Erstmals konnten wir uns am 28. September hinter eine Xbox 360 setzen und mit Hilfe des neuen Controllers einen der Launchtitel ausprobieren: Project Gotham Racing 3. Zu diesem Zweck folgten wir dem Ruf von Entwickler Bizzare Creations nach Liverpool und wagten uns in die heiligen Hallen der Rennspielspezialisten.
Wir machten uns also auf nach Liverpool, um von Microsoft und den Bizzare Studios stilgerecht mit einer Runde in einiger schnellen Flitzer aus Project Gotham Racing 3 empfangen zu werden. Wohlgemerkt durften wir die richtigen Wagen antesten, man wollte wohl sichergehen, dass wir das Spielgefühl auf der Xbox 360 vergleichen können. Das Beck's auf der Feier danach schmeckte gleich doppelt so gut, das Adrenalin im Blut tat wahrscheinlich sein übriges. Am nächsten Tag war es dann endlich soweit und wir durften einen Blick in die Entwicklungsabteilung von Bizzare Creations werfen, die sogar über ein eigenes Motion-Capture Studio verfügt, in dem u.a. die Bewegungen für 3D-Animationen eingefangen werden. Neben diversen Fakten und Eindrücken, die wir euch nun präsentieren können, lasst euch schon zu Beginn verraten sein: Wir waren hin und weg von Project Gotham Racing 3, nachdem wir es auf dem Xbox 360 Entwicklerkit selbst anspielen durften.
Zuallererst bekamen wir ein brandneues Feature vorgestellt, das die Entwickler Gotham TV getauft haben und das dem komplett neu designten Xbox-Live der Xbox 360 einen fulminanten Erfolg verpassen soll. Via Gotham TV ist es euch möglich, einem Rennen in Project Gotham Racing 3 zuzuschauen und durch das Wechseln der Perspektiven von Topspielern aus der Weltrangliste zu lernen.
Aber Achtung: Wenn ihr ein solches Rennen anschaut, seid ihr wahrscheinlich nicht allein, denn die Bizzare Studios versprachen uns, dass es bis zu 30.000 Spielern gleichzeitig möglich sein soll, ein Rennen zu verfolgen. Dass dies dann nicht in Echtzeitzeit, sondern mit 3-4 Sekunden Verspätung erfolgt, dürften die meisten verschmerzen können.
Auch in anderen Bereichen des Spieles verfolgt Bizzare Studios die Devise Klotzen statt Kleckern. So dauerte die Entwicklung jedes der 80 Wagen im Spiel zuzüglich diverser Prototypen - 4-6 Wochen. Der Grund dafür ist einfach zu erkennen, bestehen doch die Auto aus insgesamt 80.000 Polygonen, wobei ca. die Hälfe davon auf den Innenraum entfällt. Auf den Innenraum? Ja, denn im Auto kann man sich umschauen, das komplette Armaturenbrett betrachten und den Fahren sogar beim Schalten zuschauen. Geil!
Netter Nebeneffekt des Umschauens, die fulminanten Crashes durch fehlendes Beachten der Straßenführung einmal außen vor gelassen, ist, dass die wundervoll und detailverliebten Städte betrachtet werden können. London, Tokyo, Las Vegas und der Nürburgring schauen extrem realitätsnah aus und wurden nur in Details für einen besseren Spielablauf korrigiert. Der Detailreichtum ist derart beeindruckend, dass ihr gar kleinste Modellierungen an Brücken und Häusern und viele Einzeleinheiten an sämtlichen Objekten in den einzelnen Städten erkennen könnt.
Da diese Umgebungen in 3D gehalten sind, ergibt sich ein atemberaubendes Raumgefühl während man mit 150 km/h über die Straßen rast. Erreicht wurde die Detailfülle durch intensive Recherche vor Ort. Aus ca. 25.000 Digitalfotos, die während eines Trips nach Las Vegas entstanden, wurden sämtliche Texturen gefertigt, weswegen dort fast jede Einzeleinheit der gigantischen Casinos nachempfunden werden konnte. So spiegelt sich die gesamte Umgebung realistisch in den oft auf Hochglanz polierten Rennboliden. Fantastisch!
