Gesamtwertung60%/10 |
GrafikBefriedigend SoundMangelhaft |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Insgesamt enttäuschend...
Für ein Next-Generation-Spiel gibt sich SBK-08 Superbike World Championship eher auf einem ernüchternden Niveau. Mag der Detailgrad der Fahrer mitsamt ihrer Bikes sowie die realistisch wirkenden Regeneffekte noch überzeugen, ist bei den Strecken Hopfen und Malz verloren. Kaum Details abseits der Straße sowie die leider immer noch in flachen Bitmaps gehaltenen Zuschauer haben anno 2008 eigentlich in keinem Spiel mehr etwas zu suchen. Zudem geht der Framerate hier und da mal die Puste aus - vor allem bei regnerischen Hetzereien mit komplett sichtbarem Fahrerfeld. Von den auf der Verpackungsrückseite angesprochenen 'unglaublichen Fahreranimationen' haben wir außerdem nichts gesehen. Wenn damit aber verhacktstückte EInzelteile gemeint sind, dann ist das wirklich unglaublich.
Wie eine tote Mieze...
Auweia, schon seit einiger Zeit sind uns nicht mehr solche müden Motoreneffekte zu Ohren gekommen - Kawasaki & Co. klingen hier nämlich viel zu brav. Warum in den Rennen keine Musik zuschaltbar ist, entschließt sich außerdem unserer Kenntnis. Selbiger dürft Ihr nur in den Menüs lauschen - so schnell wie sie ins Ohr gehen, hat man sie aber auch schon wieder vergessen. Eine Synchronisation gibt es übrigens nicht. Immerhin machen die Umgebungseffekte wenigstens etwas Wettkampflaune - vor allem das euphorische Publikum tut hier gut daran, das nötige Feeling zu erzeugen. Unserer Testversion fehlte zudem eine deutsche Übersetzung - wie es in der finalen Verkaufsfassung aussieht, können wir leider nicht beurteilen.
Warum so träge?
Okay, Realismus in allen Ehren, aber wie träge sich die Karren in SBK-08 Superbike World Championship geht zuweilen auf keine Kuhhaut mehr. Selbst in den Arcade-Einstellungen lassen sich die Motorräder viel zu schwerfällig um die Kurven dirigieren. Schleierhaft ist außerdem, dass es keinen spürbaren Lenk-Unterschied zwischen dem einfachsten Arcade- und dem forderndsten Extreme-Modus zu geben scheint. Für eine Simulation ist dies wenig passend, für einen reinen Arcade-Titel ebenso. Das 'Irgendwo im Nirgendwo'-Gefische wirkt insgesamt alles andere als harmonisch. Ansonsten steuert sich das Spiel so, wie man das von einem echten Motoracer erwartet. Einzig die Cockpit-Perspektive lässt etwas an Übersichtlichkeit zu wünschen übrig.
Nichts Weltbewegendes...
SBK-08 Superbike World Championship hat ein großes Ass im Ärmel: Es kann mit den originalen Fahrern, Bikes und Strecken der WSBK aufwarten. Das ändert aber nichts am eher durchschnittlichen Rennalltag, bei dem vor allem die alles andere als intelligente Gummiband-KI unangenehm hervorsticht. Wer sich schnellstens nach dem Start aufs Treppchen katapultieren möchte, sollte die Schwäche der CPU-Fahrer ausnutzen, bereits viel zu früh vor der ersten Kurve vorsichtig zu fahren. Wer hier freudestrahlend am Fahrerfeld vorbeidüst, muss sich selbst auf dem fortgeschrittenen Schwierigkeitsgrad keine allzu großen Sorgen um die Führung machen, solange er sich nicht gerade in jeder zweiten Kurve auf die virtuelle Nase legt. Dieser Kniff lässt sich auf nahezu jede Strecke anwenden - die schwach inszenierten Meisterschaften und Rennwochenenden sind somit ein Klacks. Abseits von deftigen KI-Problemen und nervigen Stürzen offenbart SBK-08 Superbike World Championship aber auch viele gute Ansätze. Der Setup-Teil erlaubt zahlreiche, spürbare Veränderungen. Verschiedene Realismus-Modi sorgen zudem dafür, dass jeder seinen Steuerungstyp finden dürfte - in der Theorie! In der Praxis fielen uns beim auf Realismus getrimmten Extreme-Modus - abgesehen von Fahrerverletzungen und Beschädigungen am Bike - enttäuschend wenig Unterschiede zum normalen Arcade-Modus auf. Somit wird nicht ganz klar, an welche Zielgruppe sich der Titel eigentlich richtet. Der Umfang kann überzeugen: schnelle Rennen, Rennwochenenden, Meisterschaften, Telemetrie-Abfragen - alles dabei und im grünen Bereich.
Eine Sache der Einstellung...
SBK-08 Superbike World Championship bemüht sich, selbst die blutigsten Anfänger an die Hand zu nehmen - mit Erfolg. Sinnvolle Tutorials und eine ganze Reihe von Tipps Eures Ingenieurs helfen recht schnell, ins Geschehen hineinzuwachsen. Irgendwann hat man auch den Dreh raus und fliegt nicht wegen dem trägen Handling aus jeder Kurve oder stürzt und verschenkt somit wertvolle Sekunden. Dass aber die Basic-/Arcade-Einstellungen nicht wirklich für Neueinsteiger geeignet sind, darf dem Titel übel genommen werden. Profis freuen sich über spürbares Feintuning an der eigenen Karre und einen fordernden Extreme-Modus. Gespeichert wird übrigens automatisch.
Verschenktes Potenzial...
Was, kein Splitscreen-Modus? So verdutzt wie wir dürfte sicherlich auch ein ahnungsloser Käufer in die Röhre schauen, der es offline eigentlich seinem Kumpel virtuell mal so richtig zeigen wollte. Stattdessen erwartet Euch ein grundsolider, wenn auch nicht sonderlich spektakulärer Mehrspielermodus über Xbox Live für zwei bis maximal acht Spieler. Warum hier nicht das ganze Fahrerfeld, also höchstens 22 Fahrer, mit menschlichen Rasern belegt werden darf, verstehen auch wir nicht.
SBK-08 Superbike World Championship im Test.
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