Gesamtwertung82%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Sega Rally. Ein Name der eigentlich mehr sagt, als 1.000 Worte es tun können. Kaum ein anderer Spielhallen-Klassiker ist so beliebt, wie Sega Rally aus dem Jahre 1995. Grund genug für Sega dem Titel ein zeitgemäßes Facelifting zu spendieren und ihn mit neuen Features und Strecken für den PC und die Next-Gen Konsolen erneut ins Rennen um den Arcade-Titel zu schicken.
Ob sich Colin McRae: Dirt, der eindeutig arcadelastiger gewordene neue Teil der Reihe warm anziehen kann oder ob Sega Rally mit angezogener Handbremse fährt, haben wir auf der PlayStation 3, dem PC und der Xbox 360 für euch in Erfahrung gebracht.
Weniger ist mehr?
Nachdem also der Silberling in den beiden Test-Konsolen friedlich vor sich hin schnurrt, betrachten wir die klar gegliederten Menüs, mit denen Sega Rally aufwarten kann. Da wäre neben dem schnellen Rennen das Kernstück, die Meisterschaft mit ihren diversen Wettbewerben. Hier tretet ihr an, um möglichst als Bester ins Ziel zu kommen. Für erfolgreiche Abschlüsse winken Punkte, die ihr gegen neue Fahrzeuge, Lackierungen und eine Handvoll Strecken eintauscht. Von den Pisten gibt es leider sehr wenige. Hier hat eindeutig Colin McRae die Nase vorn. Durch Streckenvielfalt hat sich der Sega-Titel noch nie besonders ausgezeichnet.
Die jeweiligen von euch zu bewältigenden Wettbewerber wurden in drei unterschiedliche Einheiten-Klassen unterteilt. Zu Beginn eurer Meisterschaft steht euch davon jedoch lediglich die Premium-Klasse zur Verfügung.
Anschließend folgen die Tuning- und die Master-Klasse mit ihren jeweiligen Wagen. Sie alle wurden originalgetreu ihren realen Vorbildern nachempfunden, was zu einem hohen Wiedererkennungswert führt. In jeder der drei Klassen stehen euch nach und nach elf Fahrzeuge zur Verfügung. Natürlich verfügt das Spiel auch über unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, die jeweils in drei Wettbewerbe mit je drei Etappen unterteilt sind. Fast schon ein wenig beschämend ist die Tatsache, dass es lediglich Kopf-an-Kopfrennen gibt, die ihr mit fünf weiteren Konkurrenten bestreitet.
Kann das Spaß machen?
Und ob es das kann. Während wir in unseren Tests-Sessions über die unterschiedlichen Pisten brausen, steht uns so manches Mal der Schweiß auf der Stirn, da die Gegner KI nicht von schlechten Eltern ist. Drei Runden können da manchmal verdammt kurz ausfallen. Vor allem in den höheren Klassen, macht sich dies bemerkbar.
Angenehm ist uns das Fahrverhalten der Wagen aufgefallen. Bereits nach wenigen Minuten hat man sich voll und ganz mit dem Fahrzeug vertraut gemacht, und driftet mühelos um nahezu jede vertrackte Kurve. Wenn da nicht die eben beschriebenen sich oft unfair verhaltenden Gegner wären. Weicheiern gehört eindeutig nicht die Piste!
Ein Manko hat die rasante Raserei mit ihren zum Teil wirklich spektakulären Crashes: Wieder einmal verzichten Entwickler auf ein Schadensmodell. Wie gut das gehen kann, zeigt gerade Codemasters mit Colin McRae: Dirt.
Drecksau!
Doch dafür punktet Sega in einem anderen Bereich, den es so bei keinem bisherigen Rennspiel gibt. Die Strecken sind deformierbar. Während ihr durch die Bereiche Safari, Alpine, Artic, Canyon und Tropical in Sand, Schnee oder auch knietiefem Matsch rast, wird die Strecke durch die Rennteilnehmer manipuliert. So finden sich bereits nach kürzester Zeit tiefe Rillen und Reifenabdrücke in den Strecken und sorgen für ein jeweils anderes Fahrverhalten, was vom Controller der Xbox 360 durch immer stärker werdendes Rütteln quittiert wird. Wenn ihr in Kurven geht werden sich die Rillen und Löcher ebenso bemerkbar machen, wie bei eurem Renntempo, da ihr mehr oder minder stark gebremst werdet, was das Rennen zusätzlich noch spannender gestaltet. Weniger gelungen ist die Tatsache, dass ihr nicht von den Strecken kommen könnt. Allesamt haben sie eine Begrenzung. Wer wegrutscht gelangt wieder zurück auf die Bahn, als hätte er ein Hosenträger-Gummi am Heck.
Apropos Rutschen: Wollt ihr ein besonders gutes Fahr-Feeling genießen, schnappt ihr euch ein Force Feedback-Lenkrad. Hierbei punktet eindeutig die PlayStation3-Version, da das Microsofts Wireless Racing Wheel verglichen mit dem Logitech-Produkt für die PS3 schlechter abschneidet. Denn die Lenkung ist weniger sensibel und auch das Fahrgefühl auf den jeweiligen Strecken unterscheidet sich nicht wirklich, was durchaus besser hätte umgesetzt werden können. Spielt ihr hingegen klassisch mit dem Joypad, unterscheiden sich die drei Versionen nicht voneinander. Lediglich von einem PC-Spiel mit Tastatur raten wir ab. Dann doch lieber mit Pad oder Lenkrad.
Recht lebhaft geht es zu
Friedlich stimmen konnte uns hingegen die Grafik des Spiels. Nicht nur die verschiedenen Strecken wurden detailreich und liebevoll gestaltet. Auch die Framerate ist wesentlich stabiler, als bei Mitbewerber Colin McRae: Dirt. Und sogar abseits der Strecke wurde an Details gedacht. Während ihr durch die Wüste fahrt, seht ihr Elefanten. Im Dschungel fliegen Vögel durch die Gegend und sogar die Zuschauer wurden ordentlich animiert und sehen nicht aus wie Pappaufsteller. Auf Wetter und fließende Zeitübergänge haben die Entwickler allerdings verzichtet. Die PC-Version ist recht hardwarehungrig, sieht dafür jedoch noch einen Tick besser aus, als die beiden Konsolen-Pendants. Einen weiteren Pluspunkt kann der Sound verbuchen. Die satten und basslastigen Motorengeräusche überzeugen genau wie die Sprachausgabe und der Soundtrack. Die Kommentare eures Co-Piloten werden in englischer Sprache gegeben.
Vergnügen für Mehrere
Während offline auch zwei Kontrahenten gegeneinander im Splitscreen antreten dürfen, können sich online bis zu sechs Spieler den verschiedenen Klassen beharken. Einstelloptionen hierbei sind Fahrzeugklasse, Spielerzahl oder Rundenzahl. Dank stabiler Framerate ist das Ganze ein wirkliches Vergnügen. Leider ist der Mehrspielermodus dennoch nicht der Hauptfokus des Titels. Ob dieser durch späteren Downloadcontent erweitert wird, ist noch offen.