Gesamtwertung91%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Einmal mit der eigenen Band vor einer riesigen Meute spielen und dabei so richtig abrocken für viele ein unerreichbarer Traum Mit Rock Band von Harmonix allerdings kein Ding der Unmöglichkeit, zumindest nicht in den eigenen vier Wänden. Die Schöpfer von Guitar Hero katapultieren ihr eigens kreiertes Genre in ungeahnte Höhen, legen den Fokus dieses Mal allerdings nicht länger auf Solo-Rockeinlagen, sondern auf kooperatives Spielen. Weshalb Rock Band so ein unglaubliches, wenn auch sauteures Vergnügen ist, klären wir für euch in unserem Test!
Ein Monster von einem Paket
Was genau ist Rock Band überhaupt und worum gehts? Genau genommen simuliert euch das Spiel das Zusammensein und Performen als Gruppe von maximal vier Leuten als astreine Kapelle. Als Band musiziert ihr euch aus der Grotte bis ganz nach oben in den Rockolymp. Wenn ihr Rock Band vor der Kasse steht und dieses unfassbar große Paket in Händen haltet, werdet wissen, dass euch etwas ebenso Großes erwartet, wenn ihr Zuhause in Ruhe auspackt.
Das Spielpaket besteht aus einer neuen Gitarre (dieses Mal von Fender), einem Mikrofon, einem Drumkit inklusive Fußpedal, einem USB-Hub und zwei Drumsticks. Zwar ist das Bundle gerade hierzulande verdammt teuer, wer sich aber dennoch für den Kauf entscheidet und zudem noch eine rockwillige Truppe um sich hat, wird mit einem Spaßbatzen belohnt, welchen es in dieser Grandiosität noch nicht gegeben hat. Versprochen!
Genau genommen ist Rockband ein Mix aus Guitar Hero-ähnlichen Klampfereien, Karaoke und einer nicht zu unterschätzenden, authentischen Schlagzeug-Simulation. Das eigentliche Spielprinzip ähnelt dem von Guitar Hero nicht nur, sondern übernimmt dies zum allergrößten Teil sogar komplett. Auch hier müssen die exakten Noten, die wie auf einem Fließband auf euch zu kommen, zur richtigen Zeit getroffen werden. Jede Note ist farblich vorgegeben und von der Anordnung her auf euer Instrument angepasst. Kommt beispielsweise eine rote Note auf euch zu, greift ihr die entsprechende der fünf Tasten auf eurer Gitarre und schlagt an, beziehungsweise schlagt auf die entsprechende Drum.
Im Unterschied zu der Gitarre, bedient ihr die orangefarbene Note bei den Drums nicht mit der Hand, sondern mit dem Fußpedal. Wer noch nie Schlagzeug hat, sollte gerade hier verdammt viel Geduld mitbringen, da ihr hier wirklich erst einmal die entsprechenden Nervenstränge bilden müsst und das geht nicht von jetzt auf gleich. Ganz anders sieht es beim Mikrofon aus.
Im Stile eines SingStar seht ihr hier die Lyrics und die Gesangshöhen der einzelnen Songs und grölt drauf los. Wer sich allerdings für den göttlichsten Sänger überhaupt hält, wird sehr schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, denn das Spiel ist in dieser Hinsicht knallhart und bestraft jeden noch so kleinen schiefen Ton. Anfängern sei deshalb der niedrigste Schwierigkeitsgrad ans Herz gelegt.
Bewährtes Spielkonzept, köstliches neues Gameplay
Habt ihr euch letztlich für ein Instrument entscheiden, geht es ans Eingemachte. Eure eigens erstellte Kombo betritt die Bühne und muss den von euch ausgewählten Song spielen. Rock Band bietet insgesamt 45 Originaltitel und ein paar gecoverte Songs, bei denen die Interpreten allerdings eine gute Arbeit geleistet haben.
