Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut |
BedienungGut |
Carl Denhams nächster Film muss ein Erfolg werden, sonst hat er das Vertrauen bei seinen Filmproduzenten verloren. Damit der Streifen auch wirklich erfolgreich wird, hat der engagierte Regisseur eine sagenumwobene Kulisse gewählt, in deren Richtung er auf einem Kahn namens 'Venture' und mit einem kleinen Film-Team aufbricht: Skull Island liegt inmitten dichten Nebels und wurde schon lange nicht mehr von einer Menschenseele besucht. Falls doch, hat sie es aber vielleicht nicht mehr lebend von der Insel geschafft, denn diese birgt unter anderem Gefahren, die schon als längst ausgestorben gelten.
Neben Dinosauriern und anderem Getier treibt auf der Insel auch ein Stamm Wilder sein Unwesen und begeht Zeremonien, um dem Inselkönig Kong zu huldigen. Kurz nachdem das kleine Film-Team auf der Insel gelandet ist, werden sie von den Eingeborenen entdeckt und kurz darauf gefangen genommen. Während Regisseur Carl, Drehbuchautor Jack und Schiffsmaat Hayes entkommen können, wird Blondine Ann dem acht Meter großen Affenkönig Kong geopfert. Dieser schließt die Schöne sofort in sein großes Herz und mag sie so gern, dass er sie auch gar nicht mehr gehen lassen will.
Schon bevor das Team in die Fänge und an die Materpfähle der Wilden gerät, ist es Jack, der mehr oder weniger die Führung übernimmt und dabei natürlich durch den Spieler gesteuert wird. Seine Fertigkeiten im Drehbuchschreiben nützen ihm auf Skull Island leider nichts mehr - fortan dreht es sich nur noch ums Überleben und Verlassen der Insel.
Ein Fadenkreuz gibt es für Jack zunächst nicht, eine Zielhilfe oder gar ein Auto-Aiming fehlt ebenfalls. Durch Drücken der großen linken Schultertaste LT gelangt man in den Ziel-Modus, in dem die Schusswaffen oder Pfeile in die Abfeuer- bzw. Wurfhaltung gebracht werden.
Mit der rechten Schultertaste wird die aktuell ausgewählte Waffe dann in Richtung Gegner gefeuert und trifft hoffentlich das anvisierte Ziel. Dabei muss zwar genau, aber wiederum auch nicht zu genau getroffen werden. So ist manches Zielobjekt zwar nicht sehr groß, die Hit-Box, durch die ein Treffer ausgelöst wird, aber großzügig bemessen.
Wer einen Ausflug in die Spieloptionen wagt, findet unter dem Menüpunkt 'Steuerung' dann aber doch noch eine Möglichkeit, den Inhalt des kleinen Inventars und ein Fadenkreuz einzublenden. Letzteres wird jedoch nur angezeigt, wenn mittels LT-Taste in den Zielmodus gewechselt wird.
Ist der Gegner groß und hat viele scharfe Zähne, sind gewöhnliche Schusswaffen meist nicht ausreichend, um ihm zu Leibe zu rücken. Mitunter ist das Viehzeug auch weit in der Überzahl, so dass der recht knapp bemessene Munitionsvorrat schnell zur Neige geht. Zwar liegen Pistolen, Scharfschützen- und Maschinengewehre ab und an samt Munition in ringsherum verstreuten Kisten, doch bietet die Natur manchmal Alternativen, die in manchen Situationen effektiver sind. So findet man immer wieder spitze Knochen oder Holzspeere, die sich als Hiebwaffe oder Wurfgeschoss einsetzen lassen.
Oft sind in deren Nähe auch kleine Feuerstellen zu finden, mit denen sich die Speere oder Dinorippchen entzünden lassen. Sinn macht das vor allem, wenn der Weg durch dichtes Gesträuch versperrt wird. Dies lässt sich nämlich ganz einfach mit einem lodernden Gegenstand entzünden und löst sich schon kurze Zeit später in Schutt und Asche auf. Manchmal streift das aggressive Getier auch durchs leicht entzündliche Unterholz. Ein Schelm, wer das gefährliche Viehzeug dann nicht gleich unter Feuer und Flamme setzt.
