Gesamtwertung86%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wenn eine Spieleschmiede einen Titel im Stile von GTA auf den Markt bringt, muss dieser sich natürlich mit Rockstars Meisterwerken messen lassen. Da es allerdings bis zum vierten Ableger der GTA-Reihe für die Xbox360 noch rund ein Jahr dauert, bringen Volition Inc., die Macher von Red Faction den ersten GTA-Klon für die nächste Spielegeneration. Wir haben für euch die Straßen von Stilwater unsicher gemacht und liefern euch die ultimativen Eindrücke aus der Hood.
Action bis zum Limit
Neulich in Stilwater. Es ist ein schöner Tag. Nichts deutet auf das sich anbahnende Drama hin. Die Bewohner gehen ihrem Tagwerk nach. Doch plötzlich durchdringen ohrenbetäubende Schreie die Ruhe. Ein Mann liegt blutüberströmt auf dem Gehweg. Über ihn gebeugt kniet eine Frau, die den Sterbenden in ihren Armen hält. Innerhalb weniger Minuten hat sich ein Pulk Schaulustiger um die Szenerie gebildet. Ein Mann mit Basecap gefolgt von drei Männern mit Goldketten, zahlreichen Tattoos und noch mehr Narben im Gesicht, zwängt sich durch die Menschenmassen. Shit murmelt er. Diese verdammten Bastarde.
Was wie eine Szene aus einem Hollywoodfilm klingt, ist in Wirklichkeit einer Sequenz von Saints Row entnommen. Der Mann, der da gerade das Jenseits betreten hat, ist einer eurer Gangmitglieder, der bei einem Anschlag von den rivalisierenden Gangs in Stilwater erschossen wurde. Doch der Reihe nach: Stilwater heißt die Großstadt, in der ihr als unbehelligter Passant unterwegs seid. Eines Tages werdet ihr in eine Schießerei verwickelt, die zwei verfeindete Gangs am helligten Tag auf den Straßen von Stilwater austragen. Nachdem im quasi letzten Moment euer Hintern gerettet wird, besteht ihr eine erste Probe, die zugleich als Einführung in die Steuerung dient, und werdet Mitglied der Saints, der ehemals mächtigsten Gang.
Was euch gleich nach dem Intro auffallen dürfte, ist das Verhältnis der Stadtgröße zwischen San Andreas und Stilwater. Hier zieht letztere eindeutig den Kürzeren. Doch dieses scheinbare Manko ist eigentlich keins, denn in Stilwater gibt es trotzdem eine Menge zu erledigen und zu bestaunen.
Wer sich nicht zu Fuß durch die Straßen bewegen will, der kann sich nahezu jedes Gefährt ausborgen. Helikopter oder Boote gibt es allerdings nicht. Natürlich ist Stilwater keine anarchisch verwaltete Stadt und so müsst ihr immer ein Auge auf die Hüter des Gesetzes werfen. Wer zu viele Verstöße gegen Law and Order begeht, sollte seinen schlechten Ruf einfach mal abschütteln, sprich: Den Wagen umlackieren. Alternativ zum Auto gibt es noch die Hochbahn, mit der ihr durch Stilwater reisen könnt.
Respect is what its all about
Apropos Ruf: Der ist für euch wichtiger als alles Geld. Denn erst euer Ruf und Ansehen ermöglicht euch im weiteren Spielverlauf neue Missionen freizuschalten. Um den zu steigern, führt ihr diverse kleinere Missionen aus. Die sind allesamt recht abwechslungsreich und unterhaltsam gestaltet. Mal müsst ihr einige Prostituierte einsammeln und zurück ins Bordell bringen. Ein anderes Mal sollt ihr als Chauffeur einer Limousine fungieren. Während sich euer prominenter Fahrgast auf der Rückbank einem netten Plausch mit einer Professionellen hingibt, besteht eure Aufgabe darin, für eine gewisse Zeit den Promi samt Gesprächsgast durch die Stadt zu fahren, und dabei die Paparazzimeute auf Distanz zu halten. Ab und an gibt es natürlich wie von der GTA-Serie bekannt, diverse Missionen gegen die Uhr. Diese sind allerdings überwiegend fair gehalten, sodass nicht allzu viel Frust aufkommt. Im Gegensatz zum Rockstar-Vorbild, müsst ihr auch nicht zum Speichern in euer Versteck, sondern könnt vor oder wahlweise nach einer Mission zwischenspeichern.