Verglichen mit Guitar Hero wurde der Schwierigkeitsgrad ein wenig gedrosselt Hier sollen schließlich nicht nur Profis, sondern jedermann die Meute zum Schwitzen bringen. Die Songs sind allerdings auch so angeordnet, dass man zu Anfang relativ leichte Kost serviert bekommt und erst mit der Zeit mehr und mehr gefordert wird. Je nachdem wie gut ihr euch schlagt, füllen sich eure Punkte und eine Anzeige, die eure gesamte Leistung in Form von maximal fünf Sternen darstellt.
Auf der linken Seite des Bildschirms wird angezeigt, wie ihr macht. Sinkt diese Anzeige in den Keller, wirds brenzlig und ihr lauft Gefahr, von der Bühne zu fliegen. Hier können euch nur noch eure Bandmitglieder retten, aber dazu später mehr. Ebenfalls aus Guitar Hero übernommen wurde die (Star Power). Habt ihr eine vorgegebene Notenfolge perfekt meistern können, füllt sich eine Leiste. Sobald diese halb voll ist, könnt ihr richtig abrocken, indem ihr die Gitarre gen Decke richtet. Nun werden alle Punkte doppelt gezählt und ihr räumt richtig ab. Neu sind die Freestyle-Sektionen, bei denen ihr so viele Noten wie möglich schrabbeln und richtig abschließen müsst, um euch richtig nach vorne zu katapultieren. Diese Abschnitte kommen häufig am Ende eines Songs auf euch zu und ermöglichen, dass ihr euch noch mal feiern lassen könnt. Auf dem Schlagzeug könnt ihr hier das Tier aus der Muppetshow freien Lauf lassen.
Ein geniales Gefühl, glaubts uns. Erst recht, wenn das Publikum anfängt, vor Begeisterung mitzusingen. Seid ihr nämlich richtig gut, kommt die Meute nämlich richtig aus dem Quark und gibt einem mit zum Besten. Sehr cool!
Der Gröler
Aber auch der Sänger kommt nicht zu kurz. So lassen sich während der Gesangspausen vorgegeben Lückenfüller nutzen und die Meute mit wildem Gegröle zur Heißglut zu bringen. Auch cool sind die Tamburin-Einlagen zwischendurch. Ihr klatscht ihr sozusagen im richtigen Takt aufs Mikro und sammelt ebenfalls punkte. Richtig geil wirds, wenn der Sänger seine Sache gut und genügend (Star Power) gesammelt hat. Bei lautem Gebrüll wird diese nun aktiviert und die Stimme mit einem coolen Verzerreffekt hervorgehoben.
Muss man gehört haben! Weiter ist der Sänger in der Lage, die Lautstärke des Originalgesangs des Songs mit dem Controller zu erhöhen, um sich besser orientieren zu können. Gerade aus dem Grund, dass die Songs zwar allesamt, Tokio Hotel mal ausgenommen, klasse gewählt worden sind, allerdings den meisten recht fremd sein dürften, eine gute Methode, um seine fehlenden Textkenntnisse zu vertuscheln.
Viel wichtiger ist es aber die richtigen Töne zu treffen, Eigeninterpretation lässt das Programm leider nicht zu, so dass selbst kleinste Abweichungen bestraft werden.
Das Tier
Wer schon mal an den Drums gesessen hat, dürfte sich hier direkt puddelwohl fühlen, denn das Spiel simuliert das Spielen an einem Schlagzeug wirklich gekonnt. Das geht sogar so weit, dass man mit Recht behaupten kann, dass man auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad wirklich die Originalnoten eins zu eins spielt. Klingt hart und ist es auch.