Um einen Weg von der Insel zu finden, müssen Jack, Carl, Hayes und Co nicht nur mit Dinosauriern kämpfen, sondern auch manch versperrtes Tor öffnen. Dazu wird neben der eigenen Spielfigur nicht nur ein weiterer NPC, sondern oft auch mindestens ein Hebel benötigt, der meist irgendwo im Gelände herumliegt und erst einmal gefunden werden muss.
Recht ungewöhnlich ist die Tatsache, dass die Spielfigur mitten im Spiel wechselt. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Wechsel von Jack zu einem anderen Mitglied des Film-Teams, sondern sozusagen um einen Wechsel zur 'anderen Seite'. So verbringt man zwar den größten Teil des Spiels zunächst in der Haut von Jack, schlüpft aber in einigen Episoden auch in das Fell von König Kong - kurz: King Kong.
Kongs Steuerung ist völlig anders. Der riesige Affe braucht kein Gewehr und keine Schrotflinte, um sich gegen seine natürlich-prähistorischen Feinde zu wehren. Ihm genügen zur Verteidigung seine Extremitäten, mit denen er sich aber auch durch die Level klettern und schwingen kann. Im Handgepäck führt Kong dabei immer die im Vergleich winzig wirkende Ann, auf die es hungrige Dinos in der Regel abgesehen haben.
Peter Jackson's King Kong besteht aus zahlreichen Kapiteln, die wiederum in mehrere 'Checkpoints' genannte Rücksetzpunkte, die man nur kennen lernt, wenn die eigene Spielfigur frühzeitig das Zeitliche gesegnet hat. Ist ein Kapitel geschafft, winkt nicht nur der nächste größere Abschnitt, sondern wird der Spielfortschritt auch automatisch gespeichert. Je nach Anzahl der geschafften Kapitel werden zusätzlich Boni freigeschaltet, die interessant, aber nicht überlebenswichtig sind.
...spricht Spielfigur Carl Denham und äußert damit wahre Worte. Im Bestreben, eine möglichst düstere Atmosphäre zu schaffen, haben es die Entwickler etwas übertrieben: Auf einigen Fernsehern ist das Spiel so düster, dass man kaum noch etwas erkennen kann, sobald man eine Höhle oder einen Tunnel betritt.
Heller wird das Spiel erst später, wenn es als Kong durch den Dschungel von Skull Island oder durch New York geht. Bis dahin müssen 'Schwarzseher' nach dem Trial & Error-Verfahren durch die Level stapfen oder mit grausamen Kontrasteinstellungen weiterspielen.
Wer im Dunkeln tappt, kann aber auf die Hintergrundgeräusche achten, die zumindest im Dschungel das Gefühl vermitteln, gleich wieder vom nächsten Ungetüm angefallen zu werden. Die sehr lineare und an wichtigen Stellen recht offene Gestaltung der Level lässt zwar kaum Raum für echte Schockmomente, zur kleinen Gänsehaut reicht das allgegenwärtige Gebrüll und Gezirpe dann aber doch.
Auf der Games Convention hatten wir in diesem Jahr die Gelegenheit, uns kurz mit der Fassung für die 'alte' Xbox zu beschäftigen. Im Großen und Ganzen 'schaut die Xbox 360-Version genauso aus. Das Spiel ist genau so düster und die Qualität der Spielgrafik durchaus ähnlich, sieht man von einigen kleineren Details ab. Im Grunde handelt es sich bei der 360-Fassung von Peter Jackson's King Kong um eine leicht aufgebohrte Xbox-Fassung, die leider nicht nur optisch, sondern auch um zehn Euro im Preis angehoben wurde.