Neben der eigentlichen Story, glänzt Saints Row durch viele Nebenbeschäftigungen, mit denen ihr euren virtuellen Alltag ausfüllen könnt. So dürft ihr als Attentäter euer Brot verdienen, Autos organisieren, Rennen fahren, als Drogenkurier unterwegs sein, Einbrüche tätigen, Geiseln nehmen oder auch mal die örtliche Versicherung durch einen fingierten Unfall prellen. Frei nach dem Motto: Legal, illegal, sch***egal.
Aussehen allein ist nicht alles
hilft aber doch eine Menge. Auch wenn ihr zu Beginn des Spieles eurem Alter Ego ein individuelles Aussehen verpassen und nahezu alles verändern könnt, besteht sogar innerhalb des Spiels jederzeit die Chance, seinen Charakter zu verändern. Sei es beim hiesigen Friseur, beim plastischen Chirurgen oder einfach nur mit einem Satz neuer Klamotten. Nahrungsaufnahme fördert die Gesundheit. Schlaf ist nicht von nöten.
Wer im Übrigen genug Respekt auf seinem Konto hat, der kann sich der Unterstützung zahlreicher Helfer der 3rd Saints Gang im Kampf gegen die anderen drei Gangs gewiss sein. Neben tatkräftiger Schützenhilfe könnt ihr euch auch falls ihr nicht mal eben einen fahrbaren Untersatz zur Hilfe habt einen Gangkollegen via Handy als Chauffeur zur Hilfe holen. Wenn ihr genug Geld habt, und davon gibt es in Stilwater leider deutlich weniger, als in San Andreas für gemeisterte Aufgaben, dürft ihr auch ein Taxi benutzen. Leider knöpfen euch die Fahrer für ihre Dienste enorm viel Geld ab.
Stillleben mit Dame
Wer sich bislang optisch mit GTA San Andreas das Non plus Ultra vorgestellt hat, der wird von Saints Row begeistert sein. So schön wurde noch keine Stadt bislang dargestellt. Die gestochen scharfen Texturen, bombastischen Explosionen, tollen Spieglungen auf dem Fahrzeuglack sowie die detaillierten Charaktere verwöhnen das Auge. Auch wenn der Look nicht ganz so stimmig wie beim Genrethron-Inhaber wirkt, kann Saints Row klar das Rennen in Sachen Optik für sich gewinnen.
Einige kleinere Mankos wie gelegentliche Pop-ups sind trotzdem zu bemängeln. Gleiches gibt es von der Akustik zu vermelden. Sowohl die Waffen, als auch die Umgebungsgeräusche und der Soundtrack sind allesamt auf hohem Niveau und können durchweg überzeugen. Auch die englische Sprache, Sprachausgabe die für die hiesige Fassung nur mit Untertiteln belegt wurde, weiß zu gefallen. Leider kann die Wahl der Radiosender nicht annähernd mit der eines GTA mithalten.
On the Line
Größter Pluspunkt für Saints Row ist eindeutig der Multiplayer, welchen Fans der GTA-Reihe jedes Mal schmerzlich vermisst und bemängelt haben. Hier schöpfen Volition Inc. dank Xbox Live aus dem Vollen. Mit bis zu zwölf Spielern könnt ihr euch wahlweise im Netzwerk oder eben über Xbox Live heiße Gefechte liefern. Die Spielmodi im Einzelnen: Der Bandenkrieg. Hier geht es im klassischen Deathmatch entweder allein oder als Team um die Vorherrschaft in der Stadt. Spielmodus Nummer zwei nennt sich passend zur Szenerie Fette Ketten. Sinn und Zweck dieser Spielvariante ist es, Goldketten von erschossenen Gegnern einzusammeln und sie zur Zentrale zu bringen. Ebenfalls im Team und solo spielbar.
Der dritte Spielmodus im Bunde, Aufmotzen ist eher makaber ausgefallen. Wer die meisten Gegner tötet, erhält das meiste Geld, welches er wiederum in Wagen steckt, um diese aufzumotzen. Last but not least gibt es noch den Beschütze den Zuhälter-Modus und den Koop-Modus bei dem ihr leider nicht die eigentliche Story zu zweit durchspielen könnt, sondern euch lediglich auf vorgegebene Missionen beschränken müsst.