Glücklicher Weise werden die zu spielenden Noten auf den Niedrigeren reduziert und können von jedem mit ein wenig Übung gespielt werden Die Kicks mit der schwer zu beherrschenden Basedrum kommen seltener vor und auch die Wirbel sind machbar, wenn sie denn überhaupt von euch verlangt werden. Das Gefühl mit dem Schlagzeug aber das erste Mal einen Song richtig gut uns sauber zu spielen, ist wirklich ein erhabenes. Wir gehen sogar soweit und sagen: Wer die Drums in Rock Band spielen kann, kann auch sich an ein echtes Schlagzeug wagen und wird überrascht sein, wie gut es doch, Dank des Spiels, klappt.
Ihr seid die Band
Spielt ihr alleine, bekommt ihr drei Karriere-Modi angeboten jeweils einen fürs Gitarre- beziehungsweise Schlagzeugspielen und als Gröler. Hier musiziert ihr euch durch verschiedene Locations, samelt neue Fans und bekommt eine immer höhere Gage. Zu Anfang könnt ihr euch, wie schon beschrieben, einen eigenen Rockstar krieren. Je weiter ihr in der Karriere voran schreitet, desto mehr Möglichkeiten habt ihr, allerdings diesen mit allen möglichen, und wir meinen ALLEN möglichen, Dingen auszustatten, die ein echter Star nun mal braucht.
Das fängt bei Tattoos an, und hört bei fast schon lächerlich wirkenden Nietenanzügen auf. Ihr werdet mit Sicherheit überrascht sein, welches Accessoires auf euch warten. Wer Rock Band spielt, sollte dies allerdings im Multiplayer-Modus mit seinen Freunden machen.
Erst hier entfaltet das Spiel sein gesamtes Potenzial und belohnt euch mit einem, in dieser Art noch nie da gewesenen Gemeinschaftssinn.
Ihr seid im wahrsten Sinne des Wortes eine Band. Fällt einer, fällt die gesamte Band. Dies wird euch bei den ersten Gehversuchen des Coop Modus sehr schnell deutlich. Kommt es soweit und einer eurer Mitglieder patzt, könnt ihr ihn wieder auf die Bühne holen, indem ihr euren Overdrive aktiviert. Er wird euch dankbar sein. Insgesamt hat jedes Mitglied drei Chancen, den Song zu schaffen. Sobald die Stimmungsanzeige des Publikums allerdings am Boden ist, ist Schluss! Löblicher Weise kann jedes Bandmitglied im Vorfeld seinen eigenen Schwierigkeitsgrad bestimmen, so dass die Rockerei für jeden anspruchsvoll ausfallen dürfte. Wer seine Freunde um sich hat und mit ihnen zusammen rockt, wird nicht mehr genug davon bekommen.
So schön die Atmosphäre, so herrlich komisch die angespannten Gesichter eurer Mitspieler So gut das Spiel. Es ist fast so, als ob der Raum verzaubert werden würde und ihr in einer anderen Welt schwebt. Nach den ersten Erfolgen, locken neue Locations zum Gig, wollen neue Fans gewonnen und erste Bandbusse bemannt werden. Wer diesen Modus mit seinem Freunden spielt, wird schnell mit einer Sucht von nicht auszumachender Macht bekannt gemacht. Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt!
Ebenfalls sehr gut gelungen ist die grafische Aufmachung des Spiels. Die Animationen der einzelnen Aktivisten der Band wirken cool und lebensecht. Der Look der Band ist zwar auch recht comiclastig, allerdings weitaus realistischer, als der bei Guitar Hero. Sehr gute Arbeit hat man vor allem bei der Lippensynchronie des Sängers geleistet. Alles in allem gibts auf Seiten der Optik nichts zu meckern. Und auch wenn die Euphorie bei uns noch sehr groß ist, gibt es dennoch etwas an dem Titel auszusetzen.
