Gesamtwertung91%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Ein Project Gotham Racing-Ableger zum Release einer Xbox-Konsole ist nichts Neues. Bereits zum Verkaufsstart der Xbox lieferte Bizarre Creations mit dem ersten Ableger der Serie einen guten Grund die Konsole zu kaufen. Nun, dreieinhalb Jahre später erscheint mit Project Gotham Racing 3 die vermeintliche Killerapplication für die Xbox 360. Unglaublich detaillierte Grafik, dreidimensionale Zuschauer, Gotham TV, Fotomodus oder zahllose Strecken Die Erwartungen an Project Gotham Racing 3 waren hoch, der Titel kann sie dennoch erfüllen und legt die Messlatte für Rennspiele ein gutes Stück höher.
Gefahren wird in Tokio, London, Las Vegas, New York und auf dem kompletten Nürburgring. Was im Gegensatz zu den Vorgängern wenig umfangreich klingt, entpuppt sich schnell als komplex, da die für Rennen zur Verfügung stehende Fläche ordentlich erweitert wurde. Laut Herstellerangaben sind im Streckeneditor, dazu später mehr, über 100 Millionen verschiedene Strecken möglich. Nachgezählt haben wir das allerdings nicht.
Im Karrieremodus sind die selbstgebauten Strecken jedoch nicht verfügbar, dafür ist bei diesem zwischen Einzel und online-Karriere zu unterscheiden. Solisten bekommen hier 23 Meisterschaften aufgetischt, die es zu absolvieren gilt. Jede Meisterschaft unterscheidet sich dabei entweder nach der Stadt oder nach dem Fahrmodus. In Project Gotham Racing gilt es seit jeher nicht einfach nur als erster über die Ziellinie zu fahren. Zum Tagesprogramm gehören neben normalen Rennen auch Ausscheidungsrennen, Checkpointrennen, Punkterennen, Slalomfahrten oder Rennen gegen die Zeit. Abgerundet wird das abwechslungsreiche Angebot mit Aufgaben, in denen ihr schnellst möglich eine gewisse Anzahl an Kontrahenten überholen müsst oder aber auch beim Vorbeifahren an einer Radarfalle eine bestimmte Mindestgeschwindkeit vorausgesetzt ist. Das Ziel an sich hängt dabei von zwei Faktoren ab: Dem vor jedem Rennen gewählten Schwierigkeitsgrad und der Klasse des Autos. Mit einem langsamen Klasse-E Wagen wird also in einem Zeitrennen eine andere Zeit vorausgesetzt als beispielsweise mit einem Ferrari F50 GT der Klasse-A. Nagut, was heißt langsam, der langsamste Wagen, der Ford Mustang Cobra R, erreicht immer noch eine Höchstgeschwindigkeit von 278 km/h.
In den rund 80 Fahrezeuge umfassenden Fuhrpark haben es nämlich keine Standard-Fahrzeuge geschafft sondern nur PS-starke Boliden, schließlich seid ihr ja nicht auf Sight Seeing Tour in den Städten unterwegs. So stehen in gut sortierten Garagen Traumwagen der Marke Ferrari, Bentley, Aston Martin, Corvette, Dodge, Jaguar oder Lamborghini. Immerhin hat es mit dem W12 Nardo Coupé auch ein Volkswagen in das Teilnehmerfeld geschafft.
Gute Fahrzeuge kosten natürlich auch gutes Geld. Wer mit einem McLaren F1 LM aktuelle Bestzeiten knacken will, darf 1,25 Millionen Credits auf den Tisch legen. Bares gibt es für das absolvieren von Karriererennen. Fahrt ihr in einem höheren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht nur eine schönere Auszeichnung und am Ende mehr Gamerscore sondern weitere Credits oben drauf. Voraussetzung sind die PS-Monster jedoch nicht, das Spiel lässt sich mit jedem beliebigen Wagen beenden. Warum aber schleichen, wenn man in Project Gotham Racing 3 ein sagenhaftes Geschwindigkeitsgefühl geboten bekommt. Allerdings kommt man in der Karriere schon sehr früh in den Genuss von High-End-Vehikeln. Das ist für Anfänger sicherlich gut, für Profis aber weniger motivierend. Einzig freischaltbare Concept-Wagen sind nicht von Anfang an verfügbar. Um alle zu bekommen müsst ihr intern von Rang 10 auf Rang 1 aufsteigen, in dem ihr in den einzelnen Rennen fleißig Kudos für Drifts, Sprünge oder fehlerfreie Abschnitte sammelt. Wer seine Konsole mit Xbox Live verbunden hat, freut sich auf eine Rangliste, auch in der Einzel-Karriere, dank der ersichtlich ist, wie gut ihr euch im Gegensatz zu anderen Gamern auf der jeweiligen Strecke geschlagen habt.
Ohne Xbox Live ist dem Karrierespaß jedoch ein frühes Ende gesetzt, denn vom Umfang her ist die Einzelkarriere an einem Tag zu schaffen. Seine wahre Vielfalt entwickelt Project Gotham Racing 3 erst in Verbindung mit Xbox Live.
Dabei geht es nicht nur um die angesprochene Rangliste sondern um die Möglichkeit an der Onlinekarriere teilnehmen zu können. In dieser punktet ihr in verschiedenen Rennen und steigt in der Liga weiter auf. Im Menüpunkt Spaß-Spiel fahrt ihr hingegen online, offline oder verlinkt beliebige Rennen gegen bis zu sieben Raser, verbessert eure Bestzeit auf den zur Verfügung stehenden Kursen oder baut mit dem Routen-Ersteller selber neue Kurse.
Nachdem ihr eine der vier Städte ausgewählt habt, ist es im Routen-Ersteller möglich anhand einer Stadtkarte selbst Start- und Ziellinie festzulegen. Zwischendurch gebt ihr mit Checkpoints an, wo es genau lang gehen soll. Ob der groß angelegten Städte sind hier unzählige Varianten möglich. Gespeicherte Routen fahrt ihr dann im Spaßmodus nach und kassiert nach der zehnten selbst erstellten Strecke ein paar Gamerscore.
Komplett entspannen kann der geneigte Raser dann im Gotham TV Modus, wo via Xbox Live ausgetragene Rennen der besten Rennfahrer oder eurer Freunde gestreamt werden. Dank wechselbarer Kameraperspektive lässt sich so der ein oder andere Trick abschauen. Weiterhin ist es hier möglich gespeicherte Wiederholungen oder Fotos zu begutachten.
Dank wechselbarer Kameraperspektiven nehmt ihr außerdem in den Cockpits der wunderschönen Fahrzeuge platz und erfreut euch an der bislang schönsten Innenausstattung in einem Rennspiel. Scheiben verschmutzen, Instrumente sind nicht nur abgebildet sondern funktionieren auch und der Motorensound klingt anders als in den anderen Kameraeinstellungen. Wer sich schon immer mittendrin fühlen wollte oder einfach nur Grafikfanatiker ist, ist hier gewiss am besten aufgehoben.
Die Motorensounds wurden außerdem wie es sich gehört für jedes Auto selbst aufgenommen, auch wurde auf die Eigenarten bezüglich der Steuerung der Fahrzeuge großen Wert gelegt.