Wenn ihr jetzt noch nicht überwältigt seid und die Veröffentlichung der Xbox 360 kaum noch abwarten könnt, dann lasst euch gesagt sein, dass Bizzare Creations auch beim Sound mächtig zugelangt hat. Sämtliche Boliden wurden individuell vertont, um die Geräusche der Motoren und der Bremsen in den unterschiedlichsten Situationen aufzunehmen. Auch den Städten entlockte man ihre individuellen Töne, weshalb die Umgebung östlich der Brooklyn Bridge anders klingt als auf der Westseite. Aufpoliert wurde der Sound sodann mit Jubel oder Buh-Rufen der Zuschauer, diversen Crashsounds und Unmengen an weiteren Geräuschen. Pro Rennen fallen daher etwa 110 MB unkomprimierte Soundeffekte an wohlgemerkt ohne die Musik.
Dabei unterscheidet sich der Sound auch in Bezug der gewählten Perspektive. Sitzt man im Innenraum des Fahrzeugs ist der Sound gedämpft. Fährt das Fahrzeug an der Kamera vorbei, ändert sich die Geräuschkulisse physikalisch korrekt. Um mit der Xbox 360 den optimalen Klang zu erreichen, könnt ihr in den Optionen sowohl spezielle Abmischungen für Kopfhörer oder Heimanlagen nutzen und beim Surroundsound die exakte Position der Lautsprecher angeben.
Genug geniale Features für ein Spiel? Das glaubt ihr doch nicht wirklich. Ein Feature, das die Entwickler in Project Gotham Racing 2 nicht realisieren konnten, findet nun endlich seinen Einzug in ein Rennspiel: Individuell in 3D modellierte Zuschauermengen, die nicht nur in großer Vielzahl vorkommen und eine schiere Unmenge an Bewegungsabläufen besitzen, sondern die auch noch auf das Verhalten der Fahrer reagieren.
Neben verschiedene Reaktionen auf euer Fahrverhalten, weichen diese auch zurück, wenn ihr einen halsbrecherischen Crash gegen die Banden vollführt. So etwas würde euch nicht auffallen? Großer Irrtum, es macht das Spiel extrem rund!
Aufgewacht, ihr Poser der Nation! Teilt eure besten und eindrucksvollsten Szenen aus Project Gotham Racing 3 mit euren Freunden. Wie das geht? Ganz einfach. Mit dem Schnappschussmodus im Spiel die Zeit anhalten, die Kamera frei im Raum bewegen und einen Screenshot machen. Nach dem schießen des Fotos könnt ihr viele Effekte, wie sie aus diversen Bildbearbeitungsprogrammen bekannt sind, anwenden. Abspeichern und Angeben!
Das Spiel sieht einfach fantastisch aus. Beim Anspielen muss man sich in Replays anstrengen, um zu erkennen, dass es sich beim Gezeigten um ein Spiel und nicht eine TV-Übertragung handelt. Unglaublich, dass man die Grafik bis zum Launch der Xbox 360 noch weiter optimieren will. Während solch einer Aussage ging des öfteren ein Kopfschütteln durch das anwesende Publikum, kaum jemand konnte nachvollziehen, dass eine Verbesserung möglich sein soll.
Erstaunlich war übrigens auch wie gut sich das Spiel mit dem Xbox 360 Pad, welches sehr gut in der Hand liegt, steuern lässt. Lenken mit dem linken Analogstick, Umschauen mit dem rechten Stick. Die verschiedenen Fahrzeugansichten lassen sich mit den einfach erreichbaren Tasten genauso leicht wechseln, wie beispielsweise die Handbremse betätigen.
Das Fahrgefühl wird bei schnellen Boliden übrigens sehr gut in das heimische Wohnzimmer transportiert. Zusammen mit der oft atemberaubenden Grafik spürt man fast den Fahrtwind in den Haaren. Für mich steht daher fest: Die Vorbestellung für die Xbox 360 werde ich demnächst tätigen und und Project Gotham Racing 3 steht definitiv auf meinem Einkaufszettel für diesen Dezember.