Die Songauswahl ist prinzipiell gut getroffen worden und bietet Titel von Metallica (Enter Sandman), Nirvana (In Bloom), Foo Fighters (Learn To Fly), Faith No More, Nine Inch Nails und sogar Klassikern KISS oder Black Sabbath, allerdings gibt es auch viele, viele Songs, mit denen der Rocklaie nicht allzu viel anfangen kann und daher große Schwierigkeiten bei Texten und Gesangsmelodien haben dürfte. Gerade für ein auf Karaoke ausgelegtes Spiels ein übles Manko. Klar, man kann es nicht jedem Recht machen, aber man sollte es versuchen. Warum wählten die Entwickler beispielsweise Next to You von dem reichhaltigen Aufgebot der berühmten The Police-Songs aus?
Ein Spitzensong wohlgemerkt, aber die Wenigsten dürften ihn kennen oder gar im Stande sein, diesen gut zu singen. Auch Iron Maiden, wenn auch in der Coverversion, will erstmal gesungen werden, also kneift schon mal die Eier zusammen.
Die Instrumente
Noch ein paar Worte zur Hardware: Die Verarbeitung der einzelnen Instrumente ist im Großen und Ganzen befriedigend. Das Mikrofon ist nicht das edelste, was man sich vorstellen kann, übertrifft von der Qualität her, unserer Meinung nach, die eines SingStar bei Weitem. Ähnlich gestaltet sich das Schlagzeug.
Sehr schön ist, dass man die Drums in der Höhe verstellen kann und so recht bequem vor dem Kit sitzt. Ein Sessel tuts zwar, wer aber richtiges Schlagzeug-Feeling erleben möchte sollte sich einen kleinen Stuhl oder im Optimalfall einen Drummer Hocker suchen. Die einzelnen Pads sind darauf ausgelegt, einiges auszuhalten, was man von dem Fußpedal nicht unbedingt behaupten kann.
Zwar ist das Teil während unseres Tests ganz geblieben, allerdings konnten wir aus diversen Foren und Berichten entnehmen, dass es bereits einige fehlerhafte oder beim Spielen beschädigte Produkte gibt. Löblicher Weise wird in den USA, Kanada und aller Voraussicht auch in Europa ein 24 Stunden-Service auf der eigens erstellten Supportseite für Rockband angeboten. Aus diesem Grund braucht man sich also keine Sorgen um seine Instrumente machen. Nicht so gut gefallen hat uns die Gitarre. Im Gegensatz zur Guitar Hero-Gitarre hat sie noch fünf weitere Notenknöpfe am Anfang des Halses, welche für Soli genutzt werden können.
Diese Möglichkeit ist zwar nett gedacht, wurde von uns persönlich allerdings so gut wie gar nicht genutzt, weil man erst an die kleineren Buttons gewöhnen muss und die Soli auch locker auf den normalen Fret Buttons spielen kann.Ebenfalls cool, wenn auch mehr als Gimmick anzusehen, ist der kleiner Schalter, mit dem man seinen Gitarrensound während der Soli bestimmen kann. So könnt ihr WahWah-, Flanger- und andere Effekte nutzen. Die Buttons selbst reagieren auch ein wenig träger, als bei der Gitarre von Guitar Hero. Ebenfalls negativ aufgefallen ist uns die Belegung der anderen Buttons wie Start, Back und Co. Im Eifer des Rocks kann es schon mal vorkommen, dass man diese aus Versehen berührt und das Spiel so ungewollt unter- oder gar abbricht.
Wir bevorzugen jedenfalls noch immer die bewährte Klampfe aus GH. Fans dieses Spiels dürfte es freuen, dass ihre Gitarre auch mit Rock Band kompatibel ist. Sehr bitter ist die Tatsache, dass Rock Band in Deutschland fast schon unverschämt teuer ist. Das Instrument-Bundle kostet alleine schon 170 , ohne das eigentliche Spiel, versteht sich. In den Staaten bekommt ihr das gesamte Paket samt Spiel für 170 Dollar. Also mal wieder ein Titel, bei dem Europäer abermals tiefer in die Tasche greifen dürfen. Aber wir haben es bekanntlich ja
Rock Band im Test.
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