathmatch- Modi in denen es darum geht alleine oder im Team so viele Gegner wie möglich auszuschalten zum gut sortierten Mehrspieler-Repertoire. Bis zu 32 Spieler können auf einer Karte spielen - um ein wenig mehr Action in das Geschehen zu bringen, können außerdem noch 16 Bots hinzugefügt werden, die im Mehrspieler merkwürdigerweise viel intelligenter sind als ihre Einzelspieler-Pendants. Sie sind nicht mehr so leicht zu besiegen und zeigen auf höheren Stufen selbst in Taktischen Modi wie Capture the Flag, was sie drauf haben.

Die zum Thema passenden Darkops-Modi, die ebenfalls bis zu 32 Spieler, jedoch keine Bots zulassen bieten eine ordentliche Portion Taktik und Action. In „Infektion“ gibt es zwei Gruppen: Infizierte und Nicht-Infizierte, es bestehen jedoch keine Teambegrenzungen – jeder kann ausgeschaltet werden, doch zählen nur die Kills auf der anderen Seite. „Auslöschung“ funktioniert ähnlich wie das altbekannte „Last Team Standing“, in dem es ähnlich wie in Team Fortress darum geht, das feindliche Team auszulöschen.

Anfangs werden Waffen und Ausrüstung gekauft und jeder Spieler hat nur ein Leben pro Runde und verdient sich seine Credits mit dem Ausschalten von Gegnern und dem Erledigen von bestimmten Aufgaben. Jede Gruppe hat eine Basis, die es zu verteidigen gilt. Ist eine Basis eingenommen geht die Runde an die Invasoren. Die meisten Spieler finden sich derzeit allerdings auf „Sabotage“-Servern in denen es einfach darum geht die Basis des Gegners so stark wie möglich zu zerstören.

Das Team, das zum Schluss den größten Schaden angerichtet hat, gewinnt die Runde. Features und Spielinhalte die im Singleplayer eher zu kurz kommen, bekommen im Mehrspieler eine ganz neue Bedeutung. Vorallem Teamplay und Kreativität sind hier gefragt.

Doch der Spaß wird noch fortgesetzt: Rare verspricht weiter Updates via Xbox Live, die sogar teilweise kostenlos sind. So wird es in nächster Zeit die Modi Scenario und Counter-Operative geben, die Fans noch aus dem alten Perfect Dark kennen. Scenario verlangt das Spielen von bestimmten Situationen unter strengen Bedingungen (z.B. das Überleben mit nur einer speziellen Waffe). Counter-Operative gibt einem Spieler die Möglichkeit, online den Singleplayermodus durchzuspielen, während andere Spieler in die Rolle der Gegner schlüpfen und versuchen, die Mission scheitern zu lassen. Weitere Maps gesellen sich auch dazu, doch dafür muss man dann zahlen.

Die Grafik wirkt, vor allem im ersten Teil des Spiels, nicht so spektakulär, wie man es bei der Xbox 360 erwarten würde, doch ändert sich das nach einiger Zeit schlagartig. Es zeigen sich detaillierte Umgebungen, schöne Texturen und bombastische Effekte. Das sonst so schöne Bump – Mapping und Shadereffekte wirken ab und zu etwas übertrieben. In technischen Leveln tragen sie sehr zur Atmosphäre des Spiels bei, in Naturlevels wirken die extrem glänzenden Oberflächen eher ein wenig lächerlich, was allerdings nur selten der Fall ist. Der an Manga-Comics erinnernde Stil der Grafik, vor allem der Charaktere ist ziemlich gut gelungen und wirkt sehr stimmig. Die Animationen, ebenso wie die Licht- und Schatteneffekte zeigen, was Rare unter Next Generation versteht. Besonders die Waffendesigns und Nachladeanimationen gehören zu dem besten, was man im Shooterbereich zu sehen bekommt. Außerdem beeindrucken so kleine Eyecandies wie das Auseinanderfallen der gegnerischen Panzerung, bei Treffern. Ist ein Teil der Panzerung erst mal weg, ist eine der vielen Trefferzonen beim Gegner den Kugeln von Joanna schutzlos ausgeliefert. Die tolle Physikengine Havoc lässt glaubwürdige Animationen zu und rundet das Gesamtbild erheblich ab.

Akustisch kann Perfect Dark Zero auf ganzer Linie überzeugen. Äußerst satte Waffensounds, nette Umgebungseffekte und der stimmige Soundtrack mit rockigen und poppigen Parts tragen zur guten Atmosphäre des Spiels bei. Einzige Schwäche ist die etwas schwache Sprachausgabe, was ziemlich krass im Gegensatz zu Rares anderem Launchtitel Kameo: Elements of Power steht, wo die Synchronisation wirklich sehr gut gelungen ist. Alles in allem aber ein technisch solider Titel mit wenigen Schwächen, die allerdings kaum in die Waagschale fallen.

Fazit

Für mich ist nicht klar in welche Kategorie man Perfect Dark Zero am besten packt – Singleplayershooter mit Mehrspielerpart oder Multiplayershooter mit Einzelspielerpart. Beide können überzeugen und stellen wichtige Standpfeiler des Spiels da – würde eines von beiden Fehlen, wäre das Spiel längst nicht so gut, wie es ist. Jedoch ist das Spiel auch etwas für Solo-Puristen ohne Multiplayerambitionen, da das Spiel trotz einer etwas Schwachen, jedoch völlig ausreichenden Story ein Action-Shooter vom Feinsten ist.

Eine grandiose optische sowie akustische Darbietung zeigen was die Xbox 360 drauf hat, ist von der technischen Reife her allerdings nicht so gelungen wie die Launchtitel Kameo oder Call of Duty 2. Die große Stärke des Spiels liegt im gnadenlos guten Multiplayer, den es so auf einer Konsole noch nie gegeben hat. Wer also seinen Xbox Live Account ordentlich nutzen will, kommt an Perfect Dark Zero kaum vorbei.

Perfect Dark Zero [X360 , looki.de]

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